Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770524
PiSüHÜ a 
Vittore. 
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Eine Anbetung der Könige, welche sich inS. Fermo über dem 
Bogen der Capella degli Agonizzanti befindet, wird von Persico 
ebenfalls dem Pisaner zugeschrieben. Ausser diesen Fresken zeigt 
man dann in Verona auch noch mehrere Tafeln als VVerke Pisa- 
nelhfs; bei Herrn Laffranchini eine Madonna mit dem Iiinde von 
grosser Zartheit der Ausführung; in der Pinakothek des Rathspal- 
lastes die heil. Jungfrau im Blnmengarten mit Engeln und der heil. 
Cathaiina; in der Gallcrie Sanbonifacio eine Madonna mit dem 
Iiindc; Anderes im Pallaste Canossa. Einige kleine Bilder mit Ge- 
schichten des heil. Bernhard in "der Sakristei von S. Francesco zu 
Perugia,_weriie11 ihm, wie es scheint, mit Unrecht zugeschrieben, 
wie schon Lanzi glaubte. Vasari sagt in der ersten Ausgabe, dass 
Vittore auch im Campo santo zu Pisa gemalt habe, es findet sich 
aber keine Spur davon. In der königHPinakothek zu München 
ist von Pisano ein Bild der heil. Jungfrau, wie sie auf dem Kissen 
sitzend das Bind-auf dem Schosse hält. Ueber die vorhergenann- 
ten VVerke vergleiche Iiuglefs Handbuch, und. die deutsche. Aus- 
gabe des Vasari. Da lesen wir auch folgende Charakteristik: V. 
Pisano hat in seinen Gemälden viel Aehnlichkcit mit seinem Ge- 
fährten Gcntile da ITabriano, etwas Anmuthiges und Zartes in Cha- 
rakteren und Bewegungen, bei gleicher Alterthiimlichkeit des Vor- 
trags; doch steht er durch seine Neigung zum Nachbilden leben- 
diger Bewegungen , Verkiirzungen und perspektivischer Ansichten 
dem Masaccio näher, und war ohne Zweifel als Maler für Verona, 
was jener für Florenz gewesen ist. 
Das Todesjahrdes Künstlers ist unbekannt; Vasari sagt nur, 
dass er in hohen Jahren erst zu einem bessern Leben iiberging. 
Die Angabe in Fiissly's Lexikon, er sei 1448 gestorben, ist uns 
begründet.  
Pisanello fertigte auch mehrere Medaillons, welche Bildnisse 
von Fürsten und anderen Personen seiner Zeit vorstellen. Diese 
Medaillons sind gegossen; in Fqrmen ausgeprägte Medaillen. Das 
Senken des Stempels in Stahl und der Miinzschzvengel, wgdurgh 
die neueren eine grusse Schärfe und Reinheit erhielten, waren noch 
gänzlich unbekannt. Beide wurden erst zu Anfang des 16. Jahr. 
hundertsv, wahrscheinlich durch Vittore Camelo erfunden, und erst 
von dieser Zeit datiren sich die geprägten Medaillen. Die Medail. 
len und Medaillons des 15. Jahrhunderts sind noch gegossen, aber 
da der Guss häufig sehr unrein ausfiel, ciselirt, meistens in Bronze, 
wenige in Silber und Gold. VVas Auffassung des Bildnisses, kühne 
Axiorrlnung der Figuren und schöne Behandlung des Belielstyles 
betrilft, gehören sie aber zu den vortrefflichsten Iiunstdenhmülern 
jener Zeit. Vittore Pisano ist ohne Zweifel der Vater dieser Kunst 
und als Begründer einer Schule zu betrachten, Welche durch das 
ganze 15. Jahrhundert nicht bloss in Verona, sondern durch ganz 
Italien blühte. Siehe die Uehersetzung von Vasari's Lebensbeschrei- 
bungen von L. Schon] II, 2, S, 56, Nota 14. _Dic vollstE-indigste 
Zusammenstellung seiner Medaillons findet sich im Tresor de Nu- 
mismatique etfilyptique, Ser.  Cl. 2. Livr- 1  4. Schon Va- 
sari nennt einige dieser Werke. schreibt ihm aber deren zwei mit 
Unrecht zu, nämlich die Medaille mit dem Reiterbilde des Sulian 
Mahomcd, und jene mit dem Portraite der lYladonna Issota von 
Arimino. Die erstere ist von Constantius, die M. 155013 SClieint 
nur Matteo de' Pest: abgebildet zu haben. 
1) Pisanus Pictor. die Büste des Pisanello, welche vielleicht 
nicht von ihm selbst gefertiget ist. Am Bevers stehen die 
Buchstaben: F. S. IL-J.  P. F. T., welche nach Lenor-
        

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