Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770453
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Pisano , 
Giovanni. 
nur als Nebensachen. An einer dieser kleineren Seiten erhebt 
sich die Capelle in Form eines Doms, an den Gnttesnclier 
angebaut. Ueber der Hauptpforte sieht man folgende Inschrift: 
A. D. WLCGLXXXIII. Tempore Domini Federigi Archiepis- 
copi Pisani et Domini 'l'arlatti poteslatis, operuriu Orlando 
Sarclella, Joanne Magistro aedificante. 
Nach dieser Inschrift zu urtheilen wäre der Bau 1283 vollendet 
worden; allein es erhob sich in der Archäologie der Suciety of 
Antiquaries ein Streit über (las Alter des Campo santo, welcher im 
ersten Theile des dreiundzwanzigsten Bandes 1830 durch Sidney 
Smirlte beencligt worden ist. Im fünfzehnten Bande brachte Ho- 
bert Smirke eine Copie tler von Vasari angeführten Inschrift bei, 
in welcher die Jahrzahl 1278 statt 1283 steht. Dagegen behauptete 
Sir H. Englelieltl, der Styl der Fenster deute auf eine spätere Zeit, 
und stützte seine Meinung auf eine andere Inschrift: 
D. Ti. O. de Meclicis Archieffo Pisano Antonius Jacnhi 
almi Telnpli Pisani Operarius sacri huj. et inler mortales 
I praeclarissimi sepulchri opus Illl. arcnbns XXVIIL que 
 ' foratis fenestris marmoreis. lIl. Ann. sua cliligentia per- 
gci curavil D. J. A. N. MCCCCLXIIII. 
Im Jahre 1850 hat auch Sidney Smirhe aus der Bescbiliienhcit 
des Gebäudes nachgewiesen, dass die Anlage der Bogen und Fen- 
ster zwar von Gio. Pisano herriihrc, aher nicht von ihm vollendet 
worden sei, indem Antonio im Jahre 1464i, der Inschrift nach, das 
ganze Werk durch Errichtung der  Bogen (nach Schurifs Vorrede 
wahrscheinlich Eingänge) und 28 Fenster beendigle, welche spiiter 
errichtete Theile Sinirke auch deutlich von den früher erbauten 
unterscheidet. Sinirlie fand auch in den älteren Fenstern den Ueher- 
rest einer gelben Glasscheibe zum Beweis, dass die Fenster im An. 
fange mit farbigen Glastafeln geschlossen waren, welche später, 
ohne Zweifel aus BiiCiiSiCllt für die lilalereien, hinweggeiionimtwi 
wurden. Ueber diese Malereien siehe Pitture di Cainpo snnlo di 
Pisa intagliate del C. Lasinio. 
Nach Vollendung des Caiiipo sento, im Jahre 1283, erbaute Gio. 
Pisano nach Vasari's Behauptung in Neapel für König liarl das 
Castell Niiovo, er konnte aber, wie Vasari angibt, die Fngadc des 
Domes von Sieiia nicht gezeichnet haben. Vasari hatte hier die 
neue Faeade des alten Domes im Sinne, welche erst im Jahre 
1540 unternommen worden ist. An der neuesten Verschönerung 
hatte Johannes. der damals längst gestorben war, gewiss nicht den 
geringsten Aniheil, Hingegen möchte er in dein voreingegaiigciiien 
neuen ßuu einige der schönen Verzierungen an der Einfassung 
de; gl-Ossen Fensters geeeiclinct. andere vielleicht selbst gemeisselt 
haben (Huinuhfs italienische Forschungen U- 145). 
, Ein liiinstreiches Werk des Giovanni _Pisano ist aber der Haupt- 
altar des Domes zu Arezl-U, Welcher 1280 begonnen wurde. ln der 
Mitte der Altartafel stell! diß heil. Jungfrau mit dein Binde, rechts 
S. Donatus und links S. Gregorius unter dein Bildnisse Hoiiuriiis 
IV. Uinlier sind kleinere erhabene ßildiverhe vom Leben und 
Tode der heil. Jungfrau und des heil. Donatus, vier hleine Stand- 
bilder und reiche gothische Zierathen, alles aus llrlarinor, mitunter 
musivisch ausgelegt- 
Die Kapelle der Alhertinßwvelche Giovanni Pisano zii gleicher 
Zeit an diese Kirche baute und scliiniichte, hat Vusari 14365 stark 
iihnrlileiilet, zum Unterbau der grossen Orgel. Die Iiirchc St. Ma- 
ria df Servi, welche Giovanni baute, wair schon vor Rlisari ganz
        

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