Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1767352
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Pencz, 
Georg. 
des inscriptions et helles-lettres niedergelegt. Im Jahre 1818 licss 
ihm der Minister des Inneren fiir seine Bemühungen um die Aus- 
grabung und Restauration antiker Denkmäler die Sammlung von 
Medaillen auf berühmte llrliiuner zustellen, und 1824 wurde ihm 
vom Institute die goldene Medaille zuerkannt, wegen seiner Me- 
moiren über die Nationaldenltmäler Frankreichs.  
In den Memoires de PAcademie des inscriptions et belles-lettres 
wird sein Name oft mit Ehren erwähnt. Doch ist diess nicht das 
einzige Verdienst, welches sich Penchaild erworben hat; er leitete 
von 1805 an, und noch 1850, die zahlreichen Bauten der Stadt 
IlYIarseille, und fertigte auch noch viele andere Plane zu Bauun- 
ternehmungen. Gahet verzeichnet eine grosse Anzahl von Bau- 
werken, die theils nach seinen Planen, theils unter seinerLeituug ent- 
standen, aber auch das Verzeichniss bei Gabel: ist noch nicht voll- 
ständig. Er baute die grüsscre Kirche von St. Remy, die Capelle 
des Hafens Dieudonne, die protestantische Iiirche zu Marseille; 
den Triumphbogen, der zu Ehren des Dauphin in Marseille er- 
richtet wurde; die Springbrunnen auf Place royale und Place Mun- 
thion; die grosse Gendarmeriecaserne; das grosse Hospice auf der 
Bhede, und den grussen Pavillon heim Eingange in das College 
royal daselbst, wo auch das Monümcnt des Bischofs Mr. de Ba- 
zunce nach seinem Entwurfe errichtet ist. Dann fertigte er auch 
die Plane zur Anlage und den Baulichkcitexl des botanischen Gar- 
tens in Marseille. Michand leitete nach seinen Entwürfen die Re- 
stauration des Präfecturgebiiudes von Bauches du Ilhöne; dann 
fertigte er die Plane zum Justizpallaste in Draguignan, zum De- 
partements- Gerichtsgebäude in Aix, und zum Palais de 1a cour 
royale et des tribunaux daselbst, u. s. w. 
PCDCZ, Georg, auch Pens, Peins, Penez und Penz geschrie- 
hen, ganz irrig aber Gregor genannt, nach der Aufschrift eines 
Bildnisses des Künstlers, welches ein Unbekannter gestochen hat, 
der denselben fälschlich Gregor Peins nannte. Er nennt sich auf 
einem Blatte N0. 87 selbst Georg Penez, so dass also diess der 
richtige Name des Meisters ist. Pencz wurde in Nürnberg geho- 
ren, nach der gewöhnlicheren Angabe um 1500, nach Anderen 
1510, zu einer Zeit, in welcher Dürer den Ruf seiner Schule im- 
mer weiter verbreitete. Pencz genoss ebenfalls den Unterricht je- 
nes Meisters, unter welchem er sich schon frühe an Genauigkeit 
und strenge Ordnung gewohnte, und in seinen ersten Werken ist 
auch durchgehende die strenge deutsche Auffassungsweise vorherr- 
schend, bis er endlich nach Italien sich begab. Er besuchte in 
Bom Bafaehs Schule, und entäusserte sich da mit solchem Gliicke 
der angeerhten Iiunstweise, dass man Ihn vielleicht den einzigen 
 deutschen Künstler nennen kann, der mit Erfolg die deutsche 
Wahrheit mit italienischer Grazie zu verschmelzen gewusst hat. 
Doch gewahrt man auch noch in seiner späteren Zeit liebevollen 
Fleiss in der Ausführung, und dabei das verstündigste Streben 
nach Schönheit und Charakter der Form. Hierin, so vaie in Cor- 
rektheit der Zeichnung, übertrifft Pencz den Meister Dürer. Wie 
lange sich G. Pencz in Italien aufgehalten, ist nicht bekannt, 
und nach seiner Rückkehr weiss man fast nur, dass der Iiiixistler 
gemalt und in I-iupl'ex' gestochen habe. Doppelmayr lässt ihn 1550 
zu Breslau sterben. 
Eines der früheren VVerke des Iiiinstlers, in welchem er noch 
 sehr belangen erscheint, ist die Kreuzigung Christi, ein Altarbild
        

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