Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1771353
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Pollajuolo , 
Antonio 
sagt Vasari. Dieses Bild wurde im vorigen Jahrhunderte an den 
Advokaten Francesco Rossi in Boveredo verkauft. 
Im Auslande sind die Gemälde dieses Künstlers selten. In der 
k. Pinakothek zu München sieht man deren drei. Das eine in 
zwei Abtheilungcn stellt die Vermählung des heil. Franz mit der 
Armuth vor, und denselben Heiligen, wie er einem jungen Mönche 
das Joch des Ordens auflegt, das zweite die Heiligen Georg und 
Sebastian, und das dritte stellt Maria mit dem Iiinde auf dem 
Throne dar, im Vorgrunde den Donator im Brustbilcle und im 
Grunde Landschaft. Im k. Museum zu Berlin ist das lebensgrosse 
Temperabild des heil. Sebastian, nackt an den Baum gefesselt und 
von Pfeilen durchbohrt. In der Liverpool-Institution zu London 
bewahrt man eine Pietät, den todten Heiland auf dem Schoosse der 
auf dem Grabe sitzenden Maria, mit der Kreuzigung in der Ferne. 
Antonicfs plastische Werlae befinden sich in Rom, wohin er nach 
dem 1484 erfolgten Tod Sixtus IV. von Innocenz VIII. berufen 
wurde. Er fertigte da das Grabmal des Letzteren, welches man 
in der Peterskirche an einem Pfeiler neben der Capella del Coro 
im südlichen Querschiffe sieht. Der Papst ist zuerst todt auf dem 
Sarge liegend; dann, über demselben, auf dem Throne sitzend, 
vorgestellt, wie er die heil. Lanze hält, die ihm der türkische Iiai- 
ser Bajazet schenkte. Zwischen den Pilastern der Wand hinter 
dem Throne stehen in Nischen die vier Cardinaltugenden, und in 
dem Bogen darüber sind die drei theologischen Tugenden in Re- 
lief. Abgebildet von P. S. Bartoli bei Bonani, Numism. Templi 
Vaticani p. 117.; auch bei Ciacconius Vitae Pontif. III. 120. Ein 
zweites Grabmal ist jenes von Sixtus IV., welches in der nach ihm 
enannten Capelle aufgestellt wurde. Im Jahre 1655 wurde dieses 
ädonument ans der neuen Sixtina in die Capelle des Sakraments 
versetzt. Es hat die Gestalt eines sich verjüngenden Deckels, auf 
welchem man die liegende Figur des Papstes und die Jahrzahl 1495, 
dann die theologischen und moralischen Thzgenden, und die Wie- 
senschaften und freien liünste in Relief abgebildet sieht. Der 
Styl der beiden Grabmäler, besonders des letzteren, fällt sehr in 
das Manierirte, zumal'in den Gewändern, welche kleinlich und 
ohne Massen behandelt sind. Die Theologie ist als eine bis an 
die Schenkel entblösste Frau mit Bogen und Iiöcher abgebildet. 
In der florentlinischen Gallerie ist noch ein Bronzewerk von sehr 
flachem Relief, die Kreuzigung vorstellend. Nach Spanien kam 
ein schönes Basrelief in Metall, eine Schlacht von nackten Gestal- 
ten vorstellend, von welchem sich bei allen Künstlern in Florenz 
Gypsabgüsse fanden. Er fertigte auch das Modell zur Reiterstatue 
von Ludovieo Sfqrla, Welches aber nicht zur Ausführung kam. 
Vasari besasS zwei verschiedene Entwürfe; in dem einen liegt Ve- 
rona unter ihm, in dem anderen ist er ganz bewaffnet auf einem 
Fostament mit vielen _Schlachtbilderu, und sein Boss tritt auf den 
Rücken eines Geharmschten. 
An diese Werke reihen sich die Medaillen, worunter Vasari vor 
allen jene auf die Vefächwörung der Pazzi, mit den Hüpfen Julian's 
und Lorenz0's von Medici, dem Chor von S. Maria del Fiore, 
Julian's Ermordung llüd L0renzo's Rettung auf der Rückseite. Auf 
der einen Seite steht Luctus publieus, auf der anderen Salus 
publica. Abgebildet bei Litta Famiglie cel. d'Ital., Medici. Fasc. 
VI. t. 1. 5. Tresor de Nimismatique, Med. ltal. pl. 20- N0. 2. 
Dann haben wir von ihm auch eine Medaille mit dem Bildnisse 
Innocenz VIII. und drei weiblichen Figuren im Revers, oder wenig- 
stens wird sie ihm zugeschrieben. Abgebildet im Tresor de Nu-
        

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