Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1769019
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Phidias. 
Philandrier. 
 Schlüzer gerade hinaus: "Phidias, der göttliche Künstler, beging 
zweimal groben Unterscbleif, und ward als Dieb gehängt." Die- 
ses wurde von Neueren als grobe Unwahrheit erklärt, und (llß 
Ehre des Künstlers zu retten gesucht. Dass er von Meno des 
Diebstahls angeklagt wurde, erzählen Philochorus, dessen VVortß 
der Scholiast des Aristophanes anfiihrt. Plutarch im Leben des 
Pericles, und Diodor von Sicilien. Phidias sollte nämlich Gold 
veruntreut haben, welches er zur Ausführung der Statue der Mi- 
nerva erhielt, doch nach der Verurtheilung glücklich zu den Eleern 
entronnen, von diesen aber gelildtet worden seyn, nachdem er die 
 _Sl'atue des Jupiter vollendet hatte. Die Anklage wegen Unterschla- 
gung ltatt wohl volle Richtigkeit, und diess dürfte unmittelbar 
nach Vollendung des Culosses der Athene im Parthenon gewesen 
seyn. Der Künstler rechtfertigte sich durch Darlegung des Gewich- 
tes, und kam sonach nichtßals flüchtiger Dieb zu den Eleern, wel- 
chen) sie kaum die Auslühritng einer kostbaren Statue anvertraut 
hätten. Sie hatten auch keinen Grund, ihn zu erschlagen, aber 
zu Athen soll er im Gefängnisse das Leben geendet haben, bald 
nach Vollendung des olympischen Jupiters. Dieses geschah 453 
v. Ch., und im folgenden Jahre, Ol. 87. i, starb er, als Opfer 
derl Umtriebe einer Partei des Volkes, welche die Macht desPei-i- 
cles zu stürzen gedachte. So glaubt Müller, Hirt aber hält nur 
die Anklage wegen Veruntreuung für ein Factizm. Alles Uebrige, 
was Philochorus und andere spätere . wie Plutarch, erzählen, ist 
ihm unwahrscheinlich. Plutarch sagt, dass Phidias, nachdem er 
sich von dem Verbrechen des Diebstahls gereiniget hatte, wegen 
Verletzung der Religion angeklagt worden sei, weil er sein und 
des Pericles Bildniss auf dem Schilde der Athene angebracht. hatte. 
Plutarch sagt nichts von einer Flucht, nichts vom olympischen 
Jupiter, er lässt aber den Künstler im Geliingniss sterben. 
Unter den Werken, welche über Phidias und seine Bunst han- 
deln, nennen wir vor allem G. O. Müller's Commcntatio de Phi- 
dizievita, und (leasen Archäologie der Iiunst; Sillig's Catalogixs 
artifictnn; Ilirfs Geschichte d. b. Künste bei den Alten; Wiuckel- 
mamfs Werke; 'I'hiersch Epochen der b. Iiiinste bei den Griechen; 
Böttigerhs Andeutungen; die Werke von Schorn, Meyer, Iiugler, 
etc. Werke, in welchen Abbildungen vorkommen, haben wir im 
 Contexte angegeben. 
PllldiRS, Bildhauer, der Sohn des berühmten Phidias, fertigte mit 
seinem Bruder Ammonius aus einer Art Basalt einen grosseti sitzen- 
den Ailien, dessen Kopf aber verloren gegangen ist. Aut" der Ba- 
sis dieses jetzt im capitolinisclier: Museum aufbewahrten Werkes 
steht: 
ÜIIAIAC KAI AHIHIONIOC AIPPPOTEPOI 
v KTJIAIOT EJIOIÖTN. 
Wincltelmann glaubt,_ dieses Dcnlunal könnte für die pithekussi- 
sehen Griechen in Afrtca (zußynoüaaai), wo die AlTen göttlich ver- 
ehrt wurden , gefertiget und nach Rom gebracht werden seyn. Zu 
dieser Annahme bestimmten ihn ein Paar Worte einer lateinischen 
Inschrift auf der linken Seite der Base. Man liest noch: VII. Cos., 
worunter C. Nlaritxs zu verstehen wäre, dem allein zur Zeit der 
Republik sieben Mal das Consulat ertheilt wurde. 
Phxlandner, Guilleaume, Architekt von Chatillon, bildete sich in 
Rom unter S. Serlio. und übte selbst als Domherr von Bhodez
        

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