Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Poyet, Bernard - Renesse, Daniel
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772497
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1774330
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Franz 
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und' einen Madonnenkopf in gebrannter Erde, später in Silber 
gegossen, imßesitze des Cardinals Barberini; ein Schreibzeug mit 
zwei allerliebsten Kindern, im Besitze des Connetable Colonna, 
einen Amor in Erz im Bade des Pallastes zu Monaco; ein lachende: 
liindim Pallaste zu Florenz; Christus an der Säule, für einen 
Mr. Hesselin, Maitre de la chambre aux deniers ausgeführt. Dann 
findet man auch in verschiedenen Sammlungen der Iiunstliebhaber 
Bildwerke, welche für Fiamingho gelten, besonders Iiinderfiguren 
in'Marmor'. Elfenbein und Bronze, stehend, auf Decken gestreckt 
u. s. w., Büsten fertigte Quesnoy nicht viele. Als eine der schön- 
sten nennt man jene des Cardinals Prinzen Moriz von Savoyen 
5655 gefertiget. Endlich soll Fiamingho auch zwei berühmte an- 
tike Statuen restaurirt haben, einen Faun, dem Arme und Beine 
fehlten, und eine Minervavon Alabaster, an welcher er den ge- 
harnisehtcn Kopf, und die Hände und Fiisse in Erz ergänzte. 
Schliesslich bemerken wir noch, dass unter dem Namen Fia- 
mingho in Rom zwei Künstler gelebt haben sollen, wenn nämlich 
Sandrart 1. 547, sich nicht irrt, was wir fast glauben. Er nennt 
einen Cope Fiamingho, der vortreffliche kleine historische Bild- 
werke verfertigt hat, und auch eine Statue des hl. Matthäus in 
St. Trinitavdi Ponte Sisto. Dieser Cope soll aus Liebe zur Ein- 
samkeit Niemanden in seinem Hause zugelassen, und als er an- 
fing gebrechlich zu werden, die Speisen in einem Herbe hinaufge- 
zogen haben.  Auch Quesnoy wollte bei seiner Arbeit nicht gerne 
Leute um sich haben, aber so leutscheu war er nicht, wie San- 
drart seinen Cope Fiamingho macht, den man 1610 als achtzigjiih- 
rigen Greis todt im Zimmer gefunden haben soll. Uns scheint San- 
drart hier unsern Fiamingho mit einem andern älteren Künstler 
zu verwechseln, namentlich auch desswegen, weil er später des 
F. du Quesnoy nicht mehr erwähnt. Letzterer war ein Mann von 
grosser körperlicher Schönheit, dabei von sanftem, liebenswürdi- 
gem Charakter, dessen freundliches und höfliches Wesen selbst 
Neid und Verdruss nicht trüben konnten. Von der Reinheit sei- 
nes Wandels spricht die zärtliche Freundschaft, welche er mit dem 
ernst-frommen Poussin und mit dem keuschen Albani bis zu sei- 
nem Ende gepflegt hatte. Im Jahre 1642 wurde Fiarningho auf 
Empfehlung des Nicolaus Poussin vom Könige von Frankreich mit 
einem grossen Gehalte zum Hofbildhauer ernannt, was ihm um so 
gelegener kam, da er in mässigen Verhältnissen lebte. Allein Fia- 
mingho sollte das Glück, das ihm zu lächeln schien, nicht ge- 
niessen. Er erkrankte auf seiner Reise in Livorno 16114, nicht ohne 
Verdacht einer Vergiftung, deren Schuld man dem eigenen Bruder 
beimass, wass indessen nicht begründet ist, gesetzt auch dass Hie- 
ronymus du Quesnoy ein leichtfertige; Leben geführet hatte. Ti- 
cozzi (Diziunario degli artisti. Milano 1855, erzählt die Sache an- 
ders, was zur Ehre der Menschheit wahr seyn möge. Nach Ti- 
cozzi hatte sich der Künstler vor seiner Abreise bei der Reparatur, 
die er mit einem Beiwerke der Statue der heil. Susanna vorneh- 
men musste, verletzt, und er fühlte seit dieser Zeit grosses Unbe- 
hagen. Seine Aerzte missriethen ihm die Reise, der Künstler glaubte 
aber, dass in der heimathlichen Luft das Uebel sich legen werde; 
allein in Livorno nahm im Gegentheile die Krankheit so überhand, 
dass er den 12. July 1645 starb. So erzählt Ticozzi, gibt aber 
nicht all. nach welcher Quelle. Banden hat das Bildniss dieses 
Künstlers gestochen.   
Auch einige Werke dieses Künstlers wurden gestochen. 
Die Statue des hl. Andreas, von einem Ungenanuten, in
        

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