Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1771423
Polycles. 
Polycletus. 
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einen jiingeren Polycles unterscheiden. Andere, zunächst Hin, ge. 
neigt sing, den Dcllarulen des alteren Polycles Äzlsbein Einschiebsel 
zu betrac ten, un a es (ein jungefen zuzusc rei en. 
l-iimHauptwerl-i eines dieser liiinstler ist dieBildung des Herma. 
phroditen, eine sinnlich reizende Ilunstschophing, die nach Miil- 
ler (Archäologie Q. 128) Wahrscheinlich dem älteren Polycles ver- 
dankt wird._ Dieser ältere Polyelcs war ein Athener und lirzgiesser, 
und dass Plinius unter seinem Polycles (qui lrlermaphroditum nobi- 
lem fecit) diesen verstanden habe, glaubt Müller daraus ableiten 
zu lliönnen, dass bei Plinius die alphabetisch aufgezählten Plasten 
In ]edem Buchstaben wieder so stehen, wie sie hinter einander in 
den historischen Quellen gefunden wurden, wonach dieser Poly- 
eles vor Phocnix, dem Schüler des Lysippos , lebte. Ob der 
lrlermaphrorlit des Polycles ein stehender oder liegender gar, 
ist eine schwer zu beantwortende Frave. Unter den vie en i- 
dem dieser Art hat man an den Schlafenden aus der Villa Berg- 
hese, jetzt im Museum des Louvre denken wollen. Dieser muss 
aber als Copie angesehen werden, da der Stoff nicht Bronze, son- 
dern carrarischer Marmor ist, zu Anfang des 17. Jahrhunderts in 
der Nähe der Bäder des Diocletian aufgefunden, der linke Fuss 
und die Matraze, worauf er ruht, rührt von Bernini her. Hirt 
(Archäologie S. 296) hält diese Statue nicht fiir die vorziiglichste, 
sondern eher diejenige, von welcher eine verstiimmeltc Copie in 
der Villa Pamtili vorhanden ist. Varro le I: einem Pol icles auch 
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ie eiernen tatucn er usen ei, un ies ionii e nac u er 
l. c. ä. 595, 2, jene Ilauptgruppe seyn, die im Tempel des Herku- 
les Musageta war. lVI. Fulvius Nobilior der Freund des Ennius 
schmückte damit den von ihm 575 gebadten Tempel des Herkules 
Iilusarum am Circus Flaiiiinius. 
Pausanias nennt ebenfalls einen Polycles, als Schüler des Sta- 
dieus, eines Atheners, und schreibt ihm die Siegerstatue des Pan- 
lsratiasten Amyiitas zu. Die marmorne Statue der Jung, von ei- 
nem Polycles gefertiget, sah man innerhalb der Hallen der Octa- 
via zu Rom, wie Plinius bemerkt. Ob diese in Rom selbst gefer- 
tigetuwurde, und 0h sie von dem jiingcren Iiiinstler dieses Namens 
herruhre, ist nicht genau zu bestimmen. Der jüngere Polycles 
scheint wenigstens in Rom gewesen zu seyn, zur Zeit, als Metel- 
lus den grossen Porticus mit den Tempeln des Jupiter und der 
Junovvon griechischen Architekten bauen liess, wobei er auch zu 
den Sculptursverl-ien offenbar mehrere griechische Bildhauer berief, 
die Plinius theilweise übergeht, weil er sie in seinen aus griechi- 
schen Quellen stammenden chronologischen Listen nicht angelilhrt 
fand. Dahin gehören Polycles, ITiIIIEIFClÄIClGS lunld dessen Svgllß. 
wie auch Dionysios und Philislios von Rho us. 0 ycles hatte e en- 
falls zwei Söhne, deren Namen aber Pausanias nicht angibt. 
Vitruvius erwähnt dann auch noch eines Malers dieses Namens, 
der Geschicklichkeit besass, aber _voin Gliicke nicht begunstiget 
war, oder aus andern Umständen nicht zu Ehren gelangen konnte. 
POlYClCIZLIS (Polykleitos), ein in der Geschichte der griechischen 
Kunst berühmter Name, dessen Träger aber den Archäologen grosse 
Schwierigkeiten bereitete, bis man endlich, zunächst durch die Be- 
mühungen des Hofrathes Thiersch (Epochen der bildenden Kunst 
unter den Griechen; 2te Auflage. München 1829. S. 201, A". 
merk. HI; Iiunstblatg 1828) zwei Künstler dieses Namens annahm, 
einen Argiver und einen Sykionier Polyclet, die zugleich als die
        

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