Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782520
Bosselli , 
Cosimo. 
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sorgfältig und die Färbung warm und klar. An den späteren 
 Itückschritien ist namentlich seine Neigung zur Alchymie' schuld, 
womit er Zeit und Mittel verschwendete. 
Wmeari zählt mehrere Gemälde dieses Künstlers auf und nennt 
vor allen als Jugendarbeit eine Tafel rechts beim Eingang in die 
Kirche von S. Ambruogio zu Florenz. Dieses Bild ist nach der 
Angabe der florentinisclien Herausgeber des Vasari nicht mehr vorhan- 
den; B. v. llumohr (l. c. II. 267) sah aber daselbst eine Tafel 
über dem (lritten Altare zur Linken dcs Eintretenden, welche je- 
doch liein Jugendwerk des Künstlers ist. Dieses Bild stellt die 
Mailonna in einer Glorie von Cherubim, umher vier grosse Engel 
mit Lilienstengeln, oben Gott Vater, und unten die Heiligen Au- 
guslin und Franz in einer ärmlichen Landschaft dar. Dieses Bild 
hat Galli für Lastri's Elruria pittrice gestochen, und ein zweites 
Bild, die hl. Frauen am Grabe darstellend, eben daselbst in Frcsco 
"emalt, ist von G. Cecchi gestochen. Das Hauptwerk in S. Am- 
iiruogio folgt weiter unten.  Auch die Bilder bei den Nonnen 
von St. Jacopo delle Murate, und in der Capelle der hl. Barbara 
bei den Serviten (Annunziata) zu Florenz sind nicht mehr vor- 
handen. Im ersten Hofe daselbst, ehe man in die Kirche tritt, 
ist aber noch das von Vasari erwähnte Frescobild aus dem Leben 
des heil. Filippo Benizi vorhanden. Es stellt den Heiligen dar, 
wie er von der Madonna das Orclenskleid empfängt, nach Richa 
(Vlll- 108) im Jahre 1476 gemalt, was von Ilumohr auch desswegen 
wahrscheinlich findet, weil sich in diesem Bilde überall die Iicnn- 
zeichen seiner späteren verderblichen Manier offenbaren. Nach 
diesen Werken nennt Vasari diejenigen, welche Cosimo für die 
Mönche in Castello ausgeführt hatte. Vasari nennt den Inhalt dieser 
Werlse nicht, und anchjetzt kann man sie nicht mehr bestimmen, da 
die liircbc abgebrochen wurde, und die Bilder zersreut sind. Waagen 
(Kunstwerke etc. III. S. (405) vermuthet, dass die hl. Jun frau mit 
dem liinde von Maria Magdalena und St. Bernhard begleitet, im! 
Museum des Louvre, von Castello stamme, weil sich auch andere 
einst in Castcllo vorhandene Bilder in Paris befinden. Die edlen und 
lebendigen Köpfe, die freien Bewegungen, die Fülle der Formen 
 die lslare und kräftige Färbung und Schattengebung vcrrathen ein 
VVerk aus der früheren, besten Zeit des Meisters. Das Hauptwerk 
des Künstlers, welches Vasari ziemlich gut nennt, ist i" S- 15111511110 
gio zu Florenz, an einer Seitenwand der Capelle del Miracalo in 
Fresco gemalt. Es stellt die feierliche Prozession bei der Verse- 
tzung des wunderthätigen Iielches aus der Kirche S. Axnbrnogio 
nach dem bischöflichen Pallaste dar. Der Geistlichkeit folgt eine 
unendliche Menge von Bürgern und Frauen im Costiime damali. 
ger Zeit, und unter diesen findet Vasari den Pico della Mirandola 
nicht wie gezeichnet, sondern wie lebend. Auch die übrigen Kö- 
pfe sind von grösstcr Anlllullt und Lebendiglteit,_ so dass sie für 
die etwas dürftige Zeichnung, besonders der liinderliguren ent- 
schädigen. Auch B. von Rumohr behauptet, dass Cosimo in die- 
sem Bilde unstreitig seine sämmtliehen Zeitgenossen im Geschmackes 
der Anordnung und der Behandlung der Gewänder und aller Ne- 
benwerlae um Vieles übertroffen habe. Dieses Bild gehört aber in 
die frühe und bessere Zeit des Künstlers. Es trug die noch vor 
kurzem leserliche Inschrift: Cosimo Rosselli, f. Pan. 1456. Lasiniv 
hat dieses Gemälde in seinen Blättern nach altfloi-entinischen Ge- 
mälden gestochen. Eine Grup e von drei Frauen daraus ist in der 
Etruria pittrice abgebildet. Bann sah Vasari noch die Bilder in 
derliirche des heil. Martin zu Lucca, wo Cosimo den heil. Ni- 
codenlus malte, wie er die Statue vom heil. Iireuz formt, und Wie 
Plaglefs Künstler-Lax. Bd. XIII. '37
        

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