Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1772323
Poussin , 
Nicolas. 
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der, welche Poussin in seiner späteren Zeit angewendet hat, öfter 
die Harmonie gestört. In den Compositionen, der Durchbildung 
der Zeichnung und Gewänder, der fleissigen Ausführung, den 
landschaftlichen Hintergründen gehören sie indcss zu seinen vor- 
treillichsten Werken. In der Cornposition zeichnen sich vor allen 
die Firmung, die Ehe und.die Taufe aus. Durchherrlichc Land- 
ßchaften ziehen besonders die Taufe und die Priesterweihe an. Das 
Abendmahl und die letzte Ochlung beweisen, dass Poussin's Tech- 
nik sich nicht zur Behandlung von Nachtstücken eignete, die 
Schatten sind schwarz, die Wirkung des lierzenlichtes übertrieben 
roth und hart. Ein anderes Bild dieser (Sellerie, für Chantelou 
gemalt, stellt Moses vor, wie er Wasser aus dem Felsen schlägt, 
eine reiche, meisterhafte Compositiun, voll der lebendigstenund 
glücklichsten Motive. Die poetische Landschaft mit warmem Abend- 
roth erhöht noch den Ileiz des Bildes. 
Iin Besitze des Herzogs von Itutlaud in Belvoircastle ist 
dieselbe Reihenfolge der Sakramente, wie in der Bridgewater-Gal- 
lerie und ebenfalls Original. 
Der Dichter Bogers besitzt eine beträchtlich grosse Landschaft 
von sehr poetischer Composition und sehr fleissiger Ausführung. 
Sie athinet in dem bräunlichen Silherton das Gefühl morgendlicher 
Frische. Eine besonders erquickliche Kühle wohnt in dem dunk- 
len Wasser und unter den Bäumen des Vorgrundes. 
In der Grosvenorgallerie ist ein Bild der Maria mit dem 
Iiinde, und zwei Engeln, durch ungewöhnliche Helligkeit und 
Klarheit der Farbe ausgezeichnet. Ein zweites Gemälde gibt eine 
grosse Landschaft, welche in dem edlen, melancholischen Natur- 
gcfühl, in der Tiefe und Wärme des Tons zu dem Vortrefflichsten 
gehört, was Waagen je von Pniissin gesehen. Merkwürdig ist auch 
die Staffage der Callisto, welche, in eine Bärin verwandelt, von 
Jupiter unter die Sternbilder versetzt wird. 
In Dulwichcnl l ege ist eine Himmelfahrt der Maria mit einer 
herrlichen poetischen Landschaft, ein kleines, im Gefühl edles und 
reines, in der Farbe kräftiges und klares Gemälde.  Ein liebliß- 
ches Bild mit einigen Kindern.  Der Triumph von David, ein 
reiches, in den Köpfen leeres theatralisches Bild.  Jupiter von 
der Ziege Amalthea gesäugt, eine reizende, im hellen Tun durch- 
geführte Composition.  Eine treffliche, aber etwas nachgedunkelte 
Landschaft. 
In der Sammlung zu Pansanger, dem Grafen Cowper gehörig, 
ist das Bildniss des berühmten Bildhauers Fianiingho, von feinem 
Naturgefühl in der Auffassung und ungewöhnlich klarer Färbung. 
Sir Thomas Baring besitzt eine grosse Landschaft mit Was- 
serfall, im edelsten, hochpoetischen Geschmack. 
Zu Longfordcastle, dem Sitze des Grafen Radnor, sieht 
man den Auszug der Israeliten aus Aegyptcn, eine eben so reiche, 
als gelungene Composition von seltener Kraft und Klarheit des 
Tons und sehr fleissiger Ausführung. Das Gegenstuck bildet der 
Tanz um das goldene Halb, ebenfalls voll glücklicher Motive, 
und beide Hauptwerke von Poussiifs bester Zelt. 
In C orshamhouse ist eine sehr flüchtige, aber ungemein geist- 
reiche Skizze zu dem berühmten Bilde: das Testament des Euda. 
midas. 
In der Sammlung zu Leight-Court ist ein grosses, reiche; 
Ilauptwerk, die Pest zu Athen, nach der Bßäßhrelbung des Thu- 
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