Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772878
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P-raxiteles. 
 mit der Nebria umgurtet, die Lyra  auf den Thyrsusßtiitzend, 
weich und schwärmerischi blickend. Neben dieser damals erstiauf- 
gekommenen, jugendlichen Bildung stellte Praxitelcs den Gott auch 
  in ähnlicherWeise, in rcifem Mannesaltcr, dar, wie in der, Erz- 
gruppe mit Methe und einem Satyr, der aber mit jenem der: "llrir 
podenstrasse kaum derselbe ist, obgleich ihn Plinius ebenfalls 
neptßöry-roenennt. Im Tempel der Ceres zu Athen war Bacchus 
mit Ceres und Proserpina gepaart. Pausanias erwähnt auch: des 
kleinen Dioneysus, den Hermes. trägt, ein Marmorbild, welches nach 
O. Müller in einem Relief eopirt ist, Zoöga Bassir. I. 5., und 
auf dem Gefässe des Salpion. So wie den Dionysos, so behandelte 
 Praxlteles auch die Satyrn seines Gefolges mit zarter Anmuth. Be- 
sonders gepriesen (neptßöljTßfl war die Statue des Saty r, welcher 
in der Dreitussstrasse zu Athen aufgestellt war, womit aber Plinius 
die Figur der oben erwähnten Gruppe zu verwechselnisclieixit. 
Diesen letzteren Satyr, mit dem Beinamen periboetos, erkennt 
man in zahlreichen Nachbildungen eines an den Baumstamm ge- 
dehnten, vom Flötenspiel ruhenden und in lieblicher Schalhheit vor 
sich hinschauenden Satyrs. Dieseantik-en Nachbildungen müssen 
ein im Alterthumeberühmtes Originalvverk gehabt haben, welches 
auch aus diesem Grunde der Satyr PEFIIJOBIOS des Praxiteles seyu 
könnte, weil der Styl der Arbeit mit dem des Apollo SQUPOIHCOIHIS 
 [sehr wohl übereinstimmt, abgesehen, dass dieser Apollo von weit 
edleren und schlankeren Forxuen als der Satyr ist, und seinem 
Charakter gemiilss seyn muss. Eine solche meisterhafte Copie, die 
in Kaiser gntonmkjVilla Lanuvina gefunden wurde, aber _-u1it_. ver- 
stümmeltendrmen, die jetzt restaurirt sind, sieht man im Museo 
 Pio-Clementino, abgebildet. Mus. Pio-Clem. II. 50. _Ein ausge- 
zeichnetes Exemplar ist jenes des Capitolinischen Museums, Mus. 
_Cap. III. 52, und ein anderes von vorzüglicher ..Schönheit, aus 
dem Pallaste Ruspoli zu Rom, bewahrt jetzt die llönigl. Glypto- 
thel: zu München, Nq. 106 des Cataloges. Andere Abbildungen 
dieses Satyrs s. Musöe francais II. 12.; Buuill. I. 55. Ausser dem 
Satyr .-nept[36i;ro; gab es einen zweiten Satyr in Marmor zu Megara 
im Tempel des Bacchus, und ein dritter stand zu Athen im Tem- 
pel desselben Gottes, welchen Praxiteles selbst nebst seinem Amor 
zu Tljespiii hoch hielt, wie Pausanias erzählt. Ein Satyr oder ein 
Faun mit denfrsctilauche ist wahrscheinlich auch der Oenophorus 
des Plinins gewesen. Das Nachbild eines solchen, den gefüllten 
qWcinschlauch tragenden Panist noch in der Villa Albani in Mar- 
mor vorhanden; nach Hirt (Archäologie S. 217) des praxitelischen 
Styles nijchtiuuwürdig. Das Gleichgewicht des Fortschreitenrlen 
und schwerBelasteten ist in dieser Figur wundervoll dargestellt. 
Dann gehört in den oben bezeichneten Mythenlu-eisauch die von 
Praxiteles gebildete Gruppe von Mänaden, Thyaden , lsaryatischen 
Tänzerinnen und Silenen im rauschenden Zuge. Auch lachende 
Nymphen undeine Danae in Marmor hatte man von der Hand 
dieses Künstlers, wovon sich aber bis jetzt nichts vorgefunden hat. 
In seinem Eros stellte Praxiteles die vollendete Schönheit und 
Liebenswürdigkeit des Iinabenalters dar, und bildete (las Ideal des- 
selben. Zu den berühmtesten Erqsstatuen gehörten 'en'e, welche 
zu Thespiä "hnd in Parion "an der Propontis waren. 113er Amor zu 
Thespiä waryorrpentelischem Marmor, ein Knabe in der Jugend- 
blüthe mit vergoldeten Flügeln, von der Phryne (oder Gly- 
cera) geweiht. Diesen Eros raubte Caligula, wurdeaber unter 
Claudius-wieder zurück ebracht, bis ihn Nero wieder holte. Zu 
Plinius Zeit stand er in äctaviae seholis, später ging ervaber durch 
Brand zu Grunde. Man reiste, um dieses Bild zu sehen, früher
        

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