Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1775390
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Bamberg , 
Johann 
Heinrich. 
König das Diylom eines Hofmalers einhändigte. Als solcher malte 
er 1790 ein 24 Fuss breites Bild, welches ein bei der Wiedei-ge- 
nesung des Königs gefeiertcs Fest vorstellt. Bamberg malte in 
Deutschland auch noch inehrereandere Bilder, am grössten ist 
aber die Zahl seiner Zeichnungen des verschiedensten Inhalts. 
Er iibte mehr als zwanzig Jahre fast souveraiiie Ilerrschaft über 
die Schaar v_on_ Taschcnbiichern, und begleitete von Schiller bis 
zu Clmiren einen guten Theil unserer Dichter und Novellisten mit 
seinen Darstellungen, musste aber oft hinter dem Fluge reiner und 
edler Geister zurückbleiben, während er der Frivolitiit gewisser 
Schriftsteller vollkommen Genüge leistete. Auch in der Carrikatur 
hatte sich Bamberg Ruf erworben, ja es war sein Ruhm im Allge- 
meinen gross, und er iviirde ihm in der letzteren Zeit seines Le- 
bens sicher viel weniger geschmälert worden seyn, wenn er, von 
der jüngeren Generation iiberlliigclt, seiner Thiitiglieit ein freiwil- 
liges Ende gesetzt hätte. Der Originalität und dein grossen Beich- 
thume seiner Gedanken musste man aber immer das Wort reden, 
man erkennt in seinen Darstellungen den scharfen Beobachter des 
Lebens, den witzigen und launigen Kopf, und es ist nur Schade, 
dass ein solches Talent so häufig in Oberflächlichkeit, ja selbst in 
Nachlässigkeit verfiel. Allein sein elegantes Publikum nahm dieses 
nicht so genau, Seine rundlichten, hoketten und schalkhaft bli- 
ckendcn Mäulchen hatten viele Verehrer, seine pathetischen, schau- 
spic-lerhaften Helden schienen die ganze sentimentale Welt erobern 
zu wollen, und selbst Katzen und Hunde mussten als couimenti- 
rende Episoden dienen. Eines flüchtigen Reizes entbehren seine 
Blätter auch wirklich nie, wohl aber der einfachen edlen Natur. 
Uebrigens haben_sehon viele ubei Bamberg den Stab gebrochen, 
ohne ihn je erreichen zu kennen. Er bleibt immerhin für seine 
blühende Zeit einer der ausgezeichnetsten Künstler. Im Jahre 1340 
starb er. 
Die Blätter alle aufzuzählen, welche theils von andern nach 
seinen Zeichnungen, theils von ihm selbst gestochen wurden, würde 
zu weit führen. Von den nach seinen Zeichnungen gestochenen 
Blättern stehen wohl jene zur Güschenkchen Prachtausgabe der 
Werke von Wieland oben an, 56 an der Zahl, von Bause, Bep. 
ger, Schinutzer u. A. ilVeigel wcrthet diese Sammlung noch auf 
25 Th. Auch die von Böhm u. A. zu IiilancYs Werken (Lpz. 3.) 
gestochenen. Blätter sind schiitzbar, so wie die Sceneii aus Schil- 
ler's Räubern, aus Maria Stuart, Fiesco, Don Carlos, etc., aus 
Göthe's Faust u. s. w., aus Lafontainek Schriften etc. Eine reiche 
Ausbeute Rambergßcher Compositionen" bieten auch die Jahrgänge 
des Beckefschen Taschenbuches zum geselligen Vergnügen, und 
andere Werke dieser Art. In Löhrs Mährchenbuch sind 17 schön 
eomponirte romantische Scenen, von H. Schmidt, Stöllßl, Freu- 
zel, Esslinger u. A. gestochen.   
Dann gibt es auch mehrere grosse Bllitter nach seinen Zeich- 
nungen oder Gemälden, von den besten Iiunstlei-n damaliger Zeit, 
von Bartolozzi, Ward, VV. Nutter, Tonikins, P. Gaugin und Ju- 
kes, Ogborn, Scott, P. A. Martiiii (Londoner Iinnstausstellung), 
Byden-(Nlalvoglio, Olivia, Akt. III. S. 4., aus Shakespearäs Drei- 
Iiünigabend), und Sharp etc. 
R. Weigel besitzt den Kunstnachlass Ramberg's, 471 Zeich- 
nungen? meisterhaft ausgeführte anatomische Studien, Bildnisse 
ausgezeichneter Männer, Landschaften, Scenen des gemeinen Le- 
bens etc., auf die mannigfachstc WVeise ausgeführt, zum Theil sehr_ 
grossc Blätter. Iiunstkatalog Nr. 5776.
        

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