Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1782102
Rosa, 
Salvatorc. 
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hchlen aber keineswegs . dass ihm zuletzt der Aufenthalt "in Rom 
nicht mehr angenehm war. Er nahm desswegen einen Huf nach 
Florenz an, wo ihn der Herzog Gi0.Carlo de Medici hoch schätzte. 
Rosa blieb mehrere Jahre in Toscana, am längsten in Florenz und 
einige Zeit in Volterra, wo er seine Satyren ausarbcitete, die al- 
lerdings geeignet waren, ihm Unannehmlichkeiten tzuzuziehen. 
Nach sieben, oder neun Jahren, wie Andere wollen, vielleicht 
seinen Aufenthalt in Volterra eingerechnet, hehrte Rosa wieder 
nach Boni zurück, wo er ietzt bis an sein Ende verblieb, bewundert 
als Künstler, aber von Seite derjenigen, die sein unversiegbarer 
Witz traf, nicht von Verfolgung frei. Diess scheint ihn aber we- 
nig beriihrt zu haben, denn er lebte beständig frohen Muths. 
Seine heitere Laune verliess ihn selbst auf dem Sterbehette nicht. 
Er sagte, sein Name sei ihm ein sicheres Unterpfand des ewigen 
Heils. denn Gott würde es gesviss nicht gestatten, dass der Fiirst 
der Finsterniss einen Mann antaste, der Salvatnr heisse.  Als ihn 
der Beichtvater fast in den letzten Augenblicken noch bereden 
wollte, die schöne aber leichtfertige Frauensperson zu heirathen, 
mit welcher Rosa lange gelebt hatte, und gleichsam dieses zur 
Bcdingniss seines Eintrittes in das Paradies setzte, antwortete 
Rosa: Nun denn, es sei, wenn man nicht ohne Hörner dahin ge- 
langen kann. Mit dieser letzten Satyre beschloss er 1675 das Le- 
hen, und wurde mit grosseru Gepriinge in der Carthiiuser Kirche 
begraben. Auf seinem Grabmale steht das von B. Fioritti gemeis- 
selte Bildniss des Künstlers. 
Das Leben dieses höchst interessanten Mannes beschrie- 
ben Dornenici und Passeri, ersterer in den Vite de' pittori, seul- 
tori et architetti Napolitani. Nap. tTÄQ, letzterer in den Vite de' 
pittori etc. Iioma 1772. Ein ausfiihrlichcres Werh ist jenes von 
Ph. Baldinucci: La Vita di S. Rosa etc. Venezia 1350, neue Auf- 
lage. Die Lebensgeschichte des Künstlers ist auch den Ausgaben 
seiner Dichtungen beigegeben. von Fiorillo: La pittura, Sntira di 
S. Rosa, con le note. Guettingcn 1785. dann im ersten und zwei- 
ten Bande seiner Geschichte der zeichnenden Künste; in der neuen 
Ausgabe von Boszvs Satyren: Satire di S. Rosa, con notizie della. 
sua vita e col ritrattu. Londra 1823. In neuerer Zeit hat auch 
Lady Morgen Rosa's Leben zum Stoff eines Buches gebraucht. 
welches alle Sittlichkeit und Ordnung verhöhnt- 3011601118 hat das 
Bilclniss dieses Iiünstlers gestochen. Ein anderes Portrait dessel- 
ben , von Maratti gezeichnet, stach L. de Larue. 1D. Campiglia 
stellte ihn mit Pinsel und Feder in der Rechten dar, in halber Figur. 
P. Caroni stach seine Biiste in einem ltleincu Oval, so wie Denen. 
Salvator Bosds energischer Geist spricht sich in gewaltigen, 
aufgethiirinten Felsmasseti, in Höhlen, in von Dornen und Gestrüpp 
starrencletl Feldern, in starltcn, zachigcn Baumstämmen, in Sturm- 
wollten und Sehlagliclttern aus; er beabsichtiget nur eine gewaltige 
Gesammtwvirhung, ist aber im Einzelnen oft flüchtig und unvvahr. 
Diese Bilder von düster-phantastischer Poesie sind mit verschie- 
denen Figuren staffirt, die in ihrer Handlung nur für solche 
schauerliche Gegenden passen. Es sind dies Banditen, Soldaten, 
die ein nicht viel besseres Aussehen haben, Hexenseenen, Hirten 
mit ihrer ärmlichen Heerde, manchmal auch biblische Figuren, die 
aber in Salvatofs Bergen geboren zu seyn scheinen u, 5, w. In- 
dessen ist dieser Nleister, der in Rom neben Claude Lorrain und 
Caspar Potissin grosses Ansehen genoss, keineswegs ein wiister 
und wilder Slsizzist, wie man ihn in Deutschland, wo man meist 
rohe Nachahmungen nach ihm zu sehenhehomxnt, gewöhnlich? zu nen- 
nen pflegt. Waagen (Kunstwerke etc. I. 34g) sagt, dass Rosa in
        

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