Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1773319
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Primaticcio , 
Frzmcesco. 
von Nicole del Abbate llICllWClSC in den Pallästen Guise und Mont- 
rnorency, und in der Iianclle des Pallastes Soubise zu Paris, so 
wie in der Kapelle des Schlosses lßeauregard bei Bleis. Primatic- 
cio's Kenntnisse in der Architektur beurkundet das Schloss von 
Meudon, und die Grabmiiler Franz I. und Heinrichs 11., die nach 
seinen Zeichnungen ausgeführt wurden, aber gerade nicht den 
besten Geschmack verrathen. Die Itletige von Bildern, welche in 
Frankreich nach den Cotnpositionen von Rosso und Primaticcio 
ausgeführt wurden, ist erstaunlich. Die dar-nach gestochenen Blüt- 
tet beliefen sich in der Sammlung des berühmten Marictte auf 
640, und diese sind in der Kunstgeschichte unter dem Namen der 
Ecole de Fontainebleau bekannt. 
Ueber die Verdienste dieses Iiünstlers lauten die Urtheile nicht 
gleich, am wenigsten ist jenen zu trauen, die aus früheren Federn 
flossen. Felibien ist es namentlich, der diesen liiinstler und sei- 
nen Gehülfeti Nieolo mit grossem Lob erhebt. Er behauptet, sie 
seien die ersten gewesen, welche römischen Geschmack. und die 
schöne Idee von alter Nlalerei und Plastik nach Frankreich ge- 
-braeht haben, Felibien sagt aber nicht, dass damals die Quelle 
nicht mehr ungetrübt, und der Geschmack schon ausgeartet war. 
Auch Lanzi stimmt in das einmal gespendete Lob ein, und hebt 
namentlich ein Bild der Zambeccarischen Sammlung hervor, wel- 
ches drei musicirende weibliche Figuren vorstellt. Formen, Ge- 
bärden, Farbe, geschmackvollen, leichten und sparsamer: Falten- 
wurf, alles fand Lanzi bezaubernd, und eine gewisse Eigenthiim- 
lichkcit des Ganzen, die das Auge beim ersten Blick gewinne. 
Auch von den Werken in Fontainebleau, sagt Freiherr von Frey- 
berg im Iiunstblattc 1826, dass sie ganz im Geiste und Charakter 
der Werke Giuli0's in lllantue ausgeführt seycn, man bewundere 
die Naivetäit und Grazie der höchst malerischen und dabei so na- 
 tiirlichen Gruppen, der Ausdruck sei ungemein anziehend und al- 
les mit grosser Eleganz ausgeführt, die Zeichnung in grossem 
Style gehalten, im "l'on der Localfarben und in der leichten und 
{lieisetiden Behandlung des Pinsels iibertreffe Prunaticcio selbst sei- 
nen Meister Giulin. Alles dieses Lob bezieht sich zunächst auf die 
Bilder des Ballsaales und der Gallerie des Ulysses, und von den 
Compositionen der letzteren heisst es im Iiunstblatte noch beson- 
ders, dass der Künstler das volle Pathos des Dichters in der kräf- 
tigsten und lebendigsten Weise verherrlichet habe. Der erwähnte 
Referent geht dann auch auf das Allgemeine von Primaticcids Iiunst 
ein, und kommt zu dem Ausspruche, dass der Künstler zwar die 
Natur nicht immer zu llathe gezogen, aber dennoch das volle 
Verständniss derselben gehabt, und das Leben in seinenfrische- 
sten Bewegungcti erlauscht und erfasst habe; wenn Pritnaticcio 
kühner und inzposnnter in der Gfllplllftlflg, als irgend ein anderer 
Künstler sei, so zeichnen sich seine Werke zugleich durch eine 
majestätische lluhe, durch etwas Würdevolles in den Attitiiden, 
durch etwas hüchst Dichterisches in der Conception und dabei 
durch eine Grazie in Haltung und Bewegung aus, die nicht mit 
Worten zu beschreiben sei. Leben, Iiralt und Geist ströme meist 
_in Fülle durch seine Arbeiten, auch in den geringsten Nebensa. 
chen sei Geschmaclt, und was ihm dann seinen Vollen Anspruch 
mit" ein_e Stelle unter den ersten gebe, sei die Universalität seiner 
Bildung; ja gerade durch diese Eigeuscltitftelt reihen sich seine 
Werke an jene im Vatican und in Mantua. 
So heisst es im Iiunstblatte, Dr. Waagen l. e. S. 450, fand aber. 
dass sich die Weise des Giulio Romano unter seinen Händen ii
        

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