Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1776528
Pteindel, AlhCPlI, Zeichner und Iiupferstecher, geb. zu Nürnberg 
1784, war schon von früher Jugend an von seinem wen; 2d? 
Handlung bestimmt, und der Iinabe fügte sich auch, obgleich ihn 
ein innerer Trieb stets zum Zeichnen und Malen zog. Beiiidei 
hielt es im llanclelshause auch nicht lange aus, tdenn er hatte nicht 
die geringste Keigung für diesen Beruf, und erklärte daher si-i- 
nem Vater, er würde ungezwungen nur ein Künstler werden. Der 
Vater gab nach, und nachdem der Jüngling iu der Zeichnuiigs- 
schule des Directors Zwinger einige Monate Unterricht genossen 
hatte, iiuliin ihn 1798 Heinrich Giittenberg unter die Zahl seiner 
Schüler auf. Er zeichnete bei diesem Meister noch vier Jahre 
mit uiieriiiüniletem Fleisse, und als Guttenberg 1803 nach Paris zu- 
riiclikchrte, folgte ihm Ileindel einige Monate später nach, wfl 
noch liinger unter die Leitung dieses von ihm sehr geliebten Blei- 
sters sich zu begeben.  
Der tägliche Anb'lick und der Genuss der damals in Paris 
vereinigten Kunstwerke ersten Ranges aus allen Zeitaltern und 
Schulen, der Umgang mit F. Müller aus Stuttgart, die Bekannt- 
schaft mit Dcsnnyers und mehreren: andern geschickten Künstlern, 
 welche er dort keimen lernte. hatten den günstigsten Elinflluss auf 
seine liiiiistbilrlung, und trieben ihn zur rastlosen 'l'hl'itigkeit an. 
Wie die genannten Meister, so widmete sich jetzt auch lieiudel 
auscliliesslich der liupferstecberei, besuchte aber nebenbei auch 
die Akademie, um da im Zeichnen nach der Antike und dem Le- 
ben sicli zu wwrirollkommneh, so wie er auch mit allein Eifer unter 
Salvage die Anatomie stuclirte, und dadurch im Zeichnen nur noch 
mehr Sicherheit erlangte. 
Seine erste im Jahre 1804 nach eigener Zeichnung beendigte 
Platte war das Portrait Iiicssling's, des Abgeordneten der Stadt 
Nürnberg am, kaiserlich-französischen Hofe, und dann stach er ei- 
nige Platten zu Visconti's Iconograjiliie , und zum Musce Franeais 
von Laureiit und Robillard.  
Nach einem mehr als fünfjährigen Aufenthalte in Paris kehrte er 
wieder in seine Vaterstadt zuriick, und empfänglich fiir alles Schöne 
wie er war, zog ihn nun hier auch die ältere deutsche liunst vor allein 
an. Eine seiner ersten Beschäftigungen war, die herrlichen 12 Apostel 
an P. Vissclicrs Grabmal des lil. Sebaldus, nebst einer Ansicht des 
ganzen Monumentes zu zeichnen, um sic bei Gelegenheit durch 
den Stich bekannter zu machen. In derselben Periode machte er 
auch Zeichnungen nach A. Dürevs herrlichen Bildern der vier Apu- 
stel, deren Urbilder jetzt in München, Cepien in Nürnberg sich 
befinden. Von der Malerei der altdeutschon Kunst wendete sich 
jetzt lleindel auch zu den Werken der alten deutschen Bau- 
lulflSt- Er führte eine grosse Zeichnung der St. Loreiizkirclie iii 
Nürnberg aus,-die gegenwärtig iin Besitze des Herrn vnn Quanilt 
zu Dresden sich befindet. Dann stellte er den sogenannten scho- 
nen Brunnen auf dem Marktplatze zu Nürnberg, in einer grosseii 
ciziloriflen Zeichnung her, was ihm mittelst alter Abbildungen und 
"fgßnßr Untersuchung vollkommen gelang. Diese Zeichnung gab 
Neranlassung, dass ihm V0" dem Könige Maximilian die spezielle 
ljelmnlä der gänzlichen Restauration dieses GhPWIIPClIgQH, damals den 
Tltllßtllfl. drohenden alten Iiunstwerlies anvertraut wurde. Drei 
Jilbfß (i821 _ 2.1) war er durch diese Restauration in Anspruch 
säelllllnllßill, unter lieihiilfe des Architekten Heidcloff und eines Stein- 
lfßlelluclysiels- Ohne den NVasserlaasteu sind im Ganzen 215 neue 
511111119 hinzugefügt Wurden, da nur noch wenige alte vollkommen 
WWCQ, itllßlßrß ßltlelir oder weniger reparirt Wurden. Auch die ßlllmßfl 
der ballcrie sind neu, und man kann iiberhaunt annehmen, Juli
        

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