Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Passe, Simon de - Powle, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1766577
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1768091
M0 
Bziltasar. 
Pernzzi. , 
die alle das Gepräge des reinsten Geschmackes tragen, aber bald 
trat für Rom eine missliche Zeit ein.- Der Nachfolger Leo's 
hemmte die Fortschritte der Iiunst, da Adrian VI. wenig Sinn da- 
für hatte, und als 1527 unter dem Connetable von Bourhon Rom 
erobert und geplündert worden war, verschwand alle Hoffnung. 
Viele Künstler gingen in jener Catastrophe unter, die anderen flo- 
hen mit Gefahr ihres Lebens. Peruzzi wurde gefangen und seines 
stattlichen Ansehens wegen für einen verkleideten Prälaten gehal- 
ten, von welchem man grosses Lösegeld. hoffte. Nach vielen aus- 
gestandenen Beschimpfungen und Misshandlungen machte er dem 
Feinde endlich begreiflich, dass er ein armer Künstler sei, und 
so musste er, um sich zu überzeugen, das Bildniss des verhassten 
Connetable malen. Jetzt erhielt er seine Freiheit, wurde aber auf 
dem Wege nach Siena auf's Neue gefangen, und überdiess auch 
noch geplündert. In diesem traurigenZustande langte er in Siena 
an, wo sich aber Freunde beeiferten, ihn zu unterstützen und ihm 
Arbeit zu verschaffen. Diese bestand hauptsächlich in Erbauung 
von Privnthäusern, und in der Decorirung der oben erwähnten 
Orgel der Iiirche del Carinine. Auch übertrug man ihm die Voll- 
endung der Befestigungswerke. Um dieselbe Zeit wollte ihn 
Clemens VII. als Ingenieur im Kriege gegen Florenz gebrauchen, 
allein der Künstler wollte gegen eine ihm theucre Stadt nicht zu 
Felde ziehen, und folgte dein Begehren des Iiirchenhauptes nicht. 
Darüber wurde der Papst etwas empfindlich, und der Iiünstler musste 
nach hergestelltem Frieden die Vorbitte dreier Carcliniile anspre- 
chen. Nzich erlangter Verzeihung setzte er in Rom seine geivohn- 
ten Arbeiten fort. Er gab den Fürsten Orsini verschiedene Zeich- 
nungen zu Pallästeii, von welchen die einen. zu Viterbo, die an- 
deren in'Apulien aufgeführt wurden. Der Hof des Pallasges A]- 
temps zu Boni gilt ebenfalls für sein Werk, ist aber vielmehr nur 
von Peruzzi restaurirt.  
Ein wahrhaft ori iiielles Gebäude, eines der herrlichsten des 
neueren Roms, ist der von Peruzzi erbaute Pallast Massini, der 
neben der Farnesina an Anmuth und Zierlichkeit wenige seines 
Gleichen hat. Es ist diess ein Werk der sinnreichsten Anordnung, 
da die Lage nicht beschränkter und unregelmässiger hätte seyn 
können. Der gebogenen Richtung der Strasse entsprechend be- 
steht die Facade des Pallastes in einem kreisförmigen Aufriss. Eine- 
dorische Säulenordnung umfasst _den Umriss des Erdgeschosses, 
dessen Mitte ein Vorhaus mit freistehenden Säulen gibt. Von da 
aus gelangt man in einen kleinen Porticus, und die Thüre steht 
gerade der Säulenweite des Einganges gfßgeniiber- Der Raum ist 
eng und klein, abtralles, was. ihn allslullt, ist gross und scheint 
gemächlich; überall ist Schönheit und klassische Vollendung. Dicss 
1st das letzte Werk des Künstlers, welches er nicht mehr beendi- 
gen konnte. Er starb 1556 nicht ohne Verdacht einer Vergiftung. 
Seine Familie erbte nichts, als seinen berühmten Namen. Die 
Künstler veranstalteten ihm ein ehrenvolles Leichenbcgiingniss, und 
seine Begräbnissstätte wurde ihm {m Pantheon neben Rafael ange- 
wiesen. S. Serlio erbte zum Theil seine liinterlassenen Schriften 
und Zeichnungen von Alterthümern. Er bereicherte mit densel- 
ben seine Abhandlung über die Architektur, besonders das IV. und 
V. Buch, welche die alterthümlichen Denkmäler Roms enthalten. 
Das Bildniss des Künstlers, halbe Figur, stach ein Ungcnaunter. 
Auch andere Werke dieses Künstlers wurden gestochen: 
Alberti, Ch., die Anbetung der Iiünige. 
        

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