Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772337
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Poussin , 
Nicolas. 
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cyrlides, Hier sind alle Motive seines grossen Vorbildes erschöpft, 
alter man wird durch die linnst mit dem Grauenhaften und Furcht- 
haren des Gegenstandes versöhnt. Wenige Bilder des Poussin sind 
so meisterlich in allen Theilcn durchstudirt, in den schwierigsten 
lferliiirzungen so verstanden. Demungeachtet sind die Köpfe un- 
gleich mannigfaltiger als gewöhnlich, und von mehr Naturwahrheit. 
In dem schweren, bräunlichen Ton der Lichter und den braunen 
Schatten verräth sich der Einfluss der Carracci, in dem tiefblauen 
Ton der Landschaft und des Himmels der des Dominichino, wel- 
ches für die triihere Zeit Poussin's in Rom spricht. Einige Theile, 
zumal der Hintergrund, haben nachgedunkelt. 
Zu Iieddleston hall , dem Landsitze des Grafen von Scarsdale, 
ist ein Bild de früheren Zeit: Rinaldo, welcher der Armida sei- 
nen Schild als Spiegel vorhiilt. 
Zu Burleighouse, dein Sitze des Lord Exeter, sieht man das 
schlafende Christuskind, dem Engel mit den Passionswerkzeugcn 
erscheinen.  Die Himmelfahrt der Maria. 
In der Gnllerie zu Holkham ist ein Sturm, von erhabener Poe- 
sie der Comrosition, aber nachgedunkelt, und ein Gewittersturm, 
ebenfalls vol Poesie und etwas klarer als der erstere.. Auch eine 
trefflichc Bisterzeichnung ist da, zu dem bekannten Bilde der Pest 
in Athen. 
Zu Lutonhouse sind zwei grossc Landschaften in dem edel- 
sten Geschmacke, die eine durch eine herrliche Beleuchtung dop- 
nelt anziehend.  
Der Marquis von Landsdowne zu London erkaufte 185g aus 
dem Kunstsaal in Baden-Baden ein herrliches Bild, das Denkmal 
Anakrcons. 
Auch in der in! Gallerie zu St. Petersburg (Eremitage) sind 
viele Bilder von Poussin. Eines der vorziiglichsten ist die heil. 
Familie, welche aus Houghton-Hall stammt, und durch Poillfs 
Stich bekannt ist. Eine sehr reiche. bewegte Composition, eben- 
falls von Poilly gestochen, zeigt Moses, wie er aus dem Felsen 
Wasser schlägt, für den Cav.Pozzo gemalt. In der Eremitage sieht 
man auch die Enthaltsamkeit des Scipio, ehedem in Iloughton- 
Hall. Dieses Bild, so wie Esther vor Ahasverus, ist ebenfalls ge- 
stochen. Vor. zwei grossen Gemälden zeigt das eine die Schlacht 
des Josua, und das andere die Niederlage der Amalckiter. Die 
Anbetung des goldenen Halbes und die lireuzabnehmung, welche 
Puilly und Stella gestochen haben, sollen zweifelhaft seyn. Zwei 
ächte und schöne Bilder stellen den verwundeten Tancred mit Er- 
minia und den schlafenden Itinaldo bei Arrnida darf Drei Bilder 
sind der Fabel der Galathea entnommen, auf einem anderen Ge- 
miilde sieht man Neptun mibdem Dreizack, und sehr lieblich ist 
ein Bild mit vier nackten Liebesgöttern. Im Ganzen sind 19 Ge- 
miilde von Poussin in der Eremitage, und darunter auch eine treff- 
liche Skizzeaum Testamente des Eudamidas. 
In der gräflich Moltkäschen Sammlung zu Copenhagen ist das 
berühmte Bild, welches unter dem Namen: Testament des Enda- 
midas bekannt ist, eine schlichte aber grossartig bedeutsame Com- 
position. Man glaubte früher, es sei durch Schiffbruch zu Grunde 
gegangen.      
In der Gallerie zu Florenz ist das beruhmte Gemalde des Km- 
dermordcs, ein Bild von ergreifender Wirkung. Hier malt sich 
Schrecken, Wildheit, Hohn , Verzweiflung, Schmerz und das T0- 
dcsliichcln der im Blute liegenden liinder.
        

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