Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769459
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Pichler , 
Johann 
Peter. 
zu besuchen. was er mit so glücklichem Erfolge gethan hat, dass 
in kurzer Zeit sein Name mit Ruhm genannt wurde. Er führte 
mehrere Gemälde in Frescu aus; wie jene des Saales im Schlosse 
zu Austerlitz, in der-ßPfarrlsircl-ne zu Obrowitz bei Brünn, und in 
einigen Sälen zu Wien, Prag, Pressburg, u. s. w. In dei: spätem 
Zeit verlegte er sich mit grosscm Gliicke auf die Blumenmalerei. 
Ptcliler, Johann Peter, Kupferstecher, geb. zu Botzen 1765, gest- 
zu Wien, 1806. Früh seiner Eltern beraubt, gab ihn sein Vor- 
mund dem geschickten Maler J. A. Cusset in die Lehre, und 1785 
 schickte er deÄi hgiiädel nach Viflelll, um an der k. k. Akademiä 
seine weitere us i un zu ver'o gen. Pichler hatte Anla e un 
Neigung zur Kunst; crgzeichnete in Wien auch anfangs gileissig 
nach der Antike und dem Modelle, machte auch Versuche im Ma- 
len, gerieth aber zuletzt in schlechte Gesellschaft. Jetzt schrieb er 
 dem Vormunde beständig um Geldanwcisung, da er sich aber nie 
über Fleiss und Fortgang ausweisen wollte, so rief ihn dieser nach 
Botzen zurück. 
Dort angekommen. wurde er dem geschätztesten damaligen B0- 
tzencr Maler, Iiarl Henrici, zurvPriifung übergeben, der ihm, ali 
er ein kleines Stück gemalt hatte, trocken erklärte: er wiirde alS 
Illlaler nie sein Glück machen, und immer mittelniässig bleiben- 
 Er rieth ihm jedoch, sich auf die Iiupfeästächerlljmnslt zu virlegän, 
einen Yorschlav, denPichler-frcutli ervri  etzt cea ersic wie er 
nach Wien, "uiitl widmete sich untir Üeitung des Pxgofessors Jakobß 
und des. Direlstors Schmutzer mit grossem Eifer der Iiupferstecher- 
 kunst. Er legte Pinsel und Palette auf die Seite, zeichnete desw 
mehr, und es dauerte nicht lange, als seine Blätter jenen seines 
Lehrers schonwenig oder nichts mehr nachgaben, wodurch er sich 
auch die Gunst des bekannten Miicenaten aller hervorragenden ti- 
rolischen Iiunsttalente, des Freiherrn v. Spcrgs, Priises der Akade- 
mie, gewann, der ihm ein Stipendium verlieh. Damals herrschte 
I, grosse Vorliebe fiir geschabte Blätter, und {so wäurrleäi auch Pich- 
ler's Arbeiten nach und nach "esucht. Eine ii er ie X iener Iiunsl- 
ausstellung vom Jahre lYSODim Drucke erschienene Critili nahm 
bereits keinen Anstand mehr, seine Werke 'eneu seines LehrerS 
vorzuziehen, und er erlangte bald den Ruf eiiies über alle in die" 
sein Fache arbeitenden Deutschen hervorragenden Künstlers, des- 
sen Werke man den besten englischen an die Seite zu stellen 
kein Bedenken trug. Er wurflenun von allen Seiten mit Bestel- 
lungen nach guten Gemalden uberladen. {In den ersten Jahren nach 
1790 erhielt e,- von dem _Fursten von Anhalt-Dessau den Auftrag, 
für die zu Dessau neuerrichtete chalkographische Gesellschaft nieh" 
rere Platten nach beäuämteii Gemiixldenl der Gallcrien zu Braun" 
sghwgitr, Dresden nn esse zu vererti en. Er fol te diesem Rufe 
und hibelt sich längere Zeit zu Dessau äit. Von diäscn dort geliW 
ferten Arbeiten riihint  die lälagdalena in der Einöde, und einen 
heil. Johann Bn itist, e! e nac nttoni von Seidelmann ezeich- 
net, so wie dielVenuS nach Titian, llrlyrrha nach Poussiä, Onv 
phale nach Dominichttiu etc. Nachdem er nach Wien zuriiclsgelsolß" 
men war, vcrehlichte er sich mit einer Tochter seines Lehrers Ja" 
l-tohe und arbeitete .vrel.n Nach Jakohe's Tod versah er Proviä]; 
risch dessen, Pro "essorste c; die wirkliche Ernennun aber crle 
er nicht. Er higterliessl seine Frau (und einen lunggßn Sohn li." 
den diirlti sten mstiitic en, woran hau tsiichlich sein unordenl" 
ches Ijebergi und sein Hang zum Trunkepßchultl war. Pichler War 
zwar Pensionär des k. k. Hofes, so wie des regierenden Fiirälc" 
von Lichtenstein, und verdiente durch seine Arbeiten viel; über
        

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