Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770464
Pisano , 
Giovanni. 
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zerstiirt. Bei diesen Arbeiten, namentlich am Altare, halfen ihm, 
wie am Dome zu Siena und Orvieto, die damals noch jungen 
Agustino und Agnolu von Siena. 
Sein Hauptaltar im Dom von Arezzo ist noch immer vorhanden, 
und obgleich hie und da beschädigt, als eines der kostbarsten 
Denhmüler dieser Stadt in Ehren gehalten. Abgebildet ist er im 
Leben Gregor X., das in Rom 1711 erschien. Ein Relief von die- 
sem Altare, den Tod der Maria vorstellend, siehe bei Cicognara 
St. d. so. I. tav: 18.  
Das ganze VVerk hat viele Aehnlichlaeit mit der Cnmposition und 
Zeichnung des Giotto, was den Baldinucci veranlasst hat, den 
Giovanni Pisano zu einem Schüler Giotto's zu machen, wogegen 
Lanzi l. S. 24 der deutschen Ausgabe mit Recht sich erklärt. Es 
ist wohl ganz naturgemäss, dass Giotto, der erst 10 Jahre alt war, 
als dieser Altar begonnen wurde. in Darstellung der Köpfe, Be- 
wegungen und Gewänder, die Fortschritte benutzte, welche die 
Bildnerei schon vor ihm durch den nisanischen Meister gemacht 
hatte. Die Bildnerei ging hier der Malerei voran, und Giotto war 
nicht so ganz ein Sohn der Natur, und nicht so selbstständiger 
Refurmator der Malerei, wie Vasari ihn in seiner Lebensbeschrei- 
bung schildert. Diese Uebereinstimrxiung zwischen Giovanni und 
Giotto ist aber auch desshalb um so beinerhenswerthtar, weil er- 
sterer sich in demselben Grade von dem derben, antih-lsriiftigerx 
Slyl des Niccola entfernt, als er sich den gerundeten Linien des 
Giolto nähert (Anmerkung der deutschen Ausgabe des Vasari von 
Schorn I. Q6). 
In Florenz verfertigte Giovanni Pisano für St. Maria del Fiore 
die Bildsiiule der Mhdnnna mit dem Itiinde auf dem linken Arm und 
def Blume in der Rechten, ein Werk. worin er dem Vater gleich- 
lsam, und das Cicognara l. 10, 51 abgebildet hat. In S. Giovanni. 
derselben Stadt machte er den kleinen 'l'aufstein, auf welchem er 
einige Geschichten aus dem Leben _cle_s 'I'äul'ers'_ in halberhubener 
Arbeit anbrachte. Zu Bologna verlertigte er fur die Kapelle des 
heil. Dominicus einen Altar von llilarmor, Abbildung bei Morrona 
Pisa illust. I. tav. 4, und 1298 an demselben Orte eine Marmorta- 
fel, in welcher die Madonna und noch acht Figuren ziemlich gut 
dargestellt sind. Für die Kirche St. Andrea zu Pistoja arbeitete 
er eine Iianzel in Marmor, ganz in derselben Art angeordnet, wie 
die beiden seines Vaters zu Pisa und Siena, aber geringer m der  
Arbeit. Sie ist sechseckig und stellt in fünf Feldern fllß Geburt 
Christi, die drei Könige, den Iiindermord, diehreuzigung und 
das jüngste Gericht dar. Sieben Säulen aus rutheln Marmor tra- 
gen das Gehäuse, wovon drei iiussere auf einer Lowin mit Jungen, 
einem Löwen, der einen Hirsch unter sich hat. und einem bärti- 
gen Mami ruhen, die mittelste auf einem Adler und Löwen. In 
den Zwiebeln der Spitzbiigeu, welche von den Säulencapitälen 
getragen werden, sind ebenfalls Figuren, und am Rande der Platte 
über denselben läuft eine vergoldete weitlauffge Inschrift herum: 
Lauda Dei trini rem ceptarn copulo fini Cure presentis snb 
prixno mille trecentis etc.,   
wonach also 1501 dies Werk vollendet ist, aber mit minderer Kunst, 
als die Hanzeln des Vaters. Doch scheint Giovannx das Werk Sehr 
hoch gehalten zu haben, denn man liest auch noch: 
Hoc oPus sculpsit Joannes, qui res non egit inanes_ 
Nicolai natus  .  - (Sensia supplirt Cicoguara) mehora beatus 
Queux geuuit Pisa , doctum super omuia visa. '
        

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