Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1775832
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Ravenna , 
Marco 
Ravenna, Marco (13, Hupferstecher, ist neben Agostino de Musi 
Veneziano) einer der berühmtesten Schüler Marcantonids, aber den- 
noch nach seinen Lebensverhältnissen ziemlich unbekannt. Vasari 
widmet ihm keinen eigenen Lebensabschnitt, erwähnt seiner nur 
 an" einigen Stellen iiuLeben Marc-Antoms und BandinellPs, und 
da sich spätere Schriftsteller um M. da Ilavenna weniger belsiim- 
merten, als um seinen Meister und das Haupt der römischen Schule, 
so wusste man bis zum Jahre 1790 nicht einmal den Familiennamen 
des Künstlers. Im Jahre 1'291 entdeckte endlich Abate Zani unter 
 den Ilandschriften der Familie Hereolani zu Bologna eine verges- 
sene Schrift, in welcher der Familienname und das Todesjatir des 
Künstlers angezeigt ist. Es ist diess eine, von Canonicizs Vincenzo 
Carrari, geschriebene Trauerrede auf den Maler Luca Lunghi von 
Ravenna, der 1530 starb. Garrari klagt in dieser, 1531 zu Ravenna 
unter dem 'l'itcl: Della utilita della morte, auchgcilruclsten Schrift 
den Vasari an, dass er den iWLn-co Dente aus Ravenna, den aus- 
gezeichneten Stecher des Iiindermordes, und des Urtbeils des Paris 
 nach Rafael, welchen hein anderer Meister übertroffen hätte, über- 
gangen habe. Dieses ist indessen unrichtig; Vasari erwiihnt seiner 
mehrinalen im Leben lVIarc-Antoms, welchem INlareo Dente nicht 
allein nicht gleich kam. und noch weniger übertreffen hat. Carraxri 
sagt dann weiter, dass lYlarco bei der letzten lilintxahme lionfs 
(1527) getiidtet worden sei, und somit wissen wir durch (Iarrari 
wenigstens das '['0desjahr des Künstlers. Dass letzterer einer (ade- 
ligen) Familie Dente von Ravenna angehörte, behauptet auch 
  Girolamo Rossi, (l-listoriarum Rayennatum Lib. IX. Venctia, 1590 
P. 692), und bestiitiget dann weiter, dass der Iiünstler, der m5. 
ben andern unzahligen Dingen den Iitndermnrd und das Urtheil 
des Paris gestochen habe, bei der Einnahme lloufs durch die Spa- 
nier getöcltet wurden sei. Carrarx und llossi waren jüngere Zeit- 
genossen Marco Dente's, welche demnach die zu jener Zeit gehen- 
den Gerüchte niedergeschrieben haben werden. Dass aber Marcn 
der Stecher des Iiindermortles sei, vzird jetzt bezweifelt. Familien- 
namen und ZFodesjahr haben wir indessen aus den VVerken jener 
Schriftsteller hennen gelernt, doch wissen wir immer nncll nicht, 
wann der Künstler geboren wurde, wer ihn unterrichtet hat, und 
wann er nach Rom in lYIarc-Antonäs Schule gekommen ist. Rost, 
 'l.'icnzzi u. a. wollen wissen. dass lWTarco 1496 geboren worden sei, 
Basan, Zani u. a. lassen ihn willlsührlich 1500 geboren werden. 
und wenn Einige seine Lebenszeit über 1527 hinansdehnen, so sind 
sie, nach dem, was wir oben bemerkten, in gleiche Willlaühr ver- 
fallen. Dann hat man auch über die lrlentitiit des oben erwähnten 
Severus von Ravenna und eines Silvester da Ravenna mit unserm 
 Marco gefaselt, obgleich sich letzterer auf dem ßlaltc mit Laokoon 
selbst lVIarcus Ravennas nennt. Severus ist iilter, vielleicht ein 
 Verwandter, wenn nicht der Vater unsers Iiiinstlers. Dieser könnte 
auch niellirt haben, da er Goldschmied war, und wenn es den 
frülieru Schriftstellern nicht an Annalnneti fehlt, so wird man es 
auch uns nicht verargen, wenn wir glauben, dass lYIarco bei die- 
sem Severus da Ravenna die Kunst erlernt haben liünnte, die 
ihn dann zur Iiupferstecherltunst führte. Es beschäftigte sich ja 
auch Ptaimoudi anfangs mit Nielliren, und warum sollte Marc" 
Dente sich hierin nicht versucht haben? Diese Iiunst war damals 
gewöhnlich, viele solcher Nielleu sind aber unbekannt. 
Der erste, welcher unsern Iiiinstler Silvester nennt. ist M?" 
rolles in seinem Cataloge, Paris, 1606, wahrscheinlich Vetlcltßt 
durch das Monograuim des Künstlers, welches aus R5. lverschlun"
        

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