Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766995
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Pa utre , 
Pierre 
o 
woriiber sich le l'autre zu-todt grämte. Er starb 1691 im 77. Jahre. 
Seit 167i war er Mitglied. der Akademie, mithin seit ihrer Grün- 
dung.  
Wir haben von diesem Künstler Oeuvres d'architecture, welche 
1652 zuerst erschienen, 1 Band in fol., und nachher von Daviler 
mit acht Abhandlungen vermehrt wurden, 5 Bände in fol. In die- 
sem Werke sind eigenhändig radirte Blätter von ihm. J. le l'autre 
und Marot haben architektonische Plane nach ihm gestochen. 
Nanteuil hat sein Bilclniss gezeichnet, und Jean le Pautre es 
gestochen, gr. fol. 
Pautre; Plerre 13; Bildhauer und Hupferstecher, Ant0n's Sohn, 
lernte bei einem jetzt vergessenen lYleister lVlagniei- die Anfangs- 
gründe der Bildhauerei, übte sich aber nebenbei unter Leitung 
seines Oheims Johann auch im Aetzen. Hierauf ging er als könig- 
licher Pensionär nach Rom, wo le l'autre vierzehn Jahre verweilte, 
endlich aber kehrte er nach Paris zuriick, um da sein Gliick zu 
versuchen. Der Künstler wurde auch allenthalben sehr geschätzt 
und beschäftiget; ein glänzenclesLoos hatteaherLe Pautre nicht, weil 
er es verschmiihte, um Le Emu's Gunst zu buhlen, welcher da- 
 mals den Scepter der [iunst führte. Er bewarb sich auch um keine 
Stelle bei der königlichen Akademie, nur der Akademie des heil. 
 Lucas war er einverleibt, in welcher er sich als einer der vorzüg- 
liclisteu Künstler geehrt fand. DIr. d'Argensville zählt mehrere 
Werke des Künstlers auf, auch Statuen und Gruppen, die in lfiir- 
chen zu Paris, in den k. Gärten zu Marly, Versailles und {i la 
Muette aufgestellt wurden. Sein schönstes VVcrk ist die Gruppe 
von Aeneas, Anchises und Askanius, die er aber nach einer Zeich- 
nung von Le Brun ausgeführt haben soll. Sehr geschützt wurde 
 auch die Statue des Flötenspielers in Versailles, beide aus der 
frühen Zeit des Künstlers. 
Le Pautre studirte viel nach der Antike, und so mag sein Styl 
immerhin etwas reiner seyn, als jener von mehreren seiner Zeit- 
genossen. Düirgensville spricht dieses unbedingt aus, und fügt 
noch bei, dass der Meister auch bei seinen Schülern gleiche Gesin- 
nung erregt habe. Selbst der strengere Watelet zählt die erwähnte 
Gruppe zu den besten VVerken der französischen Sculptur, kann 
ab'er doch nicht verhehlen, dass ein Grieche den Sohn der Venus 
edler und schöner gebildet hätte. Ein Schiitzbares Bild nenntWa- 
telet dann noch eine heil. Marcellina. Le Pautre war beständi- 
ger Direktor und Professor der Akademie von S. Luca in Paris, 
und starb 1744 im 85- Jahre. L. Leramhert und P. Buistcr haben 
Statuen von Faunen, Satyrn, Nymphen etc. gestochen. Er hat 
selbst einiges radirt, doch können die Blätter dieses Namens theil- 
weise dem fblgenden P. le Pautre angehören.  
Palltfe; PICITC 16, Architekt und Radirer, J0hann's Sohn, war 
Zeitgenosse des Bildhauers dieses Namens, aber als Künstler nicht 
so bekannt, als jener, obgleich er dessinateur et graveur du lluy 
war. Sein Geburtsjahr ist unbekannt, man weiss aber, dass er 
um 1720 gestochen hat. Demnach ist die Angabe bei Rost, wel- 
 eher den Iiiinstler 1744 geboren werden lässt, unrichtig. Von sei- 
nen Blättern erwähnen wir: 
1) Die Statue Ludwig des Grossen, von A. Coyzevox ausge- 
 führt, 1689 errichtet, und in der Revolution zerstört, grus-
        

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