Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1780717
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Robert, 
Leopold. 
von Neufchntel als Denkmal des Vaterländischen Künstlers üben 
lassen. Hr. Palnrle besitzt aber noch ein Bild von Hubert, w4,1_ 
ches die Heirath des Tobias vorstellt Es ist nicht vollendet, (im 
das Werk ebenfalls aus der letzten Zeit des Künstlers stammt. 11m 
turle kaufte es als Pendant zu den Fischern um hohen Preis. Ein 
zweiles Bild historischen Inhalts ist die Skizze einer Ruhe der [Ich 
ligen Familie in Aegypten aus dem- Nachlasse des Künstlers. Graf 
Banzynski (I. 574) gedenkt dieses kleinen Bildes mit grossem 11,059, 
und behauptet, es sei darin mehr Hoheit, _als in vielen Qelnälden, 
auf denen die Figuren riesengross und die Gebärden die stolze- 
sten sind. '  
Robert hätte demnach auch als Histurienmaler iAusgc-zeichnetes 
geleistet, und es war nicht die Verzweiflung. die Grunzen nicht 
überschreiten zu können, welche dem Genremalcr gezogen Simt 
was ihm zum Selbstmord reizte, wie irgend Jemand in der angü 
meinen Zeitung von 1841 behauptet hat. Seine Gegenstimde ge_ 
hören zwar zum Genre, aber Robert veredelte Alles; sein Qeme 
war auf das Ideale gerichtet, auf das Erhabene, und selbst die 
Auftritte des häuslichen Lebens gewannen unter seiner Hand ein 
Gepräge von Grossheit, welches so viele Apotheosenrnaler nicht 
erreichen können. Seine Genrebilder, sagt Grat Ilaezynski L 
540, haben immer einen geschichtlichen Grundzug , irielleicm 
um uns darüber zu trösten, dass so viele Geschichtsgeiniilrle um 
Genrebilder sind. ln seinen Werken herrscht feines lind tiefes Ge_ 
fiihl für Naivetiit und WVahi-heit, ein_ reinenSinn 'tu_r individuell. 
schöne Formen. Er adelt den Bettler XII" ärrnlicher hleidung, nimm]; 
ihm in seinen Lumpen nicht das Gcfuhhder edlen Menschheit; 
der Fischer singt die Stanzen seiner grossen italienischedlhchter, de, 
VVinzer weiss sich selbst in vornehmer Gesellschaft ifvurdig zu be_ 
wegen, das Edelfräulein darf sich der Winzerin nicht schämem 
änd selbst zur anmuthvollen Heiligen und zur Madonna kann Sie 
ienen. 
Robert's Gebeine ruhen seit 1855 auf dem Lido, dem Bgqräl-h 
platze der Protestanten in Venedig. Er hatte mit eigener Hand 
den Lebensfaden entzveeigeschnitten, aber sein Leben war untudnl- 
haft und seine Gesinnung wahrhaft religiös. Die genaue Ursache 
der That kennt man nicht. Bei der Leiclienölinung fand sich Was- 
5er im Gehirne des Ungliicliliclien. Seine düster melancholische 
Stimmung dürfte also in diesem Falle bis zum Wahnsinn sich gc. 
steigert haben. Die Nachricht von dem traurigen Ende des liiinsg. 
lers wiederhallte in allen Blätter, die sich eines gehildeten, nament_ 
lich eines kunstliebenden Publikums zu erfreuen haben, wobei es 
denn auch nicht am Lobe seiner Trelllichkeit fehlt. Das Journal 
des döbats, die Temps, das Iiunstblatt etc. stimmen alle in gleiche 
Lobeserhebungen ein. Im Jahre 1858 erschien zu Paris folgende 
Schrift: Notice sur la vie et les ouvrages de L. Robert, par E_ J_ 
Delögluze. Aurele Robert, der Bruder des Iiiinstlers, der die meL 
sten Bilder desselben in Sepia und Hreicle cnpirt hat, hat auch 
dessen Bildniss gemalt. E. Demaisons hat es lithographirt. 
Auch mehrere seiner eigenhäncligen Gemälde sind in Abbildung 
vorhanden. Wir nennen hier folgende:  
Die Erndte oder die Schnitter, (les moissoneurs]. das Bild im 
Besitze des Königs von Frankreich, gest. von P. Mercuri 1831_ s_ 
Mercuri. Im Jahre 1858 Stach Z. Prevust das lhld der Schuitter. 
Das Fest der Maclunna de] Arco, gest. von Z. Pruvusl. 
Die Fischer, gest. von Prevust.  
Der Improvisatbr, gest. Vuu Prdvust. 
        

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