Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769218
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Pinzza , Albert. 
Mart. 
und: 
Piazza  iCallisto. 
und zwei kleine Engel verehren. Im Buschwerk wandelt Joseph. 
Im landscharftlicluen Hintergrumle ist die Verlsüxldigung an iie Hir- 
ten. Irrig wird das Bild öfters-dem Marco da Oggione zugeschrie- 
bqn, obgleich es nicht 1m (Geringsten an die Schule kles Leonardo 
ennnert.   .1  ; . J   
Piazza, Calhsto, Maler, der Sohn des Martina Piazza deÜToc- 
cagni; gewöhnlich Callisto da Lodi genannftiß-woher er stammt, und 
nicht von" Brescia, wie Bidolfi angibt, ein Schriftsteller, der die- 
sen liünstler nicht nach Verdiensßgewürdigthat, da er blus sein 
gutes Celurit in Wand- und Leirn-Farben-Malerei lobt. Auch 
Orlandi; und nach ihm Lanzi, lassen den Callisto aus 'l.'itian's 
V Schuleihervbrgehen. Schorn bemerkt aberfim Kunstblattei1825 
 Nrn. 1,- dasser an Adel der Gestalten, und des Ausdruckes , dem 
Rafael näher trete. Nähere Auskunft, alslLanzi und andere itali- 
enische Schriftsteller, gibt Passavant. liunstblatt 1838 Nro- 75, und 
 dieser Schriftsteller ersah, dass Callisto in jüngern Jahren der Art 
  und Weise seines Vaters gefolgt sei, was die Tafel zu beweisen 
 scheint, welche im Dome zu Lodi, auf dem Altare des heil. Bavu 
 aufgestellt ist. Sie ent-hiiltnz-weirnal drei Abtheilungen. und zeigt 
 im untern..lVlittelbild die Darstellung des Iiinddrmordes, im ubern 
;  die Madonna und Heilige zu den Seiten. Dass dieses Bild wirklich 
v- von Callisto" herrühre, ist indessen zweifelhaft; -Pas'savant schien es 
 vielmehr die Darstellungsweise des ältern Piazza zu verrathen. 
Breiter in. der Behandlung sind zwei Bilder vontCallistu zu Bres- 
cia. Das eine in der Salsristei von S. Clemenle ist in Wasser- Farbe 
aufLeinwand gemalt, und stellt die Geburt Christi dar, bezeichnet: 
Calixtus Landensis feciebat 1524, woraus wir zugleich auf die frühere 
Zeit des Künstlers schliessen können.    
Grossartig in der Anlagen-aber unbedeutendiin den .Characteren, 
 ist das Oelgemaelde der Heimsuchung auf dem Hauptaltare der 
_Iiirche S. Dlaria di Calchera daselbst. Nach Passavant kann man 
zwar darin ein gewisses Streben nach Grandiositiit nicht verkennen, 
allein dem Meister fehlte es an Tiefe des Gemülhs, und an Gründ- 
lichkeit. in seiner künstlerischen Ausbildung. Gleich dem vorher- 
Igehenden, ist das Bild mit seinem Namen und der Jahrzabl.1525 
 bezeichnet. .  L  
Diesem Mangel nachzuhelfen, und gegriindet-eren Ruhm zu er- 
werben, scheint Callisto erst nach dieser _Zeit, nach Venedig gegan- 
gen zu seyn. Passavant fand dieses nicht nur aus einigen sei- 
ner spätem Werke, sonderiraueh durch eine Notiz des Albertino 
Piazza bestätiget, welche dieser m einen ihm gehörenden Band 
der Gedichte des Petrarca geschrieben, undnaeh welcher er seinen 
 Neffen zur Iiörderung 1n dessen liuust nach Venedig gesendet, ob- 
gleich derselbe sich als Maler schon hervurgethun hatte, Das ause 
gezcichnetste Werh des Callxsto, in welchem der Einfluss der Ve- 
netianer, besonders C165 Glorg-iune, unverkennbar ist, findet sich 
in der Parochiallsirchß 111 Codogno. Das Altarbild stellt die Him- 
melfahrt Maria dar, und Zeigt in dem unteren Theil , neben den 
in verschiedenen Gruppe? Vertheilten Aposteln, links den lsnieen- 
den Donator, Ercole Trlvulzi, von Johannes dem Täufer empfoh- 
len, und rechts seine Üftmahlin mit der bei ihr stehenden Cathw 
rina von Alexandljlßn- Die allgemeine Haltung des Bildes ist seil? 
großartig, die einzelnen Gruppen sind analerisch vertheilt; die 
Färbung ist sehr tief, in der Carnation lebhaft mit duuhelbraw 
l nen Schatten; das tüchtige Machwerk, namentlich in den Portrait" 
iiguren. erinnert sehr an die Art des Giurgione. Passuvant laenni
        

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