Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770406
Pisano , 
Giunta. 
Pisano , 
Niccola. 
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lung der ältesten italienischen Malerei im Hunstblatte 1821 N0. 7 5.; 
 dann F. Kühler, Anfänge der italienischen Kunst im Kunsthlatte 
1827 N0. 47 Hi, lauter wichtige Abhandlungen. Auch Giuntzfs Ver- 
dienste werden näher bezeichnet. Im Vergleich mit den Per-mess- 
nern (Malereien des Battisterio in Parma um 1250) bemerkt man 
bei ihm schon Fortschritte in der Zeichnung und Färbung, die 
Formen sind schon richtiger ,nnd die Gewänder nähern sich etwas 
mehr der Natur; besonders scheint er Gefühl fiir Farben gehabt 
zu haben. Bei allen diesem sind noch wie bei den Alten, die Um- 
risse durch besondere dunkle Striche angegeben; zur Bezeichnung 
des allmiihligeti Abnehmeus von Schatten und Licht findet man 
drei verschiedene Striche über einander gesetzt; die Augen, Nase, 
Mund u. s. w. mit rothen Strichen angegeben; die Stellungen und 
Bewegungen sind steif, conventionell; der Ausdruck der Gesichter 
schwach und unbestimmt und im besten Falle, wo" wirklich ein 
Strahl von einem belebenden Genius hindurch zu-schimrnern scheint, 
sanft und freundlich. Die Zusarnmensetzungbder Geschichte ist 
durchaus jene kalte todte Symmetrie der Griechen. Eine frühere 
Biographie (Elngio) des Künstlers gibt Tetnpesti in den Metnorie 
storiche di piü uomini illustri pisani. Pisa 1790. 
P1821110, Nlccola, Baumeister und Bildhauer, der erste, welcher 
in Italien neue Lebensregung in die Sculptur brachte. "sein Vater 
Peter kam aus Apulien nach Pisa, doch ist es nicht ausgemacht, 
ob er dieselbe Kunst betrieben. Er ist auch nicht derjenige gewesen, 
der dem Arnollb di Lapo an der Verdachung des Hauptaltares der 
grossen Paulslsirche zu Rom geholfen hat. An diesem Werke ward 
die Inschrift eingegraben: 
Hoc opus fecit Arnolfus cum suo socio Petro 
Anno millesimo centum et bis octuageno quinto etc. 
Nach Vasari arbeitete Niccola unter einigen griechischen Bild- 
hauern, welche die Figuren und Ornamente des Domes von Pisa 
und der Capelle S. Giovanm verfertigten; es herrscht aber gegen. 
wärtig die allgemeine Annahme, dass Niccola Pisano die Kunst 
von Pisanern und nicht von Griechen erlernt habe. Ueberdiess 
übten auch deutsche Bildner, die im 15. und 14. Jahrhundert in 
Italien Anstellung und Beschäftigung gefunden, einen unverkenn- 
baren Einfluss auf die damalige Kunst. Dieser deutsche Geschmack 
zeigt sich in den früheren Werken des Pisaner's, der, besonders 
in der Kanzel der Taufkirche zu Pisa, von spät römischen Vorbi]- 
dern ausgegangen war und das Starre der Gcsichtsbildungen, da; 
Ausgeladene und Ueberladcne in der Anordnung halberhobener Ar- 
beiten _aus jenen mit bekanntem Erfolge nachgeahmt hatte. Auch 
zeigt sich in seiner andern, später begonnenen Iizmzel, im Dome 
zu Siena, neben Sparsam eingestreuten dellßchßü Oder gothischen 
Verzierungen  manche, obwohl gemilderte Eigenthümliehkoit des 
deutschen Bellef- und Gewandstyls, aber auch ungleich mehr Le- 
beuund Charakter in den Iiiipllan und in der Bewegung und 11,11. 
tung der Gestalten. Nicola hegte auch grosse Verehrung für die 
Antike und traßhlßfe durch eifriges Studium in den Geist dersel- 
ben einzudringen. Vasari selbst erwähnt dessen Nachahmung der 
um jene Zeit von dem Pisanisclten Heere aus Griechenland gebrach- 
ten antiken Denkmäler. die sich noch im Campo Santo zu Pisa 
befinden, vornehmlich Marmorsärge, unter welchen jener mit der 
Jagd des Meleager berühmt ist. 
Daher kommt in Pisands Werken die vollendete Ausführung 
der Vorwürfe, die in der Antike Verwandtes finden und die Sehü. 
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