Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782532
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Bosselli , 
Cosimo. 
sie zu Land und übers Meer nach Lncca gebracht wird. In die_ 
sem VVerlae brachte Rosselli viele Bildnisse nach den Natur an, 
unter andern das von P8010 Guiuigi, nach einen Thonhilde von Ja- 
copo della Fonte gezeichnet. In S. Marco zu Florenz (Capelle der 
Seidenweber) war ein Gemälde, welches in der Mitte das heilige 
Kreuz, und zu den Seiten St. Marcus und Johannes den Täufßr, 
dann den Erzbischof Anton von Florenz und andere Figuren dar- 
stellte, aber nach Botlari's Angabe überweisst wurde. Dies sind 
die Bilder. welche ilasari in Florenz von Rosselli fand, dazu kommt 
aber noch ein anderes in St. Maria Magdalena de Pazzl, die Iirö. 
nung der heil. Jungfrau, welche lange fälschlich dem Angelico da 
Fiesole beigemessen wurde, die aber B. von Rumohr dem Cosiyno 
sichert. Das Gesicht der 'Madnnna findethlVladonna findet Ruxnohl- 
nicht unschön. Das Gewand hat einen _lobl_1chen_ Wurf und auch 
einige andere Köpfe sind nicht unglücklich lnthvxduahsiri. In den 
Engeln hingegen und in den übrigen mehr vernachlassigten E5- 
fen erscheinen hier bereits jene verlängerten, harten und unbe, 
iiabten Nasen, an denen man die späteren Arbeiten des Meisters 
erkennen kann.   
Zu den letzten Werken seiner letzten Zeit gehören auch die M3- 
lereien m der 1475 von Pintelli erbauten Capelle des Pabstes Sinus 
IV. zu Rom. Er malt mit S. Botticelli, Dom Glnrlandajo, dem 
Abte von St. Clemente, mitLuca aus Cortona und Pietro Perugino, 
Der Pabst soll demjenigen, der nach seinem Urthcile das Beste 
leisten würde, eine Belohnung versprochen haben; allein die Iien- 
nerschaft des heiligen Vaters liess sich von den schönen Farben 
und dem Glanze des Goldes täuschen, welches liosselli verschwen. 
derisch angebracht hatte, und die übrigen Maler sahen sich nicht 
allein vorgezogen, sondern mussten auch ihre Malereien durch 
Gold und Farbenprunli denen des von ihnen früher verlnchten Co- 
simo gleich machen. Letzterer malte da den Untergang Pharao's 
im rothen Meere, die Predigt des Herrn am See 'l'iberias, mit der 
IIeilung des zhussätzigen, und das Abendmahl des Heilandes, wo 
man in der Ferne zugleich auch die Gefangennehmnng und die Iireu- 
zigung sieht. Dieses letztere wurde nach Tanja's Versicherung zwei- 
mal ausgebessert; das letztemal 1750. Diese Malereien Cosimrfs 
sind unter jenen der Sixtlna im Allgemeinen die schwächsten, und 
es schaget ihnen auch noch die zu wenig sparsame Anwendung 
dung des Goldes, womit der Meister nicht nur Verzierungen der 
Gewänder, sondern auch die Lichter derselben gehöht hat. Sie 
sind noch alle wohl erhalten. Damit schliesst Vasari das Verzeich- 
niss der Werke Bossellfs, wir müssen aber noch einiger anderer 
erwähnen, die sich im Auslande befinden. Darunter steht ein gros- 
ses Altarbild im Besitze des Young Ottley zu London oben an, 
von welchem Waagen, l. e. I. 597 sagt. es sei ihm mit Ausnahme 
des Frescobildes in S. Ambruogio das liebste Werk des Meisters. 
Es stellt Christus am I-ireuze dar, mit prächtiger Iirone auf dem 
Haupte, in einem schwarzen, mit Edelsteinen besetzten Gewande, 
mit den beschnhten Fiissen einen Iielch berührend. In der Luft 
schweben sechs Engel und acht Cherubim undlseraphirn, sämmt- 
lieh von grosser Schönheit. Rechts liniet Johannes der Täuter 
und St. Dominicus, links Petrus Martyr und Hieronymus. Die 
Köpfe sind nach Waagen höchst lebendig und individuell, die 
Motive fein und edel, die Zeichnung sehr sor fällig. die Färbung 
warm und klar, das Impasto der Temperamjerei höchst meister- 
lich. Dem schönen Frescobilde in S. Ambruogio entsprechen auch 
einige Bilder im k. Museum zu Berlin , woman m Deutschland den
        

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