Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1780597
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Bobbia , 
della. 
ser neuen Art fanden ausserordentliirhen Beifall, obgleich die Tel, 
racottas seinen übrigen Werken nicht gleichkommen. Sie verlo- 
ren durch die Glasuren an Schärfe und Bestimmtheit. Die wein 
glasirten entsprechen jedoch mehr als die bunten, oft kindisch gezier- 
ten. Diese Arbeiten der della Robbia sind noch jetzt sehr zahlreich. 
und weithin verbreitet, da sie einen bedeutenden Hanrlelsartihei 
bildeten. Die ilorentinischen Kaufleute gaben dem Künstler so 
viele Bestellungen, dass er nicht mehr im Stande war sie allein 
zu befriedigen. Als Gehiilfen nennt Vasari zunächst Ottaviano und 
Agostino, welche aber nicht Luca's Brüder sind, wie Maestro 
Giorgio behauptet. Viele ihrer Arbeiten gingen nach Spaniern 
Frankreich und Italien, und nicht wenige blieben in Toscana, da 
Pietro de Medici daran besonders Wohlgefallen hatte. Er lies, 
in S. Miniato al_ Monte das Gewölbe der Marmorcapelle vßrzie_ 
ren, noch merkwürdiger findet aber Vasari in derselben Kirche 
die Wölbung der Capelle S. Jacopo, in welcher der Qardinal von 
Portugal begraben liegt. In den Winkeln sieht man in vier Iirei- 
sen die Evangelisten dargestellt, in eincm anderen Kreise in der 
Mitte der Wölbung erscheint der heilige Geist, und die übrigen 
Räume wurden mit Schuppen verziert. welche der Linie de; '35 
wiilbes folgen und bis zum Mittelpunkt alliniihlig abnehmen. Die 
Bildwerlae dieser Capelle sind noch jetzt vorhanden, VasarPs Lob 
verdienen aber nur die gemalten, jetzt selirverdorbenen Evangelisten 
in den Lunetten. Uebcr dem Eiiigangsthor zu_ S. Miniato befinde; 
sich eine Madonna, halbeFigui-zwischcn Cherubim und zweiverkapp 
ten Brüdern weiss auf blauem Grunde, von _W'as_ari nicht erwähnb 
Dagegen erwähnt er das noch vorhandene Relief in_ St._Pieti-o [man 
Consiglio unterhalb des alten Marktes, wo er in einem Bogen 
über der Thiire die Madonna und einige Engel darstellte. Uebex. 
der Thiire der Scuola de' Cherici di S. Pier maggiore sieht man 
ein zweites Relief, die Madonna und mehrere Engel _darstellend_ 
Im Capitel von S. Croce fertigte ,er alle die glasirten Figuren, Wal. 
ehe an der inneren und äusseren Seite angebracht, noch gegenwän 
tig vorhanden sind. Den-r Könige von Spanien soll er zugleich 
mit mehreren_Marmorarbeiten_ einige sehr schöne ruoderhoben, 
Figuren geschickt haben, und in Florenz "fertigte er, um es nach 
Neapel zu senden. das _Marmorgrabmal fur den Infanten,_ Bruder 
des Herzogs von Calabrien, an welchem er mit Agostino viele gla. 
sirte Verzierungen anbrachte. 
Eine andere Art von Terracottas, als die bisher erwähnten. 
sind jene, welche er bemalte, sowohl Figuren als 'l'afeln. Vasnri 
schreibt ihm die Erfindung diesernliunst zu , nennt aber nur we- 
liige Arbeiten in derselben. Als fruhereirVersucli bezeichnet er ein 
Rund über dem Tabernalcel von den vier Heiligen bei Orsaumi- 
chele. Luca theilte dasselbe in fiinfFelder, in denen er die Instru- 
mente und Abzeichen der Ziinfte der Fabrikanten mit einer Menge 
schöner Zierathen anbrachte. In eincnianderen Runde (lüäfilllätarbei_ 
tete er für die Zunft der Apotheker eine Mutterguttes in Belief und 
in einem zweiten für das Handelsgericht eine Lilie auf einem B3]- 
len, umher Gewinde von Früchten und mancherlei Laubwerlt, die 
nach Vasari so schön sind, dass sie natürlich und nicht von ge_ 
brannter und bemalter Esde zu seyn schienen. 
Damit schliesst Vasari das Verzeiehniss der Terracotttiä, Q8 sind 
aber diess bei weitem nicht alle. Eine schöne Madonna Zwischen 
Johannes und Magdalena mit zwei Engeln , ganz mit Farben aus, 
efiihrt, sieht man in der zzsten Capelle von St. Croce. Eine ähn- 
Echo findet sich {im ersten Zimmer der Domverwaltung (Oper-g)
        

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