Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1771925
Giuseppe. 
Porta , 
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Steen, die heil. Jungfrau mit dem Hindu. Brüsseler Gali. 
Steinla,  die Madonna des heil. Stephan; oder die M3. 
donna der Cathedrale in Lucca.  Die Gfilblegung Chfisü, 
Pieta, in der Gnllerie des Pallastes Pitti.   
Villain, 1c, der Patriarch Job. Gall. de Flur. 
Porta: GIÜSÜPPe: Maler von Castelnuovo della Grafag- 
nana, wurde in Rom von Francesco Salviati unterrichtet; woher 
er selbst den Beinamen Giuseppe del Salviati erhielt. Er er- 
lernte indessen in der Schule dieses Meisters nur die Anfangsgründe 
der Malerei, ohne sich an seine Iiunstweise zu halten. Er blieb 
im Gegentheile der Florenzer Schule ganz getreu, nur seine Tin- 
ten belebte er im Venediger Geschmacke. wie Lanzi behauptet. 
Von Rom begleitete er den Meister nach Venedig, als dieser vom. 
Patriarehen Grirnani eingeladen in dessen Pallaste die berühmte 
Psyche malte, die noch dort zu sehen ist, und zur Seite zwei Bil- 
der von Porta hat. Franceseo reiste hierauf wieder nach Rom ab, 
Purta liess sich aber in Venedig haushablich nieder, und gründete 
da seinen Ruf neben den berühmtesten Malern damaliger Zeit. 
Auch nach Rom war dieser gedrungen, wesswegen ihn Papst IV. 
dahin einlud, als er die Ausziernng der Sala regia beschlossen 
hatte. Porta malte da Baiser Friedrich den Rothbart, wie ihm 
Pabst Alexander III. auf dem St. Marcusplatze in Venedig die Ab- 
solution ertheilt, mit Bauwerken und Verzierungen ganz im Vene- 
 diger Geschmacke gemalt. Der Hof war von seiner Iiunst ganz 
bezaubert, und schon glaubte man alles andere daneben vertilgeu 
zu müssen, selbst die Arbeit des T. Zuccaro, welche aber Vasari. 
jener des Porta verzieht. Auch Lanzi fand beim Vergleiche der 
Bilder dieses Saales jenes des jüngeren Salviati nicht des vorzüg- 
 lichsten Lobes würdig; er erkannte darin eine gewisse Gleichfiir- 
migkeit des Geschmacks, und dann fehlen kräftige Farben und 
Schatten, wie auf dieses Alles die frühere Zeit sah. Die noch feh- 
lenden Bilder jenes Saales wurden nach dem Tode Pius IV. von 
Vasari und seiner Schule gelualt. Von Rom aus begab sich Porta 
wieder- nach Venedig, und blieb bis an seinen um 1570 erfulgten 
Tod. Er brachte es auf 50 Jahre, wie man so ziemlich allgemein 
angibt, im Sterbejahre weichen aber einige ab, indem sie den 
Künstler bis 1585 leben lassen.  
Dass Porta nach 1570 gestorben sei, ist sicher, da seine Abhand- 
lung über die Windung des jonisehen Capitäls 1572, noch zu sei- 
 nen Lebzeiten, zu Venedig gedruckt wurde. Dieses Werk hat der 
Marchese Poleni ins Lateinische übersetzt, und selbes seinen Exer- 
citationes Vitruvianae beigefügt. Dann erzählt die Geschichte noch 
von einem anderen Werke mit mathematischen Figuren, welches 
er aber noch vor seinem Tode ins Feuer wart. Dieses war ver- 
muthlich ein alchymistisehes oder cabalistisches Buch, da" sich der 
Künstler jenen geheimen Wissenschaften ergeben hatte. 
In Venedig genoss Porta Ansehen, es schützte ihn Titian, und 
er wurde neben Paolo Veronese und andern guten Meistern in der 
St. Marcusbibliothek gebraucht. Auch für Kirchen und Palläste 
erhielt er zahlreiche Bestellungen, für Wand  und Oelgemälde. 
Es sind mehrere Altarbilder von ihm übrig, unter anderen eine 
sehr schöne Himmelfahrt Mariens in der Servitenkirche, und eine 
Iireuzabnahme auf Murano, Welche nach Lanzi von ganz ureige- 
ner Erlindung, voll Ausdrucks und einer in dieser Schule unge- 
wiihnlicheu Grossheit ist. Diesen Gegenstand hat Porta wiederholt, 
wie für die Sammlung in Nludena, aus welcher das Bild nach Dres-
        

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