Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769967
Pintelli , 
Baccio. 
Pinto , 
Giovanni 
Lionardo. 
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Der Styl des Pintelli nähert sich dem seines Landsmannes Bru- 
neleschi und hat noch allerlei Beminiseenzen aus der früheren 
Sptizbogenbauart, 1.. B. in den Rosen der Fenster, den lireuzge- 
wölben (mit Ausnahme der Sistina, welche Spiegelgewölbe hat), 
den falschen Faeaden, zeigt aber im Einzelnen grosscn Geschmack, 
besonders in den Ornamenten. Auch sind seine Arbeiten besser 
congtfuirl), wie die des Braxnante, z. B. die Iiuppel von S. Ago- 
stino und der Pente Sistu. Auf sein eigenes Verdienst in der 
Construction der Iiupifßel von S. Agustino hat schon düägincourt 
in der Tabelle der Kuppeln aufmerksam gemacht. Andere Eigen- 
thiimliclmkeiten zeigcnwclie Kirchen der Apostel, und S. Pietru in 
Vincoli, so wie diefaeade von S. Maria del Popolo, insbesondere 
die untere Arkade der ersten mit achteekigexi Säulen, in denen, 
so wie in den Capitälen derselben sich der Künstler ohne Rücksicht 
auf die gewöhnlichen antiken Ordnungen seiner eigenen Einbil- 
dungskraft überlassen hat. Gaye sagt. es möchte scheinen, als 
0b gerade dasStreben, originell seyn zu wollen, den Künstler 
bisweilen irregeleitet und auf die clurchbrochenen Giebel, auf die 
verschnörkelten, durch nichts bedingten Verzierungen gebracht 
habe, welche an den Frieaden der liirchen S. Maria del Popolo, 
an S. Agustino und S. Jacomo so störend sich zeigen, dass sie des 
17. Jahrhunderts nicht unwürdig wären. Gaye glaubt diess eher so, 
als durch Nachahmung römischer Architektur erklären zu müssen. 
Denn wenn die spätere Kaiserzeit auch Willkiihrlichkeiten der 
Art in Menge zu Tage förderte, so zeigt doch Baccio in seinen 
Profilirungen, in seinen Pilasterlsapitälen, in seinen Säulen zu 
grossen Geschmack, als dass man ihmzutrauen könnte, er habe 
vor dem Besseren gerade das Schlechtere sich ausgewählt. Einige 
Arbeiten könnten noch von Anderen vollendet werden seyn, wie 
die Facatle von S. Agostino, wo in Gesimsen so viele Schwerfäl- 
liglteit, so starkes Hervurspringen einzelner Theile ist, dass man 
sie nicht leicht mit Maria del Popolu, mit Pietro in Mentorin, über- 
haupt mit seinen feinen Profilirungen zu vereinigen weiss. Eigene, 
aber einfache und glückliche Erfindungen zeigen die Capitüle sei- 
ner Säulen und Pilaster, an denen er stets wieder "zu erkennen ist, 
da sie immer wiederkehren, so (lass man darin eine gewisse Ar- 
muth der Erfindung erkennt. Am erfinclungsreichsten und glüek. 
lichsten zeigt er sich "in seinen Ornamenten, welche den besten 
Arbeiten des 15. Jahrhunderts sich vergleichen dürfen, wie jene 
ßder Thiiren von S. Maria del Popolo. Pietro in Montorio und 
namentlich jene Thiire zwischen der Minerva und dem Capitul. 
Diese Eigenthümliehkeiten brachten Dr. Gaye zu de)" Ueberzeu- 
gung, dass Pintelli, und nicht Lucianus der eigentliche Erbauer 
des Pallastes in Urbino sei.  
PIINICP, Iiupferstecher, dessen Lebensverhältnisse wir nicht; lwnnep 
 In FrenzeVs Gatalog der Sammlung dlgs Grafen Sternberg-Mande 
scheid werden ihm und Binchi folgende Blätter zugeeignet: 
1) Der Prgphet Ezechiel. 
2) Der hell. Ephrem.   
3) Der hgil. Nicolaus von Tolentino, ganze Figuren, alle nach 
  grieChlSChen Gemälden. 
Pluto, Glovanm Llonardo, Ivlaler zu Neapel, war anfangs Kut- 
scher bei Luca Giordano, und dann Schüler dieses Meisters, un. 
ter dessen Leitung__er in kurzer Zeit grusse Fortschritte mnchtßs 
Er fertigte Bilder fufj Kirchen und Palläste, die alle für schön bei 
fu-nden wurden. Bluhte um 1630, und starb in jungen Jahxeu.
        

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