Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1776765
VKII 
Rembrandt 
Byn o 
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Iiunst. Geizig wie er war, liebte er diese alsseineErwei-bsquelle über 
Alles. Es flossen ihm grosse Summen zu, denn Rembrandt war einmal 
Modeinaler, von welchem jeder etwas haben wollte, und um bestän- 
dig eine Auswahl bieten zu können, verkaufte er alle von ihm retou- 4 
chirten Copien seiner zahlreichen Schüler für Originale. Sandrart be- 
hauptet, dass ihm diese Manipulation jährlich an die 2509 fl. eingetra- 
gen habe, und dazu kamen noclrdie bedeutenden Lehrgelder, die er 
forderte. Die Hauptsiminie seines Einkommens bildeten aber seine ei- 
genhiindigen Gemälde und seiflebradirten Blätter, so dass Rembrandt 
bei seiner äusserst sparsamen e ensvveise Schätze aufhiiufen musste. 
Dennoch erzählen einige Schriftsteller, und darunter auch d'Argen- 
ville, dass der Iiiinstler in Amsterdam zahlungsunfähig gcivorden 
sei, was ihn bewogen hätte, in Schweden die Sache vergessen 
machen. Und Rembrandt scheint auch wirklich einen Bankerott 
fingirt zu haben, denn es ist ein Dokument vorhanden, aus wel- 
chem hervorgeht, gasä iln Folge der Insolvenz Bembrandfs Eileit- 
ten den 15. und 1 . ui des Jahres 165611211: öffentlichen Ver- 
kaufe ausgesetztwurden. G. Josi, Beredeneerde Catalogus der "Wer- 
ts"  Virhmdlzr-g, im 
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zu liiuvnen, so konnte auch das Geschichtchen wahr se n  dass 
seine {Trau ihn beredet habe, heimlich Amsterdam zu dierllassen, 
um dann nach Verbreitung eines falschen Gcriichtes von seinem 
Tode die Bilder desto höher an den Mann zu bringen. Rembrandt 
soll aber Amsterdam nie verlassen, nur ausgestreut haben, dass in Hol- 
land die Iiunstfreunde sich beeilen müssten, etwas von seinen Wer- 
ken zu erhalten, indem er Holland verlassen wolle. Manliann 
auch bei einigen Schriftstellern lesen, dass Rembrandt 1655 und 
1650 zu Venedig, und um 1661 in England gelebt habe, denn es 
gibt dlrei llälätter,dmitälfloirgelnlänilern (Nro.  w-Aöqßd auf welchen 
man an amen er ta t 21181.! esen wi   u" iese Adresse 
hin nahm M. de Piles geradeweg anjlass Rembrandt einige Zeitlin Ve- 
nedig gelebt habe; allein es wurde dadurch nur Betrug gespielt, um 
den Blättern grösscren Absatz zu verschaffen. Ob dieses Rembrandt 
selbst beabsicbtiget habe, diirfte dahingestellt seyn. Er wollte wohl 
nur das „van llyn" latinisiren, und schrieb (lesswegen Bhenetus, 
was für Venetiis genommen, oder in dieses Wort verfälscht wurde. 
Die älteren holländischen Schriftsteller wissen nichts von. einer 
Reise in das Ausland, es herrscht im Gegentheile die ziemlich all- 
gemeine Meinung, dass Rembrandt von 4650 an bis an seinen Tod 
Amsterdam nicht mehr verlassen habe. Die Angaben in Hinsicht 
des Sterbjahres sind verschieden, inden meisten Schriften steht 
aber 1674 als solches, da Houbracken dieses bestimmt. Einige stetz- 
ten nach de Piles und Biisan 1668; allein diese beiden Schriftsteller 
hätten lieber schreiben sollen, dass Rembrandt um 1668 gestorben 
sei, statt sich bestimmt zu erklären. Rembrandt war im Jahre 1665 
bereits todt , indem den 9. Sempteniber dieses, Jahres Tims 
Van Ryii, der einzige nacbgelasscne Sohn des Künstlers, dem 
Commissär der Boeclelltammer zu Amsterdam die aus dem Nach- 
llilsße Seines Vaters erlöste Summe, von f. 6952161 (luiülft, Wie wir 
fuvPCli C. Josi's Beredeneerde Catalogus etc. p. 12; und durch Van 
Elnde" NC- I. .394 wissen. lin Jahre 1601 afbßllele de? Künstler 
noch den" es hat sich aus jener Zeit ein (iemiilde von ihm erhal- 
telh. WFlchßßi den Tod der Lucretia vorstellt. In der Gallcrie zu Darm- 
slaui "F zwar ein Gemälde, welches eine Frau vorstellt, die den 
IlPPl Fmes Iinahen reiniget, mit der Jabrzahl 1069 versehen; al- 
lßln die Aechtheit dieser lahrzahl könnte nach den obengenannteii 
DOCLIIIICIIICD 1D Ztvcifgl zu Zighgn M331],
        

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