Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1768999
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Pliidias. 
resten altgriechischer Baukunst und Sculptur so viel wie möglich 
nicht nur ganz neue Zeichnungen, sondern Abgüsse von Gypi 
fertigen zu lassen, und auf diesem Wege Alles, was den Verwü- 
stungen der Zeit und der Ilohheit der Eroberer entgangen war, 
dem gänzlichen Untergangs zu entreissen. Er brachte _zu diesem 
Zwecke sechs Iiünstler mit sich nach Constantinopel, aber erst 
nach. manchen Schwierigkeiten erhielt er die Erlaubniss, die Ar- 
beiten zu beginnen. So unermiidet jene Iiünstler waren, so gin- 
gen doch drei Jahre hin. ehe alle Denlimale in Athen, zum Theil 
auclfausser seinem Gebiete, gemessen, gezeichnet und abgeforml 
waren. Doch gerade die nilhereBekanntschaft mit dem Zustande, 
worin man sie fand, überzeugte nun weit mehr, dass die Verwrtl- 
stungen der Türken, die Zertrümmerung ganzer Statuen und ihre 
Zermalmung zu Kalk und Mörtel bald keine Spur mehr von ihnen 
übrig lassen würden. Daher bot nun Elgin Alles auf, um zu 
retten, was noch zu retten war, und es gelang ihm, einen 
Ferman auszuwirken, welcher den Lord sogar zur Wegliihrung 
von beliebigen Werken berechtigte. So kain er denn mit einen! 
seltenen Schalze von herrlichen Werken aus der Blüthezeit der 
griechischen Kunst nach London zurück, wosie nach langen Q8- 
batten Staatseigeiithum und in das lirittische Museum aufgenommen 
 wurden. Mehreres s. "hierüber A. Niemeyefs Beobachtungen auf 
einer Reise nach England. Lord Byrun beschuldiget den Lord VElgin 
eines unwiirdieen Raubes, allein wenn auch jetzt das junge König- 
thum den Verlust jener Iiunstbliithen bedauert, so hat Lord El- 
gin auf der anderen Seite viele vor barbarischer Einweihung ge- 
rettet. Lord Byron hätte sein Epigranim auf den schottischen Plün- 
derer lieber unterdrücken sollen. 
Abbildungen der Bilder aus den Giebelfeldern s. B. Lawrence 
Elgin Marbles from the Parthenon at Athens etc., London 1818, 
fol., und getreue Umrisse darnach, Darmstadt 1828; Marbles of 
the Brit. Mus. Vl. Stuart, Antiquities etc. IV. 1  5, gibt den 
westlichen Giebel fast vollständig, aber nicht so genau, vom öst-  
liehen 1 Figur (Nike) weniger, als im brit. Museum ist. Abhil- 
düngen athenischer Tempelsculpturcn sind auch in C. O. Müllerß 
Denkmälern. Ueber die im brittischen lNIuseum befindlichen Sculp' 
turen dieser Periode vgl. Waagen Kunst und Kunstwerke in Eng' 
land I. 79 Hi. 
Ueber die Bildwerlte des Tempels "der NikeAptei-os, s. R055! 
die Akropolis von Athen, Abth- i, übe!" die 1m bfillischen M11" 
seum Stuart Antiq. II. 12, 15, B. XV. N0. 257  260. Denkmäler 
d, a, Kunst 26, 17. Abbildungen der Bildwerke des Theseionv 5' 
Stuart _III. Ch. 1, Dodwell, Tour etc. I- 365; Alcuni bassiril. V. 59 
Müllcfs Denkmäler 20 - 22. 
In den gegen [t Fuss hohen Metopen sah man 92 Tafeln mit 
Hochreliefs: an der vorderen östlichen Seite Pallas als Giganten- 
[iämptbrin und andere Güttei-kiimpfe, an der südlichen in der Mitte 
Sccnen aus der älteren attischen Mythologie, gegen die beiden 
Ecken hin die Centauromaehie; an der nördlichen unter an- 
dern den Auiazonenkampf, an der westlichen abwechselnd Kämpfe 
von Reitern und zu lfuss. Früher hatte man annehmen zu dürfen 
geglaubt, dass alle diese Metopeii Centaurenkämpfe enthalten h?" 
ben, dass aber dieses nicht der Fall ist, zeigten die Üntersuchull" 
gen Leacke's (Topography etc.)_und Bröndsted's (Reisen in Gfle" 
chenlandJ. Letzterer gibt Nachrichten über diese Werke, s. auch 
Kunsthlatt 1851 N0. 22, 25. Auch in der deutschen Ausgabe V0"
        

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