Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770318
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Piranesi , 
Francesco 
Cav. 
die diplomatische Laufbahn mit Glück betreten hatte. Nach der 
Veränderung dieser Regierungsform durch die Franzosen kehrte 
Piranesi nach Rom zurück, wo sich aber die Verhältnisse für seine 
Unternehmungen nicht günstiger gestaltet hatten, und S0 entschloss 
er sich zur Auswanderung nach Frankreich. Er begab sich zu- 
niiehst mit allen seinen Iiunstschiitzen nach Neapel; allein hier 
wurde er auf Befehl des Iiönigs verhaftet. Der weltberühmte erste 
Consul Napoleon erwirkte ihm aber die Freiheit, und dann begab 
sich Piranesi mit seiner Sammlung nach Paris, wo er bis an sei- 
nen Tod verblieb. Die Piranesi wurden von der französischen Be- 
gierung sehr begiinstiget, und so schritten sie mit Muth zu neuen 
Unternehmungen. Sie suchten eine der ehemaligen römischen Chal- 
lmgrziphie ähnliche Anstalt zu gründen, aber obgleich sie bereits 
den Titel .,Directeurs de Petablissement, forme au ci-devant Col- 
lege de Navarre fiihrten, so wollte die Sache doch keinen rechten 
Aufschwung nehmen. Die Blätter, welche aus dieser zänstalt her- 
vorgingen, häuften sich nicht mehr zu Foliobiixidtan an, wie früher 
in Rom, obgleich fiir jene schwankende Zeit noch immer viel ge- 
schah. T. Piroli war damals ein rüstiger Nlitarbeiter, dessen Ab- 
bildungen der Villa Lante und der Sala Borgia den vierundzwan- 
zigsten Band der Piranesischen Sammlung ausmachen, wie unten 
zu ersehen ist. Endlich dachten sie auch an eine neue Ausgabe 
der eigenen und der Werke ihres Vaters, die unter dem Schutze 
der Regierung zwar zu Stande ham, aber weniger Aufnahme fand, 
als die frühere. Man sah bald, dass Piranesi's architektoni- 
sche Abbildungen dem Studium der Architektur wenig frommen 
können, da sie in ihrer malerischen Behandlung nicht so streng, 
bestimmt sind, wie diese liunst es erfordert. Auch waren die Plat- 
ten bereits abgeniitzt. Der Text fehlt, was gWade kein grosser 
Verlust ist, nach dem, was wir im Artikel des älteren Piranesi be- 
merkt haben. Diese Ausgabe hat den Titel: Antiquites egyptiennes, 
etrusques et romaines, dessinces et gravees par les Chev. G. F. et 
B. Piranesi. Ein anderes, aber nicht glückliches Unternehmen der 
Gebrüder Piranesi war die Einrichtung einer Manufaktur in Term 
cotta , in welcher Candelaber, Dreifiisse, Vasen etc. nach antiken, 
besonders etrurischen Vorbildern gefertiget werden sollten. Pira- 
nesi nahm an dieser neuen Fabrikation thätigen Antheil, konnte 
aber das Institut doch nicht zum Gedeihen bringen, und hatte 
vielmehr den Schmerz, selbes aufgeben zu müssen. Die Staats- 
vcrwaltung hatte es aber der Challwgraphie du lYIusce einverleibt, 
und so sah Piranesi diese von ihm gegründete Anstalt wenigstens noch 
einige Zeit vegetiren. In den Besitz des letztgenannten Institutes 
gingen auch seine Platten über. 
Von Gav. Fr. PiranesPs Antheil an den Werken seines Vaters ha- 
ben wir im Artikel desselben gespruCllßll- Die unter dem Schutze 
der französischen Regierung von ihm veranstaltete Sammlung ent- 
hält indessen nicht lauter eigcnhändiae Werke der Piranesi. E! 
sind darunter die Tabulae variae ceieberrimorurn pictorum, 148 
Blätter nach Guercino von Bartolozzi u. a. gestochen, als Tom. 
XXI. der Sammlung; _Hamilton's Schule italica, 40 Blätter. Bomae 
1775, Tom. XXIL; Divers gravures, Tom. XXIIL; Les amours et 
triomphes de la Villa Laute, 16 Blätter nach G. Romano; die Bil- 
der RafaePs in der S818 Bergia, 12 Blätter, alle von Piroli gestochen, 
als Tom. XXIV.; Cabillßt de Jules II. par Raphael, 14 Blätter; LeS 
iuintures de la Farnesina, Par Raphael, 18 Blätter, Tom. XXV-S 
lPcintures de la Villa Altoviti, par G. Vasari, 15 Blätter, Tom. XXVI- 
'l'heils einzeln, theils in ganzen Sammlungen haben wir von ihm:
        

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