Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770428
Pisano , 
Niccola. 
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den Künstler bei der Gründung des Domes von Siena seyn, und 
den Plan zur Iiirche St. Giovanni entwerfen lässt. Ersterer war 
schon seit dem 12. Jahrhundert vollendet; letztere wurde 1300 von 
Agnsting und Agnolo von Siena gegründet. Urkundliche Nach- 
richten gibt Rumohr in den italienischen Forschungen II. 123 (f, 
In Florenz, wohin der Pisaner mittlerweile sich begab, Verfertigte 
er den Riss zur Kirche Santa Trinita und zum Kloster der Non- 
nen von Faenza, welches wegen des Baues der Citadelle Johann 
des TäUfßPS (FUITCZZiI da basso) zerstört wurde. Um dieselbe Zeit 
wurde er, wie Vasari berichtet, nach Neapel entboten, schickte 
aber wegen seiner vielen Arbeiten in Toscana seinen Schiller Mag- 
lione dorthin, der ebenfalls Baumeister und Bildhauer war. Die- 
ser baute zur Zeit Conradin's des Hohenstaufen die Kirche Santo 
 Lorenzo und einen Theil des Domes. Nach der gEWÖlHIllClIGIX-Alle 
gabe fing Niccola diesen Dom erst 1282 an und schon um 129g war 
er durch Maglionc und Masuccio vollendet. Niccolo war aber da- 
mals schon todt und ist wohl mit seinem Sohne Giovanni verwech- 
selt worden, der 1283 liieher hani. In jedem Falle rührtsnach 
von der Hagen (Briefe in die Heimalh III.) die Zeichnung und der 
Bau aus Niecola's Schule und ist ganz wie seine Kirchen zu Padua 
und Venedig in der einfachen, zierlosen, gothischeii Art. 
Iiii Jahre 1254 beriefen die Volterraner den Niccola, um ihren 
Doni zu vergrösserm- Nachdem er dem unregelmässigen Gebäude 
eine bessere Gestalt gegeben, kehrte er aber nach Pisa zurück und 
arbeitete dort die Kanzel von St. Giovanni in IYIarmor. Sie ist 
sechseckig und fünf Seiten derselben sind mit Hochreliefs in weis- 
sein Marmor geschmückt, welche folgende Darstellungen enthalten: 
1) die Geburt Christi; an der Figur der ruhenden Maria sieht man 
deutlich das Studium der antiken Werke. 2) Anbetung der Kö- 
nige, wo die Gewänder und Köpfe der männlichen Figuren be- 
sonders schön und grossarti earbeitet sind. 3) Darstellung im 
Tempel, stark beschädigt. f) gireuzigung. Die ohninächtige Ma- 
ria erscheint hier unnatürlich übergebogen. 5) Das jüngste Gericht 
ebenfalls stark beschädigt. Jede dieser Abtheilungen ist durch drei 
Säulen korinthischer Ordnung von der andern gesondert; ZWVlSChEIl 
diesen und den Capitlilen der unteren Säulen sind sechs Figuren 
von trefflicher Arbeit, aber dunkler allegiirischer Bedeutung ange- 
bracht: eine Frau, die einen Knaben an der Hand führt (die Liebe), 
ein junger Mann, der einen Löwen hält (Stärke) etc. Siehe die 
Ansicht dieser Iianzel bei (YAglIICOLIISI, Sc. p. 52, und einzelne Re- 
liefs aus den Werken des Niccola und Giovanni pl. 52 und 53. 
Dein Werke ist folgende Schrift eingegraben: 
Anno milleno biscentum bisque tricxeno 
Hoc opus insigne sculysit Nicole Pisanus. 
Vasari las irrig trideno, was IlIIai-tini in seinem Theat. Basil. Pi- 
ian, c. 14 berichtiget. 
Diese Arbeit, tvelche allgemein wohl gefiel, bewog die Sieneser 
eine ähnliche für ihren Dom verfertigen zu lassen. Die achteekige 
Kanzel in Siena, eines der wichtigsten Werke für die italienische 
Kunstgeschichte, verfertigte Niccnlo mit seinem Sohne Giovanni. 
Er begann 1266 (llß Arbeit und zeigte darin seit dem Safes flßS 
heil. Dominicus in Bologna einen grossen Fortschritt seiner Kunst. 
Sie ist grösstentheils eine Wiederholung der Pisaner Kanzel. über 
noch reicher und trefilicher. Ihre acht Ecken ruhen auf 30h! Säu- 
len mit Blätterknäulen und Hlltldbögexl, eine neunte steht in der 
Mitte auf einer Gruppe von g Figuren. Die sieben Reliefs an der
        

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