Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1778235
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1779872
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Puiedcl , 
Angu st. 
tektur gewidmet und die Malerei nur als Nebensache betrieben, 
Sein Bruder Eduard war ebenfalls Architekt, starb aber zu lriihe, 
als dass irgend ein lVerk seinen Namen hätte verewigen können. 
August ward aber zum Nlalcr geboren . und bezog zu seiner wei- 
teren Ausbildung die Akademie der liünste in München, wo er 
sich jetzt von 1820 an der besonderen Leitung der Herren v. Lau- 
ger zu erfreuen hatte: Schon auf der Iiunstaustellung V00 1325 
sah man ein grosses Gemälde von ihm, Christus auf dem Oelberge 
vorstr-llend, in grossnrtigetn Style behandelt. Auch die schöne Wahl 
der Formen, die glänzende Färbung und die effektvolle Beleuch- 
tung wurde geriihmt, so dass also schon RiedcPs erste VVerkc Vor- 
ziige besitzen, die sich in der Folge bis zur Bewunderung stei- 
gerten. Ein anderes Gemälde aus jener Zeit stellt Petrus und Pau- 
lus vor, wie sie den Lahmen heilen, in Form und Farbe nicht 
minder schon, als das vorhergenatttite. Auch mehrere trelfliche 
Bildnisse malte Riedel in seiner früheren Zeit in Munchen; 182g 
begab er sich endlich nach Italien, um die ft1eistertvcrke_ der frii- 
hercu classischexi Schulen jenes Landes zu studieren, und m neuen 
Weisen der Darstellung sich zu versuchen. Jetzt aber kam der 
Iiünstler von dem- streng Kirchlichen ab, aber gerade damit be- 
ginntietic Periode, in welcher er zuletzt den Gipfel des Ruhms er- 
reichte. Anfangs malte er in Florenz, und dann zu Iiom nur Bild. 
nisse von Frauen iu ihrer eigenthiimlichcn, malerischen Tracht des 
Landes, lauter YVerke, die sich durch geistreiche nalurgetnüsse 
Auffassung, und durch trelfliche Behandlung empfehlen; dßnlwßlt 
aber war anfangs seinen Bemühungen in Italien der Erfolg nicht 
sehr günstig, und daher folgte 0,1" 1830 gerne dem Hufe des Haien 
Langer, der sich bei der AUSChlUüCliUHg des Pallnstus des Herzogs 
lYlaximiliau in München seiner Iliilfe bediente. Nach Vollendung 
dieser Arbeiten, die zu den schönsten ihrer Art; gehören, ging 
llierlel zum zweiten Male nach Iiom, jetzt aber verbreitete sich 
der ltuf des liiinstlers in kurzer Zeit, Unter den ersten daselbst 
ausgeführten Gemälden nennt man besonders ein italienisches 
Mädchen, das, während es sein Tamburiixu zurecht macht, nach 
einem sich schnäbelndeu Taubenpaare herabsieht; eine sehr lieb- 
liche Erscheinung. Ein zweites Bild in mittlerer Grösse, britigt 
eine Familic-nscene vor den Blick. YEs stellt eine albanische Frau 
vor, wie sie sich nach einer Dienerin beugt, die ein nacktes liind 
auf dem Schenkel stehend hält. Auch dieses Gemälde fand ver- 
dienten Beifall, das erstere wurde alter dennoch vorgezogen. Das- 
jetiige Bild aber, welches zuerst im hohen Grade die Aufmerksam- 
keit der Kunstwelt auf sich zog, ist das auch durch lithographirte 
Nachbildung bekannte Bild der neapolitaniscbett Fischcrfamalie am 
Meeresufer. Der Marinaro sitzt auf einer Erderhiihung und singt; 
zur Cither, während sein Weib (das bekannte Modell Fortunata in 
Rom) mit iibcrln Iime verschränkten Händen, dem Beschauer zu- 
gekehrt, am Boden sitzt. Hinter ihr lauscht das 'l'öchterchen den 
Worten des Vaters, im Hintergrunde sieht man den Nachcn, das 
Meer und den blauen Himmel. Die erste Darstellung der Fischer- 
familie, ein Bild von mittlerer Grösse, besitzt Bitter Thorwaldsen, 
die zweite, mit lebcnsgrossen Figuren, der Iironprinz Maximilian 
von Bayern. Letzterer sah das Gemälde bei Tdturwaldsen und War 
beim Anblick desselben so davon bezaubert, dass er sogleich die 
Darstellung im Grossen verlangte. Dieses Gemälde verkündete den 
Ruhm des Künstler weit bin, und seil 1830 hat es derselbe Öfter 
wiederholen müssen. Ein anderes berühmtes lhlcl ist jenes der ba- 
denden Nlädchen. Zwei derselben sind im XVusser, die eine sich 
am Weidenaste haltend. Ein drittes Mädchen kleidet sich an, und
        

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