Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769655
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Pigalle , 
Jean 
Baptist. 
von sich, er war im Gegentheile voll von Bescheidenheit, und 
hielt sich fern von den Künstlern erster Grösse.  
An diese beiden in Sanssouci aufgestellten Werke reihen sich 
zwei Statuen Ludwig des XV., von welchen jene, welche 1'265 in 
Iiheims aufgestellt wurde, nehen dem Grabmal in Strassliurg als 
lVleisterstiick des Künstlers erklärt wurde. Zu den Seiten dieses 
Standbildes sah man zwei allegorische Figuren, von welchen die 
männliche, die, von olienen Geldsäcken umgehen, ruhig dasass, 
das Bildniss des Künstlers war. Die zweite dieser Statuen kam in 
den Pallast von Bellevue, und eine dritte, welche bis zur Revolu- 
tion auf dem Platze Ludwig XV. in Paris zu sehen war, ist von 
Pigalle nur nach Bouchardonk Modell ausgeführt; wgldgn. Bou- 
chardon erklärte ihn bei seinem Tode als den einzigen Meister, 
der diese Reiterstatuc ausliiltren konnte. Im Jahre 1763 wurde sie 
aufgestellt, und 1792 umgestiirzt. Alexander Lenoir hatte von 
dem Giesser fiir das Museum in der rue des Petits-Augustins den 
rechten Fuss um den Preis des rohen Kupfers erhalten. Für die 
Petits-Peres des Victoires fertigte Pigalle die Statue des heil. Augu- 
stin, für eine Capelle von St. Sulpice die Statue dieses Heiligen, 
fiir die Abtei St. Gerinain-des-Prcs ein Basrelief mit der Himmel: 
fahrt des heil. Maurus, und iibcr der Pforte des Findelhauscs bßl 
Notre-Danie wurde eine Iiindergrnppe aufgestellt. Ein Cnrinsutn 
ist iseine Statue des Voltaire, welche die Verehrer des Letzteren 
bestellten, aber als ein anatomisches Zcrrhild erhielten, das man 
nicht iliientlich ausstellen (lurltc. Pigalle stellte den inissgestalte- 
ten Arouet nackt dar. So einen ahgeinagerten Iiiirper zeigt auch 
sein Grabmal des Grafen von Ilarcourt in Notre-Daine zu Paris! 
Die Wittwe des Vcrewigteti wollte indessen so eine eingeschrunipilß 
Gestalt haben, und daher trägt hier der Iiiinstlcr weniger Schuld. 
Auch zählt d' Argeiisvillc dieses Werk zu den wenigst gelungenen 
uiiscrs Iiiinstlcrs. Von seinen Statuenvriihinte man aber jene eines 
Iiixides, welchem der Vogel aus dem Iiiifig entwischt. Von den 
Bildnissen stehen jene Ludwig XV., Didcrofs, Voltairds, RaynuVS 
etc. oben an. Sein letztes Werk war ein Mädchen, welches siull 
den Dorn aus dein Fusse zieht.  
Als Hauptwerk des Künstlers erklärt man das Monument des 
Marschalls Moriz von Sachsen,'in der St. Thoinaskirche zu Strass- 
burg, bereits 1765 auf Befehl Ludwig XV. begonnen, aber erst 
1776 aufgestellt. An diesem Monument wurde viel geriihmt und 
gerügt. Bei d" Argensville II. 591., in MeusePs Museum lI. (S3, 
und in mehreren anderen älteren Werken ist es mehr oder weni' 
gü- ausführlich beschrieben und heurthcilt. Wir folgen hier den! 
Berichtgeber im llunslblauß 1830 Nro. 6., wo neben anderm Fol- 
gendes zu lesen ist:  
Dem ganzen Gebilde liegt ein grosser und kräftiger Gedankt? 
zum Grunde, und die Anordnung der Gruppe ist so schlicht und 
harmonisch gehalten, FlfISS von hier aus nichts den Eindruck ilß? 
Ideen des Künstlers hemmen oder stören kann. Im Schoosse dC5 
Friedens öffnet sich dem Helden der Sarg; CP-Slelgt mit UnersclirW 
ckenheit in voller Rüstung, den Lorbeer um die Schliife, den 
Feldherrnstab in der Hand, die zum Grabe führenden Stufen hilf 
ah. Ueber zerbrochenen Standarten stehenwivnd liegen schon (lle 
WVappeialhiere der Feinde Frankreichs. Auf. der andern Seitß 
trauert Dankbarkeit 11ml Liebe; Frankreich klagt um den Hcldcfb 
Die allegorische Figur, welche das zweite Wfatcrlaiitl des Marclißlls 
darstellt, sucht mit der rechten Hand ihn "vom Herabsteigen in de" 
Sarg, mit der linken die gefahrvollenLAninuthungcn des Todes 1""
        

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