Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769447
Pichler , 
Johann 
Joseph. 
Pichler , 
Joseph von. 
275 
seinem Journal VIII. 5. das Verzeichniss der "Werke des Künstler; 
von 1766  '71.  
Pichler, Johann JOSBPlI, Edelsteinschneider, der Stiefbruder des 
 Obigen, wurde zu Rom geboren,_ und daselbscvornehmlich unter 
 Leitung des berühmten Johann Pichler zum Iiunstler herangebil- 
det, da sein Vater für ihn, als Sohn seiner zweiten Ehe, zu früh 
. starb. Es ist indessen die Iiunst desselben, so wie jene seines 
Stiefbruders, auf ihn übergegangen. Er schnitt verschiedene trelT- 
liche Cameen und Intaglios. Ausgezeichnet sind clieBilrlnisse des 
Kaisers Franz und Pabst Pius VIL, letzteres 1817 vertieft in ovaler 
Form geschnitten, und von beträchtlicher Grösse. Auch verschie- 
dene Pasten, Sclnvefel- undsGypsabdrücke fertigte er, so wie sein 
Bruder Luigi. Pichler wurde seiner grossen Geschicklichkeit wegen 
als Professor der Steinschneidekunst nach Wien] berufen. ,Hier 
erhielt er auch den Auftrag, von -sä,mmtlichen_ kostbaren Steinen 
 des k. k. Antikenkabinetes. Glasausgvüsse zu" machen, eineikost- 
bare Sammlung, welche für den Pabst Pius VII. bestimmt wurde. 
 Pichler nahm die Formen mit grösster Genauigkeit von den Origi- 
nalen und bewerkstelligte dann den Ausguss der Glasflüsse in der 
 k. k. Porzellanmanulalttur, der besonders bei den grössern Siü- 
 scken mit unsäglichen Schwierigkeiten verknüpft wäixÜPrixnisser in 
 Hormayfs Archiv 1321, Nr. 17 benachrichtet über dieses Unter- 
nehmen, und sagt, dass dessen oft auf die härtesten Proben ge- 
 stellter Fleiss  da einige der grössteu Stücke in der _Schmelzung 
 mehrmals misslangen  mit einem überraschendenßrfoige belohnt 
 worden sei. Bei den kleinen Piecen, besonders den Intaglios, ist 
die Nachahmung am täuschendsten; die Achate, Lazursteine, Jas- 
pisse, sind in Farbe und Glanz unübertrefflich gelungen; nur bei 
wenigen erscheint das Colorit etvvas verändert. Die grusscn Onyxe 
und Sardonyxe Ptulomi-ius und Arsinoe, August und Roma, der 
 prachtvolle Liber im Brustbilde, Cybele, der blitzschleudernde Ju- 
piter, die Familie des Iiaisers Claudius, endlich der vortrelilichste 
 aller antiken Onyx-Cameen, Augusfs Apotheose vorstellend, geben 
 den unerreichbaren Originalien sehr nahe kommende Bilder. Diese 
in ihrer Art einzige Sammlung besteht aus mehren Hunderten von 
Pasten. Im Jahre 1821 überbrachte sie der Iiünstler selbst nach Rom. 
Plchlßf, Ludwig, Medailleur und Edelsteinschneider, Professor der 
Medaillen und Gemmenschneidekunst an der k. k. Akademie in 
Wien, ein Künstler unsers Jahrhunderts, dessen Werke zu den 
vorzüglichen ihrer Art gehören. Es sind diess (iemmen und Me- 
daillen von grösster Bestimmtheit und Correktheit der Form: Im. 
Jahre 1820 schnitt er eine treffliche Medaille zum Qedtichtniss Mer- 
ltePs. Ein anderes treffliches Werk dieser Art ist die Medaille zum 
Andenken des Fürsten von Schwiarzenbergymll dem Mars, und  
der Legende: Marti pacifero. 1m Jahre 1855__1lßSS die Akade- 
mie der b. H. von ihm eine Denkmünze auf den Fursten Staatskanz- 
1er von Metternich fertigen. Sie ehthält auf der einen Seite das 
Brustbild des Fürsten, und auf dem Revers eine allegorische Figur 
mit den Sinnbildern der Künste und der Umschrift: Lib, Artiutn 
(Illinque per lustra curatori et decori academ. grata. Vindobun. 
P1 MDCCCXXXV.  
ichter, Joseph von. Maler, wurde 1750 zu Kutschach in Ober- 
karPthßll geboren, und obgleich er schon in früher Jugend ent- 
schiedene Neigungzur Kunst äusserte, so konnte er doch erst im 
zwanzigsten Jahre unter Faltinger in Linz sein-e Laufbahn begin- 
nen- Im Jahre 1752 kam er nach Wien, um die k. k. Akademie 
180
        

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