Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770139
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Pippi r 
Giulio. 
liebkoset. Die Ausführung wird dem Giulio beigemessen, so wie 
von jenem der Madonna col divino amure im Museum zu Neapel. 
 Ein anderes, nach BafacPs Tod von Pippi ausgcführtes tretfliehcs 
Bild des Museums _in Neapel ist unter dem Namen der Madonna 
della gatta (mit der Hetze) bekannt. Auch die Vierge au lezard 
(Madonna della lucerta, mit der Eidechse) im Museum zu lYladi-id 
' soll Giulio ausgeführt haben. Eine als Copie dieses Künstlers be- 
zeichnete Wiederholung, hart und halt gemalt, ist im Palaste Pitti 
zu Florenz. Man erkennt ferner auch seinen Theil an der Aus- 
führung der berühmten heil. Familie, welche Rafael 1518 für Franz I. 
von Frankreich unternommen hat. Im Pariser Museum ist das 
Bildniss der Johanna von Arragonien, welches, mit Ausnahme des 
Kopfes, dem Giulio beigelegt wird. Zu Oakoverhall in Der- 
b shire ist eine Cnpie von RafaePs Bild der Perle im Museum zu 
Madrid, in der Grösse des Originals. Dr. Waagen erkennt iu die- 
ger Nachbildung mit Bestimmtheit die Hand des Giulio. An Giu- 
lio Romano gemahnt auch die Madonna mit der Blume in der 
Sammlun zu lslolkham, die da für Rafael gilt. Herr Munro zu 
London äresitzt eine Maria mit dem auf der Wiege stehenden 
Rinde, welches dem Johannes den Spruchzettel mit dem ,.Ecce ag- 
nus dei" reicht. Die Köpfe sind sehr lieblich, Zeichnung und 
Ausführung, so wie die freskoartigen Farben sehr in'der Art des 
Giulio. Mit Francesco Penni vollendete er nach RafaePs Tod das 
schon t505 übernommene Bild der Krönung Mariii für S. Maria 
di Monte Luce in Perugia, gegenwärtig im Vatikan. Von Giulio 
"soll die obere Hälfte mit Christus und Maria auf Wolken gemalt 
sein. Giulio dürfte auch einige der vorhergenannten Bilder erst 
nach dem Tode des Meisters in Oel ausgeführt haben, denn er 
war mit Fattore der Erbe der Zeichnungen HafaePs. Sie mussten 
dessvvegen auch der Verpflichtung des Meisters nachkommen, die 
dieser mit den Nonnen von Monte- Luee eingegangen hatte. Von 
BafaePs Tode an lebte er noch in voller Unabhängigkeit einige 
Jahre in Rom, auf mannigfaltige Weise beschiiftiget, sowohl iin 
der Malerei, als in der Baukunst. Hieher gehören einige Fresco- 
malereien mythischen Inhalts: die Gemälde, mit welchen er die 
von ihm erbaute Villa Laute ausschmüclste, und ein grosser Fries 
in einem der oberen Säle der Farnesina, welcher ihm wenigstens 
mit grüsstcr Wahrscheinlichkeit zugeschrieben wird, beide tüch- 
tige und ediegene Werke, wenn auch sie bereits mehr durch 
Kraft und ieben, als durch Anmuth und Zartheit ausgezeichnet sind. 
Eine Abbildung der erstem Bilder s. Peintures de la Villa Laute 
de Pinvention de Jules Romain, pur lcs freres Piranesi, dess. par 
Th. Pirdli. Den Pries stach B. Pinelli: U Fregio di Giulio Bo- 
Xnanu dip. nella Farnesina. Rorna 1815._ Bedeutender als diese 
Werke ist ein Altargeixiälde, welches Giulio unmittelbar nach Ba- 
fsePs Tod für S. Stefano in Genua ausfiihrte. Es ist diess' das 
Martyrthum des heil. Stephan, welches man als ein würdiges Sei- 
tenstiick zu RafaePs Transfiguration bewunderte. Es musste unter 
Napoleon die Reise nach Paris antreten. befindet sich aber seit 
1815 wieder in Genua. Der jugendlich schöne Heilige, siegend 
über das äusscrc Leiden, ist durch ein nur über ihn hereinbre- 
chendes Lieht beleuchtet. Ihm näher sitzt der Befehlshaber, und 
im Grunde werfen und Zielen die römischen Soldaten. An dieses 
Bild reihtisich nach Dr. Iiugler (Gcseh. der Malereiil. 26g) in 
gleicher Vortrefflicbkeit und jedenfalls auch aus der ersten Zeit 
von Giuli0's Selbstständigkeit eine heil. Familie in der Dresdner 
Gallerie, wo die Mutter das liind, um es zu waschen, in der 
Wanne. stehend hält, und der kleine Johannes das Wasser scherzend
        

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