Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770493
Pisano , 
Andrea. 
man, um beim Baue von S. Maria del Fiore zu helfen, woselbst 
man die Vorderwand mit den drei Thiiren angelangen hatte. und 
an Meistern Mangel litt, welche die Bildhauerwerke ausführen 
konnten, dieGiotto beim Beginne dieses Unternehmens gezeich- 
net hatte. Das erste, was Andrea hier verfertigte, war die Statue 
des "Papstes Bonifacius VIIL, und von St. Peter und St. Paul, die an 
der Vorderwand von S. Maria del Fiure aufeestellt wurden, sich 
aber jetzt im Garten Strozzi, ehemals Riccardi zu Valfontlri befin- 
den. Die verstiimmelte Figur des Papstes ist bei Cicognara I. 52 
abgebildet. In Dom. iYIannVs Stur. del Decamerune p. 2 c. 55 ist 
dieselbe im Holzschnitt gegeben. 
Hierauf arbeitete er fiir die mittlere Thiire jener Kirche In den 
Nischen ein Paar Propheten in kleinerem Maassstabe und die Sta- 
tuen der vier Iiirchenlehrer, ferner die Heiligen Stephanus und Lau- 
rentius, inylVlarmur, lauter bewunderte Werke, die aber siimmtlich 
und mit allen andern Verzierungen, die man nach Giottifs Zeich- 
nungen begonnen hatte, hinweggenommen wurden. Die Statuen 
sind in der Kirche, am Eingange des Wegs nach Poggio Imperiale 
und anderwärts zerstreut. Cicognara a. a. O. nennt die Statue des 
Papstes, zweier Propheten, zweier bärtigen Heiligen und noch 
zwei anderer Figuren als im Garten Strozzi zu Valfonda befindlich. 
MitUnrecht wird ihm in der im Jahre 1816 erschienenen Beschrei- 
bung der Peterskirche zu Rum die Statue ßunifacius VIII. in den 
vaticanischen Grotten beigelegt. Dann erklärt Vasari auch die le- 
bensgrosse Madonna in der Misericordia zu Florenz irrig als An- 
drea's Werk; denn dieselbe ist die Arbeit des Alberto di Aruuldo, 
Siehe (Jicognara und italienische -Fu'rschungen von Rumuhr II. 
Nu. XII. Ein sehr gerühmtes Werk dieses Pisaners war aber die 
halbe Figunder Madonna über der Seitenthiire der i-Misericurdia 
auf der Wand der Cialdonai.  
Da sich Andrea in seiner Jugend auch mit Werken der Bailkunst 
beschäftigte, so trugen ihm die Floreutiner auf, die Zeichnung zu 
dem Pallaste Scarperia zu entwerfen und die Mauer ihrer Stadt 
zu erhöhen, was 1516 bewerkstelliget wurde, wie G. Villaui lib. g 
c. 75 behauptet.  
, Um diese Zeit übte er sich ebenfalls im Erzgiessen und schichte 
durch seinen Freund Giotto, welcher damals am päpstlichen Hofe 
zu Avignon lebte. Seiner Heiligkeit ein schön gcgossenes Crueifix. 
Dieses war Veranlassung. dass man ihm auftrug, eine Bronzethiire 
der Kirche St. Giqvanni zu verfertigen, zu welcher Giotto die Zeich- 
nung entworfen hatte. du dieser Bronzethure, die damals allge. 
mein bewundert wurde, bis sie Ghiberti durch jene herrliche Pforte 
verdnnkelte. die Michel Angeln werth hielt, das Paradies zu zie- 
ren, sieht man in ßasrelief Begebenheiten aus dem Leben Johan- 
nis des Täufers, von seiner Geburt an bis zum Tode. 
Vasari sagt, dass Andrea mit seinem Sohne Nino das Werk im 
Verlaufe von 22 Jahren 1559 vollendet habe; Baldinucci hingegen 
(See. 2, Dec. 5 S. 52) glaubt, dass die Arbeit im Jahre 1531 begonnen 
und wahrscheinlich in acht Jahren vollendet worden sei. Giovanni 
Villani (lib. 10 c. 176) berichtet, das Werk sei 1350 angefangen 
werden, und er sei selbst Vorsteher der Arbeit gewesen. Wenn 
sie also 22 Jahre gedauert, wie Vasari versichert, so müsste sie 
erst 1552; d. h. 7 Jahre nach Andrea's Tod beendigt worden seyn. 
Dieses ist jedoch nicht möglich, dä Villani nur bis 1348 lebte, 
aber doch deutlich von der Vollendung des Werkes spricht. Wahr- 
icheinlich ist die Mnclellirarbeit im Jahre 1550 beendigt und Guss 
und Cisalirung in demselben Jahre begonnen werden. Auf den
        

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