Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1770016
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Pinhlricchio , 
Bernardino. 
Pius III. Senensis, Yii secundi nepos MDII. Septembris XXI 
apertis eleetus suffragiis, octavo Octobris coronatus est. 
Daraus ersehen wir zugleich, dass Pinturicchio noch 150.7; in 
Siena gearbeitet haben muss. Alle diese Werke sind noch wohl- 
erhalten. Die Tafel mit der Geburt der Maria, welche Pinturic- 
chio nach Vasari in seinem 59. Jahre für St. Francesco zu Siena 
gemalt hatte, ging aber im Brande von 1655 zu Grunde. Dieses 
Bild war das letzte des Iiiinstlers, über dessen Ausführung er sich 
nach und nach zu Tode grämte, wenn nemlich die Erzählung des 
Vasari gegründet ist._ Er sagt nemlich, idie Mönche hätten dem 
Malerein grusses Zimmer räumen müssen, nur einen alten schwe- 
ren Kasten nicht weiter schleppen wollen, bis sie endlich der wieder- 
holte Lärm Pinturicchixzfs dazu bestimmte. Bei dieser Gelegenheit 
brach im Kasten ein ßrett, und die Mönche fanden darin 500 
Uucaten in Gold, was nach ilasari den Maler so geiirgert haben soll, 
dass er zuletzt aus Verdruss starb. An der Richtigkeit dieser Erzäh- 
Älnng erregt indessen Titius, ein gleichzeitiger Schriftsteller,_ grossen 
Zweifel. Dieser sagt: das erwähnte liiadonnabild sei den ß. No- 
vember 1504 iilientlich aufgestellt worden, Vwiihrend es nach Va- 
_ea.ri's_ (An abe erst 15412 vollendet werden seyn musste, im To- 
desjalir diizs Iiiinstlersf Titius nennt als Ursache seines Todes den 
Verdruss iiber die Untreue und das ausschweifende Leben-seiner 
-Fr.a_r1, welche Bemerkung wenigstens bestätigt, dass er in Siena 
gestorben ist. Mariutti hat aber Unrecht, wenn er glaubt, Pintu- 
ricchio sei von 1505 bis 1515" ununterbrochen in Sienageblieben. 
 Von den Gallerien des Auslandes hat namentlich. jene des königl. 
Museums in Berlin Werke von Pinturiechio. Als ein sehr wohlge- 
liiigender Beleg für dieillichtung dieses Künstlers, und namentlich 
seinen Wandgemalden vergleichbar, ist unter diesen einer grosse 
Jänbetung der-Könige hervorzuheben .1 nachliugler ein festliches 
ausdrueksvolles Bild, wenn gleich in der Ausführung eine gewisse 
mehr handwerksmässige Weise anklingt. Auziehend ist im. Bilde 
besonders die Gestalt des jüngsten der kiönige, der in liebenswür- 
diger Jugendlichkeit Vortritt. Er trägt diejenigen Ziige,  denen 
man mehrfach in Peruginds Fresken begegnet, und die man vor- 
zugsweise. als das Portraihvon Pinturicchiifs jiingerem Mitschüler 
Rafael zu bezeichnen pflegt. Trefilich ist auch die Gestalt des 
neben der Maria linieenden Donators, so wie es auch den übrigen 
Figuren nicht an mannigfach charaktervoller Individualisirung 
Ifehlt. Von ihm ist daselbst auch ein kindlich sinniges Portrait eines 
izarten liinglings mit blondern herabhängendexn. Haar, nach Kuglefs 
Meinung ebenfalls BafaePs Bildniss. Eine kleine Verkündigung 
von: seiner Hand ist sehr anmuthig, roll Grazie und lebendiger 
Jdelwegung. Zwei Bilder. dem" jedes eine Menge von Scenen aus 
der Geschichte des Tobias in kleinen _Figuren enthält, sind nach 
 ßugler; minder in Bezug auf Gnrnpoälliqn und gediegene Zeich- 
ubtinig, als. wegen des mannigfach versclnedeneubuntenCostiirneä 
rund der launigen Zwiechenhandlungen interessant. Y 
"aus'm der Biographie in Vasarik Lebensbeschreibung haben 
Wir "über Pinturicchiv folgendes Werk: DfBem. Piniuricehjji) Pit- 
tore Perugino de, secoliXv. XVI. memorie raechlte e publicate da 
" GHB. Vermiglioli. rCon appendice di dociimenti in buond parl? 
inediti e- con illustrazioni nuove e copiose anche dellavita, e d] 
Aqualche opera d-i Pietro Peragino Onde emendare i Biograij suul 
 edgalle omissioni loro- notevolmente sunplire. "Nebst Pinturidchio? 
Portrait. Perugia; 1857.     
Graf Caylus und N? le Sueur stachen "nach Pinturi-cciüo": Zeich-
        

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