Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770435
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Pisuno , 
Niceola. 
Einfassung enthalten: 1) die Geburt Christi; 2) die Anbetung der 
Könige; 3) die Darstellung im Tempel und die Flucht nach Aegyp- 
ten;  der Hindermord; 5) die Kreuzigung; Ö) und 7) das jüngste 
ßericht. Die letzte Vorstellung nimmt zwei Tafeln ein, Zwischen 
welchen, am Pfeiler, Christus über den Engeln thront. Der Styl 
dieser Werke ist grossartig und lebendig, die liöpfe vortredlich 
ausgeführt, jedoch der Ausdruck zuweilen übertrieben. Die Gewan- 
der sind reich und schön gefaltet. Auch hier sind allegorische Figuren 
über den Capitälen der Säulen angebracht. Die Löwen, welche 
vier derselben tragen, zerreissen verschiedene Thiere. Am Fussi 
gestelle der mittleren sind die Sibyllcn angebracht. Die mosaikar 
tigen Auslagen sind von Pistorino.  
Von Niccola ist nach Vasari's Angabe auch die Zeichnung ZU] 
Kirche und zum Kloster St. Domenico zu Arezzo, und jene (lßl 
Kirche St. Margharita für die Franziscaner dieser Stadt. Im Jahn 
1267 Ward er vom Papst Clemens IV. nach Viterlio beschieden, wt 
er ausser mancherlei andern Dingen die Iiirche und das Kloste: 
der Prädicanten-Mönche herstellte. Von Viterbo ging er nach Nea 
pel zum König Karl I., der am Orte der Niederlage Conratlin's 
zu Tagliacozzo, eine liirche und eine reich begüterte Abtei errich 
tete. Hierauf kehrte der Künstler nach 'l'oscana zurück. Er sol 
beim Baue der Kirche Santa Maria zu Orvieto gearbeitet haben 
Vasari erwähnt daselbst vornehmlich zwci Darstellungen des Welt 
gerichts, das Paradies und die Hölle, worin er, nach Angabe die 
ses Schriftstellers, sich selbst iibertroden haben soll. Dieses Weri 
steht auch, einige Trockenheit abgerechnet, denen der grösstet 
damaligen Meister nicht nach; aber Vasari's Angaben, so wie dell 
Valle's Urtheil. hat Cicognara (Star. d. Sc. I. II. c. 4 und I. II] 
o. 5) als unbegründet erwiesen. Der Dom von Orvieto wurd 
1290 gegründet, folglich können die Sculpturen nicht wohl v0 
1500 begonnen worden seyn, und Niccola, der schon 1225 zu B; 
logna arbeitete, kann also nicht daran Theil genommen habei 
wohl aber sein Sohn Giovanni und seine Schüler Arnolf und Lapi 
Agostino und Agnolo aus Siena, und Goro di Gregorio eben dahe 
Wir miissennoch eines Werkes gedenken, dessen zwar Vasa 
nicht erwähnt, welches aber durchaus das Gepräge dieses Küns 
lers trägt. Es ist diese eine kleine Statue der heil. Jungfrau m 
"dem Iiinde aus dem schönsten weissen Marmor, 113i Wiener Z0 
hoch, ohne Postament. "Dieses Bild war mehrere Jahrbunder 
im Hause der wegen ihres ältesten Adels berühmten Herren vc 
Stubenber , kam üben später in andere Hände, und so kauftg  
18.38 der  k. Feldkriegs-Concipist Franz Heitzmann in Grät 
Diese Statue ist V01! 9111er Schönheit in der Behandlung der übe 
ausreichen Draperie,_und von einer Grazie in der Form, dass s 
wohl den Vergleich mit delrschönsten Antiken nicht scheuen dürft 
während sie noch den Gelst ihrer Zeit klar ausspricht und in t 
nem Grade erhalten ist, dessen sich wenige antike Bilder erfreut 
können. Nur der Kopf des göttlichen Kindes ist abgebrochen ur 
verloren, was man um so mehr bedauern muss, da alles Uebri; 
 mit einem Fleisse llflfl einer Zartheit behandelt ist, die wohl selti 
übertroifen wird.- Die Aechtheit des Werkes verbürgen Kenne 
die mit dem Geiste der Zeit, aus welcher die Statue stammt, wo 
vertraut und mit ihren Ueberrestcn wohl bekannt sind. Sie erkl 
ren es für eine! de? Schönsten Werke des Pisaners und für eint 
der seltensten Kunstschätze. 
Das Todesjahr des Nicola da Pisa ist unbekannt. E: arbeite 
bereits 1225, und nach 1270 dürfte er nicht lange mehr gelebt ll
        

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