Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770214
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PiPPi- 
Giulio. 
gedenlten, dass vielleicht bald nach der Vollendung des Palazzo 
de Te statt fand, wovon wirvuns aber nicht durch den Augenschein 
überzeugen können. Als Kaiser Caz-l V. nach Mantua kam, musgtg 
Julius aus Auftrag seines Herrn die Ankunft und Gegenwart des 
Monarchen feiern helfen. Er fertigte zu diesem Ende Plane zu 
Triumphhögen, Decorationen für die Theater, und zu vielen an- 
deren Feierlichkeiten, wobei sich sein Talent so fruchtbar zeigte, 
dass ihn der Kaiser mit Lobeserhebungen überhäufte. Er glaubte 
auch, sich für deu_ bei dieser Aufnahme bewiesenen Eifer Gonza- 
ga's nicht erkenntlicher zeigen zu können , als indem er das Mar- 
quisat Mantua zu einem Herzogthume erhob. In Oel hat Pippi 
in Mantua wenig gemalt. Zu StfAndrea, in der Capellc der Sig- 
nora Isabella Buschetti war eine Anbetung des Jcsuskixides in der 
Krippe, zu den Seiten vorn Johannes und Longinus- Dies ist 
das weiter oben erwähnte Bild des französischen Museums, welches 
früher Carl I. von England besass. Auf den Seitenwänden der ge- 
nannten Capelle liess er durch seinen Schüler Iiinaldo von hlanma 
nach seinen Zeichnungen zwei Gemälde ausführen, da dieser schon 
früher mit B. Pagni an den Fresken im Pallast Te gearbeitet hatte. 
Das eine jener Bilder stellt die Kreuzigung dar, das andere wie 
zur Zeit der Gräfin Mathilde das Blut Christi gefunden wurde. 
Für den Herzog malte er das berühmte, jetzt in Dresden befindli- 
che, bereits oben erwähnte Bild, welches Maria vorstellt, wie sie 
das Kind in einem Becken wäscht. Der lslcrzog schenkte dieses 
Bild der Isabella Bnschetti, deren Portrait Julius spiiter auf einem 
kleinen Gemälde der Geburt Christi angebracht hatte. Dieses Bild 
kam mit einem anderen, welches die Umarmung zweier Liebenden, 
während sie von einer Alten belauscht werden, vorstellt, in den 
Besitz des VespasiandGonzaga. Es ist sicher jenes der Gallerie 
des königl. Museums in Berlin. Vespasiano besass auch ein schü- 
nes Bild des heil. Hieronymus. ImHHause seines Freundes, des 
Domorganisten Girolamo, malte er uber dem Kamine den Vulkan 
in Fresco, wie er in der einen Hand den Blasbalg, in der andern 
eine Zange mit dem Eisen zu "einem der Pfeile des Amor hält, de- 
ren Venus einige in dessen Köcher steckt. Dies ist eine der schön- 
sten Arbeiten dieses Künstlers. Für den Dichter Pietro Aretino 
fertigte er eine Büste des Gio. de' Medici, denn Giulio war auch 
in der Plastik erfahren. Nach seiner Zeichnung und unter seiner 
Beihiilfe entstand auch das Grabmal des B. Castiglionei und seiner 
Gemahlin in S. Maria alla Grazia zu Mailand. 
Mittlerweile (15310) starb Herzog Frederico, der das Talent des 
Künstlers geehrt hatte, und ihm Freund geworden war. Giulio 
nahm sich diesen Todesfall so zu Herzen, dass er Mantua verlassen 
wollte, und nur mit vieler Mühe brachte ihn der Bruder des Ver- 
storbenen, der Cardinal Gouzaga, davon ab. Der Cardinal trug 
ihm die Wiederherstellung des Domes in Mantua auf, und diess 
ist eine der vurzüglißhßten Unternehmungen des Künstlers. Giulio 
erneuerte da den altertbümlichen Geschmack, und stiftete sich ein 
Denkmal, welches zu den schönsten seiner Art in Italien gezählt 
werden muss. Die gänzliche Vollendung erfolgte indessen erst 
durch Bertano. Julius führte für diesen Cardinal auch einen Car- 
ton aus, welcher Petrus und Andreas vorstellt, wie sie von Chri- 
stus berufen, ihre Netze verlassen, um ihm zu folgen. Dieser 
Carton, das Schönste. was Giulio jemals geschaffen, wurde von F- 
Guisoni für die Capelle des Cardinals in Farben ausgeführt. Diß 
letzte architektonische Arbeit, die er vollendete, war die Zeichnung 
der Fagade der grossen Kirche von S, Petronio zu Bologna. B81 
dieser Gelegenheit coueurrirten die berühmtesten Architekten Ita-
        

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