Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770561
Pisson , 
Johann 
Baptist. 
Pistoja , 
Lionardo 
387 
zwei Jahren endlich den ersten Preis, und nachdem er auf man- 
nigfache Weise Proben eines tüchtigen Künstlers abgelegt hatte, be- 
rief ihn die Regierung in ihre Dienste. Pisson rechtfertigte als 
Architekt derselben, so wie als Privathaumeister das Vertrauen, 
welches man in ihn gesetzt hatte, in vollkommenem Maasse, und 
iiberdiess trug er durch Lehre und Beispiel viel zur Verbreitung 
eines reineren Geschmackes der Baukunst in seinem Vatcrlande bei. 
Er nahm anonym an mehreren Concursen zur Errichtung öffentli- 
cher Monumente Theil, während der Herrschaft Napoleon's, und 
auch später noch; allein seine Projekte kamen nie zur Ausführung, 
nicht weil man dieselben für gering achtete, sondern weil gewöhn- 
lich die lllittel nicht hinreichhn, um der Prachtliebe des Architek- 
ten zu willtahren. So lieferte er den Plan zum Theater in Lüttich, 
jenen zu einem Denkmale in Soestdijk und den Entwurf zum lVIo- 
numente auf dem Schlachtfelde von Waterloo, die abervalle nicht 
zur Ausführung kamen. Mehr Nutzen gewährte er durch seine 
VVasset-bauten, namentlich in Flandern. Auch für die Landhau- 
kunst "erwarb er sich grosse Verdienste. In seinem Nachlasse be- 
findet sich ein handschriftliches Werk über die Mittel zur Verbes- 
serung der Bural-Gebäude, welches 1817 mit jenem des Architek- 
ten Joseph de Nayer die goldene Medaille erhielt. Dann war Pis- 
son auch Mitglied der Commission, welche die Plane zu dem neuen 
königl. Palluste in Brüssel prüfen musste. Uebercliess war er Mit- 
glied des königl. niederländischen Institutes, und Direktor der 
Classe der Architektur an der Akademie zu Gent, als welcher er 
181g starb.  
Godecharle fertigte die Büste dieses verdienstvollen Architekten, 
und Calloigne dessen Monument, welches als Meisterstück er- 
klärt wird. 
PiSllOCChl, LOdOVlCÜ, Hupfersteeher, dessen Lebensverhältnisse wir 
nicht kennen. Im Cataloge von Robert-DumesniPs Sammlung 1858 
ist das Blatt einer heil. Familie nach An. Carracci von Pistocchi 
erwähnt. 
P1511013, GBPIÜO da, war Schüler von Pietro Perugino, und nach 
Vasari wohl ein fleissiger, aber mühseliger und kalter Maler. Er 
war in Rom Gehülfe des B. Pinturicchio, und arbeitete auch später 
anderwärts, besonders zu Pistoja und in S. Sepolcro. Für die Non- 
nen von S. Pier Maggiore in ersterer Stadt malte er ein Altarbild, 
welches später in die lsönigl. Gallerie zu Florenz gebracht Wurde- 
In S. Sepolcro hinterliess er mehrere Gemälde. von welchen wohl 
noch Etwas vorhanden seyn wird. War um 152g thätig. 
Plstolas Fra 1331170191369 da, Maler, nach seiner Vaterstadt so- 
enannt, war Schüler von Fra Bartolomeo, und dessen Erbe. Der 
grille hinterließ ihm alle seine Studien und Handzeichnungen, wor- 
nach B. da Pistpjn mehrere Gemälde ausführte. In Pistoja Waren 
mehrere seiner Werke im Style des Meisters. Die k. k. Alsadeznie 
in Wien besitzt von ihm ein grosses Altarblatt. 
Plstolas Lmnardo das auch Guelfo dal Celano, Grazie und Ma- 
latesta genannt, worunter nach Lanzi Grazia der Geschlechlänßme 
seyn dürfte, da man auf einem Bilde der Verkündigung in der 
Capelle der Canoniker von Lucca "Leonardus Gratia Pistoriensis" 
liest. Wer ihn die Anfangsgründe der Kunst gelehrt habe, ist un- 
kannt; nach Dr. Kugler, Geschichte der Malerei I. 273, scheint er 
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