Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782110
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Rosa , 
Salvatoro. 
England, wo vielleicht drei Viertel seiner Bilder, und darunter- die 
besten, vorhanden sind, in einem viel höheren Lichte erscheinm 
Es findet sich in seinen besseren Werken neben einem tiefen (je_ 
fühl für die Einsamkeit einer grussariig-ivililen, fhantastiselmn 
Natur eine klare, oft selbst frische Farbe, während nnzi behaurh 
tet, dass Rosa sogar in der Luft nur selten etwas lebhafte färbe 
anbringe, geschweige denn gar, dass er die Wirkungen des grus- 
sen Planeten darstellte, welcher die Erde erlieitert. Es finden sich 
in England Bilder, die sich auch durch sorgfältige und geistreiche 
Ausführung auszeichnen, aber auch solche, die an Frechheit der 
Behandlung und an Schwärze der Schatten auch aiiderwiii-is ihres 
Gleichen finden. In diesen Bildern, so wohl _in Landschaften als 
in historischen Darstellungen. prägen sich die Grundsätze eines 
Spagnoletto und Carravaggiu aus, von deren Einfluss euch der oi-igi- 
iielle Rosa _nicht frei blieb. Lanzi u. a. nennen ihn daher den 
gefeiertesten Schüler dieser Meister, die er aber an Iiuhnheit noch 
weit iiberbot. 
Rosa malte grösstentheils Landschaften, und diese haben ei- 
gentlich seinen Ruf begründet. In den histnrischetl Arbeiten ist 
er weniger anziehend, obgleich er auch hierin thcilwexse Ausge- 
zeichnetes geliefert hat, wie in einigen Altartafeln, und in der Ver. 
schwörung des Catilina in der Gallerie Mnrtelli zu Florenz, welche 
Buttari zu seinen besten Wlerlsen zählt. Die Urtheile über ein- 
zelne VVerl-te und über das Gesammtverdienst des Künstlers sind 
unzählig; denn nicht allein in den lsunsthistorischen Schriften ei- 
nes Passeri, Domcnici, Bottari, F. Baldinucci, Lanzi, Fim-illo, 
iVatelet, Taillasson etc., sind die Werke dieses Künstlers Gegen- 
stand weiter Erörterung, sondern auch in zahlreichen Reisebe- 
schreibungen werden die verschiedensten Ansichten laut. Die 
schärfste Charakteristik zog Waagen aus der Betrachtung der zahl- 
reichen Bilder, die sich von Salvatur Rosa in England finden, mit 
deren Aufzählung wir hier beginnen. 
England. In der Gallerie des Herzogs von Devonshire ist 
eine Landschaft mit dem schlafenden Jakob und der Himmelslei- 
tcr, höchst poetisch in der Composition und der Beleuchtung, und 
dabei in allen Theilen klarer und fleissiger als so häufig. Unter 
den sieben anderen Bildern dieser Sammlung rühmt man noch eine 
Landschaft mit einem Baumstamm, an dessen Fusse zwei Krieger 
weilen und ein verhüllt dasitzender Soldat, den Rosa anch radirt 
hat, mit einer Frau, welches sich mit dem Iiinde entfernt. Die iib- 
Eigen Bilder sind frech in der Behandlung und schwarz in den 
chatten. 
In der Villa zu Chiswick ist ein grosses Bild mit gewaltigen 
Felsen am Meeresufer, welches von Fischern belebt ist, poetisch 
in (ler Erfindung, warm und klar in_ der Färbung, geistreich in 
der fleissigcn Ausführung. 
In der Grosvenorgallerie, welche dem lllarquis von Westmin- 
ster gehört, findet man zwei seiner grössten historischen Bilder, 
Democrit in tiefster Einsamkeit, von Slaeletten, Statuen uncl an- 
(lorcn Gegenständen umgeben, überlässt sich seinen philusophi- 
schüll Betrachtungen. Nur ein miissiges Licht hellt die allgemeine 
Dunkelheit in etwas auf. Dieses Bild ist für den Gang des Phan, 
tnstisch-Grandiiisen dieses Meisters, welches ihn so beliebt in Eng- 
lnnd macht, sehr charaltteristich. Das Gegenstück , Diogenes, wel. 
eher die Schaale wegwirft, als er den limiben aus (leeHancl trin- 
ken sieht, zeigt den Rosa von seiner Cyllistill-l]l1m0l'lSllSCltßn Seite
        

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