Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772911
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Praxiteles, 
Praxiteles , 
Toreut. 
mor zwischen zwei Königen, dem Archidamus von Sparta, und 
dem König Philipp von Macedonien. Dieses bezeugen Pausanias, 
_Plut_arch und Atheniius. Das Bildniss der Phryne war auch die la- 
chende Hetäre, die er mit einer weinenden Matrone zur Gruppe 
vereinigte, nach Müller der Triumph einer heitern Hetiire über 
eine attische Hausfrau von düsterer Gemüthsbeschaffenheit, Signa 
flentis matrnnae et meretricis gaudentis, wie Plinius sagt. Böttiger 
nennt dieses Werlcdas ausdruclssvollste und frechste dieser Art, 
was "nur zur Zeit jener allgemeinen Sittenauflösung in Griechen- 
dand entstehen konnte. Man sagte, Praxiteles habe mit dieser 
(iruppe der Phryne eine Schäferstunde bezahlt. 
 Irrig schreibt Plinius dem Künstler die Statuen des Harmodius 
YnndAristogiton zu, die Critias verfertiget hatte. Sie standen im 
Ceramaic-us zu Athen, und da-sollen nach Plinius auch Werlse von 
Praxiteles zu sehen gewesen seyn, die er aber nicht weiter be- 
"schreibt." Unweit des Thores, wo- man, vom Piräus kommend, sich 
der Stadt, nähert, war kein" Grabmal mit dem Bildnisse eines Reiters, 
der neben dem Pferde stand, dessen Namen aber Pausanias nicht 
mehr anzugeben wusste. Dass IPraxiteles auch an! Mausoleum der 
Artemjsia _._gearhcitet habe, wissen -wir nur aus Vitruvius, der die- 
sen Künstler statt des Timotheus nennt. Er arbeitete da gemein- 
schaftlich mit Scopas.     
Dann ist einer der colossalen Bossebändiger auf Monte Cavallo 
unter seinem Namen bekannt, aber vielleicht am allerunwahrschein- 
liebsten von ihm. Vgl. liunstblatt 1824, die Abhandlung von M. 
Wagner N0. 95 Hi.   
Auch mit der Gruppe der Niqbe waltet ein Zweifel oh.1 Schon 
die römischen liunstkennaer: wussten nicht mehr, ob sie von Praxi- 
tcles Iodeevon "Scopas sei, indem Plinius sagt: Par haesitatio est 
in templo Apollinis Sosiani Niobae liberos morientes Scopas an 
'Praxiteies fecerit. Plinius sah diesen berühmten Statuenverein im 
Tempel des Apollo Sosianus, er wusste aber auch nicht, wer und 
woher man denselben nach Rom gebracht hatte.  
Uäber diesen Gegenstand hat man auch "in neuerer Zeit sehr ver- 
hschiedene Meinungen geäussert, indem sich, einige mehr für den 
Praxiteles, andere mehr für' den Scopas, und wieder andere sich 
gegen beide erklärten. Jetzt-ist die grössere Zahl der Archäologen 
für'- Scopas, und auch Plmius scheint mehr dieser Meinung gewe- 
sen zu seyn, indem er der Gruppe der Niobe bei Aufzählung der 
Werkes des Scopas Erwähnung ,thnt., Die verschiedenen späteren 
.Meinungen.zählen wir demnach im Artikel des Scopasi auf; 
Praxiteles hatte zwei Söhne, Timarchus und Cephissodotus ge- 
nannt, welche Schüler des Vaters, ebenfalls Bildhauer waren. An 
ihn und Scupas reiht sich dann einegrosse Schaar von anderen 
Künstlern, welche das vierte Jahrhundert hindurch den Glanz der 
attischen Schule erhalten. 
Pralltelßs, Toreut, lebte um 695 a. u. in Rom. Er fertigte sil- 
 berne GeFässe, und durch ihn kamen auch "silberne Spiegel in die 
Mode. Dass Praxiteles ebenfalls im figürlichen Fache erfahren 
war, beweiset Cicero De Divinatione I- 56- .Na('li der Angabe die- 
ses Schriftstellers bildete Praxiteles den Tragöclen Roscius, wie ihn 
als Iiind im Schlafe eine Schlange uinwunden. Thiersch, Epochen 
S. 298", Anmerlu, glaubt, der Künstler habe den Moment aufge- 
ß fasst, wie die Amme mit Entsetzen das Iiind erblickt. "Das Ganze 
war-in Silber getrieben. 
        

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