Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1771312
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Pollack, 
Joseph. 
Pollagio , 
Carlo. 
geschlummertes Mädchen mit Lautenspiel weckt. Alle diese Bilder, 
und noch mehrere andere, verkünden ein ausgezeichnetes Talent 
zur Genremalerei. C. Wildt lithographirte nach ihm ein Blatt, 
welches Clara und ihre Schwester betitelt ist. 
POuaßk, JOSGPII, Architekt zu Pest, ein jetzt lebender geschickter 
 Künstler. Er ist Mitglied der k. k. Akademie in Wien. 
POlIEIgIO, CHPIO, auch Pallagio, "Pellago und Pillago geschrieben, 
dies in verschiedenen alten Papieren und Iiünstlerlisten aus der 
Zeit des Herzogs Wilhelm von Bayern, in dessen Diensten Pollagio 
stand. Er goss für die neu erbaute Jesuitenkirche (St. Michael) 
verschiedene Bilder und Zierwerke in Erz, theils nach eigenen 
Modellen, theils nach jenen des Hubert Gerhard oder Hubert Wern- 
hardy, wie dieser auch genannt wird. Von Pollagio ist der grosse 
eherne Engel mit dem Weihwassergefäss, wofür der Künstler 550 fl. 
erhielt, wie wir dieses aus Documenten des k. Reiclisarchivs-Con- 
servatoriums in München wissen. Andere Erzbilder dieses Künst- 
lers, deren wir in alten Akten ihm beigelegt fanden, diese nach 
Gerhard's Modellen, stellen Maria und Magdalena vor, vermuth- 
lieh die zwei Statuen am Fusse des Kreuzes, welches ehedem den 
Breuzaltar vor dem Auftritt zum Presbiterium derKirche bildete, und 
jetzt in einer Seitencapelle sich befindet. Diese Statuen sind schün 
und ausdrucksvoll, und besonders gelungen der gclareuzigte Hei- 
land, welcher ebenfalls von Pollagio gegossen und von Hubert 
Gerhard modellirt seyn dürfte. Wir fanden in Urkunden den Urhe- 
ber jenes Crucifixes nirgends ausdrücklich genannt, und möchten 
fast glauben, dass LipowskPs Angabe, der nach Bianconi und 
Westenrieder dem Hans Iirumper das Crucifix zuschreibt, eben- 
falls nicht ganz gegründet sei.  Thätigkei: scheint 
erst beim Regierungsantritt Maximilian's I. zu beginnen, wo das 
Crucifix bereits fertig war, Dann goss Pollagio nach GerharcPs 
Modell auch eine Statue des Herzogs Theodo, die ebenfalls in der 
St. Michael's Iiirche aufgestellt wurde; doch ist es keine der Sta- 
tuen an der Faeade der Iiirche, indem diese von Marmor gearbei- 
tet sind. Von Pollagio sind in der genannten Kirche auch zwölf 
kleine Engel in Bronze, vier grosse Leuchter und das grosse baye- 
rische Wappen unter der colossalen Statue des Erzengels an der 
Vorderseite der Kirche. Die Statue hat Gerhard modellirt, und 
unser Künstler dürfte am Gusse Theil genommen haben. 
Dann fanden wir  den genannten Akten auch vier von Pollagio 
in Erz gegossener Lßwen erwähnt, aber den Ort nicht bezeichnet, 
wo dieselben aufgestellt werden sollten. Zwei dieser Löwen hatte 
Gerhard modellirt, und die beiden anderen sind nach Pollagids 
Modellen ausgeführt. Der Künstler erhielt dafür 1200 flr, woraus 
man schlicssen kann, dass die Löwen von beträchtlicher Grösse 
seyn möchten. Dies sind wahrscheinlich die vier Löwen, welche 
an den beiden Pnrtalen_der Faeade des älteren Theilcs der k. Re- 
sidenz stehen, denn wir fanden auch angegeben, dass Pollagio 
Wappen gegossen habe, welche die Löwen halten. Dieses ist mit 
jenen Tliieren an 6612,11. Residenz Wirklich der Fall. In LiporvskYs 
Urgeschichte von München II. 420 lesen wir, dass diese Löwen 
 auf den marmornen Gittern am hohen Altare und der beiden Sei- 
terialtäre des heil. Ignaz und Franz Xaver in der Jesuitenkirche 
gestanden seien,_und dass sie Maximilian I. an die Residenz habe 
setzen lassen. DIESE Angabe wird wohl gegründet seyn, unrichtig 
ist aber, wenn Lipowski den Guss dem Hans liruiiiper zuschreibt.
        

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