Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1768962
dias kain erst nach mehrfachen Versuchen zur Darstellung dieses 
höchsten Giitterideals, und gleich Apelles unterwarf er seine lYIo- 
clelle der öllentlichen Prüfung, wie aus Lilexan (lmagg. 14) Qfhel. 
let. Endlich gelangte er durch folgende Verse des Homer (ll. v. 
529 Ff.) zür Iilarlicit der Irlee:  
"Also sprach und winkte mit schwärzlichen Braunen Cronion, 
Und die Ambrosisclnen Locken des Königs wallten ihm vorwärts 
Von dem unsterblichen Haupt; es erbebtcn die Ilölfxi des Olympus." 
Der König der Götter war auf einem Thron sitzend dargestellt, 
etwa 40 Fuss hoch, auf einer Basis von 12 Fuss Höhe. In der ei- 
nen Hand hielt er den Scepter, vielfarbig von verschiedenen Me- 
tallen, auf der anderen eine Sicgesgijyttin, gleichfalls von Elfen- 
bein und Gold. Das Haupt nmwalltei: goldene Locken, von denen 
nach Lucian einige f) Minen, etwa 500 LriniscPor Wogen. Sein 
goldenes Gewand war mit Blumen geschmückt. Der Thron aus 
Cedernholz hatte die reichsten Zierden aus Gold, Elfenbein, Eben- 
holz und Steinen; in freien Statuen , Reliefs und Malerei beste- 
hend. Die Wände hatte Paniinus gemalt, und wie "Ei-ÄIÄÖJS-Tgrin ling- 
ler's Museum 1857 Nu. 29 meint, waren dies diejenigen Wände, 
welche zwischen die Fiisse und Stützen des Thronesseingelassen 
waren, was die richtigere Erklärung der Stelle des Pausaniasseyn 
dürfte. Auch der Fussselieinel des Zeus und die Basis, auf wel- 
cher der 'I'lirun stand, war mit mancherlei Bildwerk geziert. Höch- 
ster Reichthum der die einfach erhabene Gestalt umgebenden pla- 
stischen Zierden, tiefe Wissenschaft in der Anordiiungglcr Dilaasre 
der sehr culossalen Figur, und der erhabenste Schwung des Gei- 
stes in der Auffassung des Zeusideals machten diese Statue zu ei- 
nem Wunder der Welt. Die zum Grunde liegende Vorstellung 
ist nach Müller (Arch. 2te Aufl. ß. 115) die des alliniichtig herr- 
schenden, überall siegreichen Gottes in huldvuller Gewährung, 
gnädiger Erhörung menschlicher Bitten. In ihm schauten die Grie- 
chen den Zeus gegenwärtig; ihn zu sehen, war ein Nnmvßä; 
(trauerlindernd, freudig), ihn vor dem Tode nicht erblickt zu ha- 
ben, beinahe ein solches Unglück, wie in die Mysterien uneinge- 
weiht zu sterben. Phidias" arbeitete fiinf Jahre an diesem Werke; 
nach Ablauf der 86. Olympiade, 433 v. Chiw, halle er sie vollen- 
det. Zu dieser Zeitbestimrriung bereehtiget Ililmßilltliclr der Urn- 
stand, dass Phidias den Namen des unten erwähnten Pantarkes 
auf den Finger des Gottes schrieb. Unter den "hallelfe" Vvßrlien 
sind am verwandtesten der (nicht ausgezeichnete) Jupiter Veruspi. 
und die Mediceische und Vaticanische Büste, 5250114913; letztere, 
in der Sala rotonda. Die Statue Verospi siehe_in Abbildung P. 
Cl. I. 1.. und die eolossale Biiste von Otriculi VI. I. und Mus. 
Franc. III. i. Zu lldefonso ist ein (unbekannter) f-lßlßßä; eine er- 
habene, aber sehr erstiiclite Colussale Büste im Garten Bohuli zu 
Florenz, Winckelrnann lV. Taf. i fit-eine alldem: m der llümmi" 
nischen Gallerie, l. c. S. 516; eine schöne Büste in Neapel, lVlus. 
Bur. V. g; Eleische Haisermünzen mit dem Zeus Olymrißs bei 
Quatremere pl. 17, P. 312 , und lVl. Funtana Ö, 1. Quatremere de 
Quincy schrieb ein eigenes Werk über den Olympischen Jupiter. 
Ueber eine Restauration dieser berühintentStatue siehe Damophun. 
Zu Elis war von Phidias eine Venus Urania mit der Schild- 
kröte unter dem Fusse, aus Gold und Elfenbein, von Plutarch 
oiveupäi (in einsamer Häuslichkcit lebend) zubenannt. Eine andere 
Statue der Venus Urania, aus parischem Marmor, war zu Athen 
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