Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1774742
sehr verrückt. Von Catologen sind besonders jener von Zanetti 
(Cabinet Cicognarn. Venise 1857). H. WeigeVs iiunstkaialug um! 
tlieilweise auch anderezu beriiclasichtigen- Die in unserm Ver- 
zeichnisse eingeklammerten Numern hezicheirsicti auf Bartsch, 
welcher die Werke Baimondfs, so wie die seiner vorzüglichsten 
Schüler Agostinci Veneziano und llIai-co de Havennai unter einander 
aufzählt. Von den Zusätzen, welche wir geben zu müssen glaub- 
ten, unterscheiden Sachverständige leicht diejenigen, welche nicht 
auf Rechnung des A. von Bartsch kommen. Letzterer unterschei- 
det vier Classen von Bliittern. da dieselben sehr ungleich sind. In 
den Werken seiner ersten Manier herrscht wenig Geschmack in 
der Zeichnung und sogar Unrichtigkeit in derselbeinßchatten und 
Lichter sind zerstreut und hart, die Behandlungist steifundmagcr, 
und die Schratfirungen sind enge, kleinlich und ohne Vcrstiindniss 
gehalten. In den Blättern der zveeitcn Manier sind die Extremitäten 
besser gefühlt, die Zeichnung ist reiner und sorgfältiger, die Schrei- 
Bre sind zwar noch etwas strenge und ängstlich, aber duch schon bes- 
ser geführt, und der Stiche] ist freier und zarter, alsjener in seinen 
frühesten VVerken. In den Werken der zweiten Art zeigt sich also 
schon ein merklicher Fortschritt im Stechen, noch unter Leitung 
des Francia. Den Uebergang zu den Werken der dritten Manier 
bilden die Copien nach Dürer, die er in Venedig und in der er. 
steren Zeit in Ruin gefertiget hatte. Die Blätter seiner dritten Pe- 
riodc athmen die Grazie, den Geist und die Reinheit der, liafaeli- 
sehen Schule, eine Currehtheit der Form. wie wir sie nur in den 
Bildern jenes grossen Meisters bewunclern,_ Geschmack, Zierlich- 
keit und Zartheit in der Behandlung desGrahstichels, die wir 
in den späteren, aus seiner bewegten Zeit stammenden Blättern 
nicht mehr in dem Grade finden. Auch die Werke seiner vierten 
Periode sind in der Zeichnung wohl verstanden, der Stich ist aber 
kräftiger, die SchraFFire sind breit, aber immer eiiifach,-und die 
Arbeit zeigt im Allgemeinen von grosser Uebung, welche aber 
jener Zierlichkeit enlhehrt, die in den Blättern seiner dritten Ma- 
nier so grosscs Wohlgefallen erregt. Es bleibt indessen immer- 
hin hiichst schwierig, seine Arbeiten chronologisch zu bestim- 
men, und auszuscheiden, was tinvnn den Schülern und Nachah- 
mern angehöret. Die Stiche eines NIarc-Aniüll, 55091110 Verle- 
zianu, NIarco Denke di Ravenna, Jacopo (Lr-iraglio, Giulio Bona- 
sone, Beatricetto, Encn Vicu, der Ghisi u. s. w. tra en alle so ziem- 
lich das gleiche Gepräge, Nlarc-Anton steht abergoben an. Allein 
schon lange sind die alten Abdrücke selten, und sie verschwinden 
immer mehr aus dein Handel, Die ersten Abdrücke sind auf festes, 
aber sehr dünnes, durchsichtiges Papier gemacht, welches die Stelle 
des späteren Seideii- und chinesischen Papicres vertrat. Die bessten 
unter den alten Abdriicken sind ohne Adresse, dann kamen die 
Platten in den Besitz der Hunstliiiniller T. Barlachi und A. Sala- 
mßnca, welche ihre Namen heisetzten. Aus ihren Händen gingen 
die meisten Platten in den Besitz des Ant. iLefreri, Nic. van Aelst 
und der Russiiiber, und sie wurden niehrmnlen retouchirt, ganz 
"uberarbeitetywind fast unkenntlich gemacht. Ganz schwach und 
abgenutzt bilden sie noch immer einen Handßlßilrtilißl der päpstli- 
Cllell Druckerei. Bartsch beschreibt 383 Blätter als Werke Marc- 
Amollis, darunter sind aber einige, die ihm nur zugeschrieben 
werde", ßhne-strengedie Probe auszuhalten. Alle (liesc Blsitter 
Smd aber unßärs Wissens in keinem einzigen Cahinette beisammen 
zu finde": Obgleich in einzelnen wahre Iiunstpcrlcn dieser Art ge- 
troffen ldärdcn. In seltenster Vorziiglichkeit sind die Blätter des 
k- iranzosischen Cabinets, welches dadurch eine Reihe der schön- 
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