Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1780574
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Robbia, 
della. 
welcher damals fiir den besten Meister jener Kunst in Florenz g, 
halten wurde. Luea lernte da zeichnen, in Wachs arbeiten. im, 
den Meissel führen, arbeitete unausgesetzt bei 'l'age und bei Nagl" 
unter Entbehrungen aller Art, und war in seinem fünfzelintei 
Jahre in der Iimist bereits so voran , dass er init anderen junge, 
Bildhauern nach Riinini berufen wurde, um daselbst einige Mm. 
morverzierungen und Figuren für Sigismondo di Pandolfo Maya 
testi zu verfertigen, indem dieser damals in S. Frnncesco eine Cnpei], 
bauen und seiner verstorbenen Gemahlin ein Grabmal errichten lies; 
Bei dieser Gelegenheit fertigte Luca einige Basreliels, und diese; 
erste Beweis seiner Geschicklichkeit verschaffte ihm den Huf mm; 
Florenz zu neuen Arbeiten. Die Werkmeister von St. Maria de 
Fiore trugen ihm auf, fiir den Gloekeiithurm der Kirche funf Bild 
werke in Marmor zu fertigen, die an der Seite gegen die Iiii-Qh, 
hin angebracht wurden und noch vorhanden sind. Das erste stell 
Donatiis dar, wie er die Grammatik lehrt, das. zweite Plato um" 
Aristoteles, das dritte einen Lautcnspieler, das vierte einen Astrn. 
logen und das fünfte den Euelid als Geometer, lauterdyerhe, we], 
ehe jene des Giotto: die Malerei und Sculptur, weit uberti-afcn 
Baron Bumohr II. 294 hält indessen diese Reliefs nicht für Ar, 
beiten Luca's sondern für jene des Maso di Bartoltimeo. wgvon 
Vasari nichts weiss. Dann behauptet letzterer, dass die güllannren 
Werkmeister auf Zureden des Vieri de Medici 1405 dein Luea (lellg 
Hobbia den Auftrag gegeben haben, die Marmorverzierung fü, 
die Orgel zu verfei-tigen, allein auch hier ist Vasari in (ler Zeit 
angabe irrig, wie aus der Genealogie hervorgeht. Ruiiiolir II. 241 
glaubt dieses Werk sei vor 1433 vollendet- Luca stellte auf dem 
Sockel in einigen Bildern die Musikchore_dar, und wandte dabei 
viel Studium auf. Vasari sagt, obgleich diese Reliefs sechzehn E]. 
len aufwärts vom Boden entfernt seien, so unterscheide man 
dennoch das Schwellen des Halses bei dem Singenden, erkenne. 
wie der, welcher die Musik leitet, auf den Schultern der lileing. 
reii den Takt schlägt, kurz man sehe allerlei Iilang und Saiten. 
spiel. Gesänge, Tänze und andere Ergiitzliclilseiten abgebildet, 
welche durch das Vergnügen der Musik bereitet werden. Auf dem 
Hauptgcsimse brachte der liiinstler zweidwrgoldete Nletallfiguren 
an, zwei nakte Engel, die sehr fein ausgeführt sind. Vasai-i be. 
hau tet im Allgemeinen , dass die Arbeit sehr vollendet sei, nimm; 
abe: den Doiiato in Schutz, der die Bildwerke der anderen Orgel i-o. 
her lhslt, weil er auf den Standpunkt des Beschauers Rücksicht nahm. 
Allein Vasari hat bei dieser Behauptung sicher nur zwei Stücke des 
'Luca ins Auge gefasst, jene mit den Sängern, die zierlich aus- 
geführt sind. Die Posaunenbliisser und die tanzenden Mädchen und 
Knaben in den vier breiteren Stücken sind, zwar im gleichen Ge- 
schmecke und mit grossem Geiste entworfen, doch kaum aus dem 
Groben hervorgear eitet. Vier Abtheilungen _dieser Reliefs sind 
noch an der Brüstung der Qrgel, die z_vrei iibrigen, die Tafeln mit 
den Sängern, die allein zierlich gearbeitet sind, sieht man im klei- 
nen Corridor der Gallerie degli Utfizi, wo die modernen Sculptu. 
ren aufgestellt sind. Eines dieser StiLel-ze wurde auch in Gyps ab- 
gegossen, um es für Kunstakademie-n zu vervielfältigen. lin Um_ 
risse gestochen sind beide bei Cicognara, Stor. della pitt. ll. 22_ 
Nach Vollendung dieses Werltes lässt Vasari den Künstler an 
die Ausführung der Bronzelhiire der Sakristei von S. Maria de] 
Fiore gehen, von Ruinohr II. 290. glaubt aber, Luea habe erst 
noch eine Altarbekleidung von Marmor begonnen. selbe aber nicht 
mehr vollendet. Baron Fiumohr hatte diese Marinorbekleidung
        

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