Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1777473
Rembrandt 
V31] 
Byn , 
Paul. 
159) (B. 55. C. 57.) Die Flucht nach Aegypten. Die heil. Jung- 
frau sitzt auf dem Esel, den St. Joseph nach links hin am 
 Zaume führt. Er trägt eine Laterne, welche die Scene he- 
leuchtet. Rechts unten: Rembrandt fecit. H. 4 Z. 8 L., 
Br. l; Z. 1 L.) 
Dieses Blatt ist nach Art der Schwarzlaunst behandelt, eS 
gibt aber keinen anderen Kupfer-such, dessen Abdrücke in der 
YVirkung so verschieden sind, wie diese. Es gibt Sammlungen, 
wo man deren bis acht antriiit, allein mehrere derselben sind 
 bloss durch die Art, wie sie gedruckt wurden, von einan- 
der unterschieden. Die Veränderungen sind indessen nur 
in zwei Abdriicken wesentlich.  
I. Die Figur des heil. Joseph ist fast im Umrisse, und nur 
mit einer einfachen Schraffirung schattirt. Diese sehr 
seltenen Abdrücke haben einzig den Namen Rembrandts 
es gibt aber zweierlei "Gattungen.  
Die einen, auf die gewöhnliche Art gedruckt, sind 
ganz hell, die anderen ahmen eine Tuschlavirung nach. 
Die Platte wurde nämlich nicht gewischt, und. der 
Schmutz der Druckfarbe legte sich mit auf das Papier 
über, woher dieser Tuschton kommt.  
lI. Die Platte wvtirde retouchirt; alle Theile der Figuren, 
welche im ersten Drucke ganz hell, oder mit einfachen 
Strichen schattirt sind, erscheinen hier durchSchralllrung 
ganz bedeckt. Die nach dieser Retouche zuerst gezoge- 
nen Abdrücke sind noch schwarz und kräftig, endlich 
aber wurde die Platte abgenutzt, und die Abdrücke die- 
ser Art sind bereits matt und von geringer Wirkung. 
Nur ist zu bemerken, dass sich, wie oben beim ersten 
Drucke, auch hier zweierlei Abdrücke finden. Der eine ist 
 von der, auf die gewöhnliche Art gewvischten und gedruck- 
ten Platte, der andere von der ungewischten Platte, wu- 
durch das Ansehen eines geschabten Blattes erzielt wur- 
de. Durch eine eigene llrlanipulation brachte Rembrandt 
auch in den Lichtern Nuancen hervor. Manchmal sind 
die Lichter ziemlich breit, und dann sind die Laterne 
und Mariens Kopf wieder die einzigen hellen Punkte. 
V. Denon hat dieses Blatt von der Originalseite copifi- 
Eine andere Copie ist vonder Gegenseite. 
160) (B. 52. C. 56.) Die kleine Flucht in Aegypten. In diesem 
Blatte geht die Handlung mitten im Vorgruntle vor sich. St. 
Josegh führt mit der Rechten den Esel am Zaume. D113 
 heil. Jungfrau sitzt mit dem Jesuskintle auf dem Esel, und 
hinter ihr ist der" Werkzeug des heil, Vaters gepackt. Der 
Zug geht nach links, wo sich ein Baumstamm erhebt. In 
der Mitte unten: Rembrandt inventor et fecit 1655. H. 5 Z- 
4 L., B122 z. 4 L. 
Bartsch und Claussin kennen von diesem Sehr gut radir- 
ten Blatte zweierlei Abdrücke. 
I. Sehr zart und leicht radirt, mit unreinem Grunde, Ganz 
selten zu finden. (Bei Aretin 3 ll. 12 kr.) 
II. Von der überarbeiteten und retouchirten Platte, in (EINES 
dunklem Tone, der besonders im ubern Thcile an dlß 
schwarze Manier erinnert.  
Es gibt eine gegenseitige Copie, und eine enden n" 
Sinne des Original, mit dem Namen und dem Clunlilml 
 llanmstamme. Cnnistctl sind F. Novelli und C. Watelet-
        

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