Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772899
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Praxiteles. 
hiernach, so wie nach den Münzen von Cnidus zu Ehren der 
Plautilla. erkennt man diese Venus in der Statue der vaticanischen 
Gärten (Perrier No. 35. Episcopius N0.  in der neudrapirteim 
im Mus. Pio-ClcmenpI. 11., und in der Statue in der Glyptothek 
zu München aus dem Pallaste liraschi; darnach in Büsten, Bouil- 
lon I, 6m, und in Gemmen . Lippert Dactyl I. i. 81- H. Meyer, 
zu Winclselmann VI. 2. S. 145. Geschichte der Kunst I. H5, be- 
hauptete die Identität der Cnidischen und Mediceischen Venus ge- 
pen Hcyne. Ant. Aufsätze I. 125.. so auch Visconti M. Pio-Clem. 
. p. 18. Lcvezrmw. Ob die Mediceischc Venus Abbild der Cnidischen 
sei. Berlin 1808. Auch Thiersch, Epochen S. 283, sagt, dass die Ve- 
nus des Cleomenes (das Wunder der griechischen Sculptizr in Flo- 
renz) nach der des Praxiteles gemacht sei. woraus O. Müller, Arch. 
S. 120. 4. zu folgern scheint, dass Thiersch mit den genannten 
Schriftstellern gleicher Meinung sei; allein Thiersch geht zunachst 
nur auf die Zeit ein. in welcher iileomenes. der Schöpfer der me- 
diceischen Venus, gelebt hat, nämlich nach Praxiteles. Die For- 
men" der Venus des Praxiteles waren nach Müller l. c. S. 120.  
ärossartiger, das Gesicht, bei einem schinachtend lächelnden Aus- 
rucke, doch von erhabenereru Ckarakter und runderer Form. als 
bei der inedieeischen Venus. Das Haar war durch ein einfaches Band 
zusammengehalten. Die Nacktheit war bei ihr inotivirt durch das 
Ablegen des Gewandes im Bade mit der Linken, die Rechte deckte 
den Schooss. Das Urbild kam später nach Byzanz. Plinius spricht 
auch von einer "ehernen Venus'des Praxiteles, und Pausanias er- 
wähnt eines ltIarmorbildes in 'I'hespiä. Eine Aphrodite dieses Künst- 
lers sah man ferner im Adunion zu Alexandria am Latmos, wie 
"Stephanus von Byzanz benachrichtet. 
Auch im Iireisedes Apollo gefiel es Praxiteles. Manches um- 
zubildcn, wie er den jugendlichen Apollo in einem seiner schön- 
sten und geistreichsten Werke in Stellung und Figur den edlern 
Satyr-gestalten näher brachte, als es ein früherer [iünstler gethan 
haben würde. Vorzüglich berühmt ist sein Apollo Sauruktunos 
(Eidechsentödter), von welchem sichdiäufige Nachbildungen in 
Bronze und Marmor finden, von naiver Anmuth und Lieblichkeit, 
dem Satyr auch in der Stellung der Füsse sehr ähnlich. Früher 
glaubte man nichtallgemein, dass dieser Eidechsentüdter den Apollo 
vorstelle. Seitz, Mag. encyclop. 1807. V. 259. verneinte. Jetzt 
sieht man darin eine Axuleutung der Eidechsen-Weissagung, aber 
spielend behandelt. Welker All-ad. Kunstmuseum zu Bonn S. 71 ff. 
A. Fenerbach Vatican. Apollo S. 226. Abbildungen dieses berühm- 
ten Werkes siehe Mus. Pio-Clement. I. 13.; Villa Borghese St. 2 
No. 5., Winckelmann M. J. I. Nu. 40, Mus. ro al I. pl. 16. Auch 
auf Gemmen konunt diese Statue vor. Millinäierres grav. pl. 5. 
und sonst. Ein Apollo dieses Meisters fand sich auch unter den 
Monumenten desdAsinius Pollio, von welchem Plinius spricht, doch 
ohne nähere Angabe. Zu Megara sah man den Gott zugleich mit 
Latona und Diana in seinem Tempel, wie Pausanias erwähnt. 
Berühmt war auch seine Statue der Dian a, sowohl die Diana 
Brauronia, die auf der Burg in Athen stand, als die colossale zu ' 
Anticyra, mit der Fackel in der Rechten, den Köcher über der 
Schulter und den Hund zur linken Seite. Praxiteles hildete die 
Göttin nach demßtleichnisse der Odyssee Vl. 102, wo Nausiliaa 
mit derselben verglichen wird, schlanker und höher, als die schlan- 
keste Frau- Böttigen-Andeutungen 165, "erkennt in dieser SWING 
die Diana succincta, wie man sie auf den Münzen von Mytilezie, 
und in der Hauptstatue des Museo Pio-Clement. I. 51 findet.
        

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