Volltext: Rhenghiero, Rhenghieri. - Rubens, P. P. (Bd. 13)

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Richard , 
Richard , 
Fleury Frangois. 
dio Stirne, Nase, Backen u. s. w. hinten im Tuche herauszudrii- 
cken. um gleichsam natürliche Schatten zu_ erhalten. Diese son- 
derbare Methodo findet Meusel höchst plausibel. 
Puchard, Fleury FPHUQOiS, Maler, das Haupt der Lyoner Schule, 
welcher man die Ausbildung des so beliebten romantischen Genres 
verdankt. Er genoss in Paris den Unterricht David's, und als lti. 
chard 1801 durch das Bild, welches die den Tod des Gemahls be- 
weinende Valentina von Ivlailand vorstellt, sich Zuerst als höchst 
talentvollen liiinstler nennen horte, war er noch ein Jüngling. 
Die Herzogin sitzt, voll Antnuth das Haupt auf ihre Rechte ge- 
lehnt, und legt die linlie Hand auf den Hund, der sie anblielit 
und ihren Kummer zu fühlen scheint. Vor ihr ist ein Tisch mit 
Büchern; Costiime und Gertithe Alles erinnert an das lilittclalter, 
welches Richard mit einem Fleisse hingezauhert, der deutlich er- 
ltenneu liess, dass er eine Richtung gefunden, die seine Liebe in 
Anspruch nahm. Auch das Publikum fand an dieser freundlichen 
Gattung von lYialerei ein Gefallen, da die Schreclsensctencn vou 
David und Consorten schon ziemlich ihre Wirkung verloren hat- 
ten. Von dieser Zeit an wandte sich der Künstler mit Geist, Ueber- 
legung und feinem Gefühle den Verhältnissen des Mittelalters zu, 
und machte das romantische Leben der Zeit, besonders seines Va. 
terlantlcs in ansprechenden, zart vollendeten Bildern anschaulich. 
"Diese sogenannte Anehdotenmalerei fand viele Nachahmer, und 
sie gab namentlich auch eine Veranlassung, dass die strenge Hi- 
storienmalerci in Frankreich weniger gepflegt wurde. als durch 
unsere tüchtigen deutschen Meister in den frühcrn Decennicn des 
19. Jahrhunderts geschah.  
Die Gemälde. dieses Künstlers sind zahlreich, und in irt-rschie- 
denen Cabinetten; das oben genannte Bild der Valentine von Mai. 
land ist in der herzogl. Leuchtenberg'sehen Gallcrie zu München, 
und in J. MuxePs Galleriewerls im Umrisse radirt. Daselbst ist 
auch jenes geriihntte Gemälde, welches [iarl VII. vorstellt, wie er 
der Aufforderung der Agncs Sorel zufolge sich an die Spitze sei- 
nes Heeres gegen die Engländer zu stellen im Begriffe ist, und das 
 Lebewohl an" Agues mit der Degenspitze auf den Fussboden schreibt: 
 Genie Agncs qui tant loin m'evance 
Daus le mien euer demorera. 
Plus que I'Anglais en notre France. 
Dieses Bild malte Richard 180-1, etwas später aber ein drittes 
Bild der Lauchteuberfschen Sammlung, welches, wie das vorher- 
gehende, in fvluxefs VVcrls radirt ist. Es stellt die Herzogin von 
La Wtllicrte als Carmeliter-Ntmitc in ihrer Zelle dar, wie sie die 
vor ihrem Fenster blühende Lilie betrachtet. Ein viertes Bild dic- 
ser Sammlung schildert die Scene, wie dißlllflßll lV. den Herzog 
von Bcllegarcle bei Gabrielleu unter dem Bette iiherrascht, und ihn: 
Confel-t zuwirft. Ein anderes schönes Bild, auf dem Salon von 
180i viel bewundert, stellt Franz I. vor, der den Vers: 
Souvent fcmxne varie , 
Bien fol qui s'y fie.  
mit dem Diamant in die Fensterscheibe geritzt, und lllfl Seiner 
sCllwßster, der Königin von Navarrn, zeigt. Gleichzeitig ist auch 
die Darstellung von GrcsscVs Vcrt-Verl: im Iiiifiglhswle lllm das 
lYläidchen Zucliermandelxi reicht, und die Werkstätte eines Malers. 
1m Jahre 1806 malte er Heinrich IV. von dem wiithenden Pöbel 
im Gevriilbe zu St. Denis aus einem Grabe gerissen, den Teinpler 
Jakob Itrlolsiy auf dem Wege zum Scheiterhaufen, Ludwig XIV"
	        
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