Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1777761
Rembrandt 
VIII] 
Byn, 
Paul. 
513 
Claussin kennt zweierlei Abdrücke von diesem äusserst 
zart und geschmackvoll behandelten Blatte. 
I. Die Platte ist griisser, rechts um circa drei Linien breiter, 
weniger überarbeitet, und die übrigens äusserst seltenen 
Abdrücke sehr schwach. 
II. Die Platte rechts beschnitten, und die Figur vollendet in 
Mitte der Platte. Die guten Exemplare sind sehr selten, 
und an dem unreinen Rande erkennbar.  
Dieses Blatt wurde auch copirt. und zwar von der 
Gegenseite. Eine Copie ist mit "Rembrandt 1652", die 
andere mit „H. de Rain excud." bezeichnet. Cumano hat 
das Blatt ebenfalls von der Gegenseite copirt. 
258) (B. 155. C. 150.) Der blinde Mann vom Rücken zu sehen 
(aveugle vu par le des), mit einer Pelzhaube auf dem Kopfe 
und Pantoffeln an den Füssexi. Mit der Linken hält er sich 
an den Stock. Er ist vor einer Thüre placirt, die er mit 
der rechten Hand bcriihrt. H. 2 Z. 11 L., Br. Q Z.  
Bnrtsch und Claussin beschreiben folgende Abdrücke: 
I. Die Platte ist grösser, 5 Z. hoch und 2 Z. 6 L. breit. 
Der Grund ist Architektur, mit unbestimmten Zügen an- 
vedeutet. Aeusserst selten.' 
Il. Die Platte ist kleiner, die Figur und das Thor lichter, 
als im folgender: Drucke.   
III. Thor und Figur mehr beschattet.  
25g) (B. 1151;. C. 151.) Zwei Venetianer, neben einander nach 
links gehend, und in lange Mäntel gehüllt. H. 5 Z. 6 L., 
Br. 2 Z. 2 L. 
Von der grüssten Seltenheit. 
260) (B. 155. C. 152.) Der Arzt, welcher dem Kranken den Puls 
fühlt, beide in halber Figur, der letztere vom Rücken ge- 
sehen. und ersterer demjenigen ähnlich, welcher im Tode 
der heil. Jungfrau erscheint, nur von der Gegenseite. Aeusserst 
selten. H. 2 z. 7 L-. Br. 2 Z.  
26g) (B. 156. C. 155.) Der Schlittschuhläufer, ein holländischer 
Bauer, mit einer platten Haube auf dem Kopfe und einem. 
Stecke auf der Achsel. Sein Lauf geht nach links. H. 2 Z. 
3 L., B1". QZ. 2 L; 
Dieses seltene Blatt ist sehr leicht mit der trockenen Nadel 
behandelt, aber immer schwach im Drucke. Die guten Ab- 
drücke kommen von der bartigen Platte, wo namentlich der 
rechte Fuss sehr schwarz ist. 
262) (B. 186. C.  Das französische Modcbette (le lit ä la 
francaise), in Holland „Ledikant"_(grosses Ehebette) ge- 
nannt. Manbemerkt auf diesem mit Vorhängen umgebenen 
Bette einen Mann und eine Frau in unschicklicher Stellung. 
Das Weib hat vier Hände, da Rembrandt bei einer Abän- 
derung das Frühere nicht ausltratzte. Dieses Blatt ist von 
iiusscrster Seltenheit. H. 4 Z- 8' L'l BP- Ö z- Ö  
Bartsch und Claussin bemerken folgende Abdrucke: 
I. Die Platte ist um 1 Z. g L. breiter. Sie_ha_t oben einen 
Band, der einen Zoll hoch und ganz WGISS 1st. Aeusserst 
selten, (Winltlefsche Auction 100 Thlr. 4 ggq), 
 Damit beginnen Bartsch und Claussin die_Beihe der unsitt- 
liehen Darstellungen, die indessen bei weitem nicht" so an- 
stössig sind  als die Obscünitäten des folgenden Jahrhunderts. 
Naglefs Iiüzistler-Lex. Bd. XII. 33
        

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